Jahrelang kannten die Grundstückspreise in Ingolstadt nur eine Richtung: Es ging stets steil nach oben. Doch inzwischen steckt Deutschland, aber insbesondere die Region rund um Ingolstadt, in einer veritablen Wirtschaftskrise und das hat Folgen auch für den Immobilienmarkt.
Denn Preise, wie sie vor allem während der Pandemie erzielt worden sind, zahlt längst niemand mehr. Das spiegelt sich auch in den Bodenrichtwerten wider, die ein Gutachterausschuss alle zwei Jahre beschließt. Hier zeigt sich: Bauland außerhalb der Altstadt hat in den vergangenen zwei Jahren gut zehn Prozent weniger gekostet als noch in der Periode davor, die die Jahre 2022/2023 umfasst hat.
Baugrund ist in Ingolstadt rund zehn Prozent billiger geworden
Mit den Bodenrichtwerten werden „die aktuellen Entwicklungen auf dem Grundstücksmarkt transparent abgebildet“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Ingolstadt. Sie sollen eine verlässliche Orientierung bieten für Eigentümer, Kaufinteressenten oder auch Unternehmen.
Auch wenn der Rückgang im Schnitt 10,4 Prozent beträgt, so zeigt sich doch ein differenziertes Bild, wenn man sich die einzelnen Lagen innerhalb der Stadt genauer anschaut. Denn es gibt auch Ortsteile, in denen die Preise in den vergangenen Jahren sogar gestiegen sind. Dazu gehören die Ortsteile am westlichen Stadtrat, denn die widersetzen sich dem stadtweiten Trend. In Irgertsheim, Pettenhofen, Mühlhausen und Dünzlau sind die Grundstückspreise sogar um im Schnitt acht Prozent gestiegen.
Am anderen Ende der Skala stehen die Ortsteile Kothau und Ringsee im Südosten der Stadt. Hier sind die Preise um 25 beziehungsweise 24 Prozent gefallen. Betroffen vom Preisverfall sind insbesondere auch die überdurchschnittlich guten Lagen in der Stadt, in denen traditionell die höchsten Preise gezahlt werden. Probierlweg, Altes Westviertel, östlich des Fort-Haslang-Parks, Große Zellgasse sowie der Bereich Effnerstraße/Haslang - an all diesen Top-Adressen auf dem Ingolstädter Immobilienmarkt sind die Preise durchschnittlich zwischen 13 und 14 Prozent gesunken und damit sogar stärker als im Durchschnitt. Dennoch haben diese Gegenden ihren Spitzenplatz bei den Grundstückpreisen behalten.
Der Quadratmeter Bauland kostet in Ingolstadt bis zu 1330 Euro
Denn am Probierlweg sind in den vergangenen beiden Jahren immer noch 1330 Euro für den Quadratmeter fällig geworden, dicht gefolgt von der Großen Zellgasse und dem Alten Westviertel mit jeweils 1250 Euro. Deutlich günstiger geht es zum Beispiel in Winden, wo der Quadratmeter 480 Euro kostet, oder in Niederfeld mit einem Preis von 560 Euro.
Die Preise sind auch in der Altstadt gefallen. Wie Stadtbaurätin Ulrike Wittmann-Brand, die auch Vorsitzende des Gutachterausschusses ist, erläutert, spielt hier der Rückgang des Einzelhandels eine Rolle. Aber auch der Trend zum Homeoffice macht sich bemerkbar, sodass weniger Büroflächen vonnöten sind. Im Bereich der Fußgängerzone beträgt das Minus rund zwölf Prozent, und dort, wo es in der Altstadt überwiegend Wohnungen gibt, steht ein Rückgang von minus acht Prozent zu Buche. Dennoch liegen die Quadratmeterpreise direkt in der Innenstadt zwischen 1200 und 2900 Euro für den Quadratmeter.
Schaut man auf die Preise für land- und forstwirtschaftliche Flächen, so zeigt sich innerhalb der Stadtgrenzen ein uneinheitliches Bild. Während die Preise im Süden um durchschnittlich fünf Prozent gestiegen sind, kam es im Nordosten um einen Rückgang von rund sieben Prozent.
Wer sich die Bodenrichtwerte genauer ansehen möchte, kann das über den Bayernatlas unter atlas.bayern.de. Diese werden dort dauerhaft und kostenlos zur Verfügung gestellt.
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