Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten
Ingolstadt
Icon Pfeil nach unten

Betrug mit Falschgeld: Bulgare wird zu fünf Jahren Haft verurteilt

Ingolstadt

Hunderte Male mit Falschgeld eingekauft: Bulgare muss ins Gefängnis

  • |
  • |
  • |
  • |
    Mit 200-Euro-Blüten hat ein Bulgare in Drogerien und Supermärkten, unter anderem im Raum Ingolstadt, bezahlt. Dann kamen ihm die Ermittler auf die Schliche.
    Mit 200-Euro-Blüten hat ein Bulgare in Drogerien und Supermärkten, unter anderem im Raum Ingolstadt, bezahlt. Dann kamen ihm die Ermittler auf die Schliche. Foto: Boris Roessler/dpa (Symbolbild)

    Dass er 215 gefälschte 200-Euro-Scheine in Umlauf gebracht hat, hat der Angeklagte beim Prozessauftakt vor einer Woche gestanden. Bei seiner Festnahme im vergangenen September konnte die Polizei 99 weitere 200-Euro-Blüten sicherstellen. Am Mittwoch hat das Ingolstädter Landgericht den 35 Jahre alten Bulgaren zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt.

    In der Region Ingolstadt hat der Geldfälscher mehr als 30 Mal mit Falschgeld bezahlt

    Wie der für die Ermittlungen zuständige Beamte der Ingolstädter Kriminalpolizei berichtete, habe die „herausragende Falschgeldserie” bundesweit für Aufsehen gesorgt. Sogar die Europäische Zentralbank habe darüber informiert. Allein in Ingolstadt und Umgebung habe die Masche mehr als 30 Mal funktioniert. Der Angeklagte hat in Supermärkten und Drogerien Artikel im Wert von jeweils rund 15 Euro gekauft und sich das Wechselgeld auszahlen lassen. Überführt worden ist der 35-Jährige durch Aufnahmen von Überwachungskameras in den Geschäften und Handydaten. Zudem konnten an den Blüten seine Fingerabdrücke und seine DNA sichergestellt werden.

    Dafür, dass die Fälschungen nur in zwei Fällen sofort erkannt worden sind, hatte der Kripobeamte zwei Erklärungen: Er sei „selbst überrascht“, dass die Geldscheine an den Kassen nicht näher überprüft worden seien, zumal der Kunde unbekannt war. Zum anderen verwies er auf die „sehr gute Qualität“ der Noten, bei denen viele Sicherheitsmerkmale „sehr gut nachgeahmt waren“. Erst später beim Durchlauf durch die Zählmaschinen der Sicherheitsfirmen seien die Fälschungen aufgefallen. Auch dafür, dass die Zahl der bei den einzelnen Taten in Verkehr gebrachten Scheine mit der Zeit zugenommen hat, hatte der Polizist eine Erklärung: „Weil‘s funktioniert hat“. Der angeklagte Vater von sechs Kinder hatte angegeben, der Spielsucht verfallen und von Gläubigern unter Druck gesetzt worden zu sein. Fotos im Internet, auf denen der Bulgare nach Angaben des Kriminalbeamten mit hochpreisigen Autos abgebildet war, sprechen eher für einen luxuriösen Lebensstil.

    Der 35-Jährige hat sich in Bulgarien Falschgeld beschafft

    Dass er zwischen den Taten fünfmal nach Bulgarien gefahren und wieder eingereist ist, hat der Angeklagte damit begründet, dass er in Deutschland Autos verkauft und seine Familie in Bulgarien besucht habe. Das hat ihm das Gericht nicht geglaubt: Für beides gebe es „keine Anhaltspunkte”, erklärte der Vorsitzende Richter Gerhard Reicherl. Vielmehr habe der Angeklagte bei seinen Heimfahrten „neue Blüten beschafft”. Auch wenn der 35-Jährige zu Hintermännern keine Angaben gemacht hat, hielt die Strafkammer die Strafvorstellung der Staatsanwaltschaft von sechseinhalb Jahren für zu hoch und schloss sich der Verteidigung an. Reicherl sagte zudem zu, dem Wunsch des nicht vorbestraften Bulgaren wegen dessen „kooperativen Verhaltens“ zu entsprechen und seine Abschiebung zur Hälfte der verhängten Freiheitsstrafe zu empfehlen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren