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Bürgermeister Günter Gamisch zieht Bilanz nach 18 Jahren in Ehekirchen

Ehekirchen

„Ich brauche kein Denkmal“: Ehekirchens Bürgermeister Günter Gamisch sagt nach 18 Jahren Ade

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    Nach 18 Jahren im Amt als Ehekirchener Bürgermeister verabschiedet sich Günter Gamisch in den Ruhestand.
    Nach 18 Jahren im Amt als Ehekirchener Bürgermeister verabschiedet sich Günter Gamisch in den Ruhestand. Foto: Katrin Kretzmann

    Am 1. Mai 2008 klingelte das Telefon von Günter Gamisch. Roland Weigert wollte wissen, wann in Ehekirchen der Maibaum aufgestellt wird. Und kurze Zeit später standen beide da, Gamisch als neuer Bürgermeister von Ehekirchen und Weigert als frischgebackener Landrat, „und wir schauten in unseren Trachtenjankern zu, wie der Maibaum aufgestellt wird, und meinten, dass wir jetzt wichtig sind“, sagt Gamisch und lacht. Nun, nach 18 Jahren auf dem Chefsessel im Rathaus, sagt der 62-Jährige in ein paar Tagen Ade und verabschiedet sich in den Ruhestand - und wirft noch einmal einen Blick zurück auf seine Amtszeit, besondere Begegnungen und was ihm über all die Jahre bei seiner Arbeit immer wichtig war.

    Komplettes Neuland war der Bürgermeister-Posten und dessen Aufgabenbereich für Günter Gamisch nicht. Bevor er 2008 auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nahm, saß er bereits zwölf Jahre im Ehekirchener Gemeinderat. „Eine sehr wertvolle Zeit“, sagt er. Dennoch sei er angesichts der neuen Funktion angespannt gewesen. „Als Bürgermeister sitzt du vorn, bist jede Sekunde angespannt, musst reagieren und auch Strömungen und Stimmungen im Gremium erkennen, um am Ende einen vernünftigen Beschluss zu haben.“

    Günter Gamisch will junge Menschen in Ehekirchen halten

    Natürlich habe es Diskussionen gegeben und „auch ich als eher harmoniebedürftiger Mensch habe erkennen müssen, dass man es nicht allen recht machen kann“, sagt Gamisch, der sich dennoch nicht gescheut habe, „auch mal allein gegen das ganze Gremium zu stimmen“. Er sei auch nicht beleidigt gewesen, „wenn mal was nicht durchgegangen ist, das hat man als Demokrat zu akzeptieren“. Grundsätzlich habe es aber über all die Jahre ein gutes Miteinander im Gremium gegeben. Von „Parteigeplänkel und Spezlwirtschaft“ habe Gamisch im Übrigen noch nie etwas gehalten, wie er sagt, „so etwas gab es bei mir einfach nicht“. Er habe jeden gleich und auf Augenhöhe behandelt.

    Während seiner ersten Amtsperiode sei er von einer Art Euphorie getragen worden. Doch als die Wochenarbeitszeit teilweise die 80-Stunden-Marke knackte, habe er die Handbremse gezogen, „das geht einfach auf Dauer nicht“, sagt er und ergänzt: „Unter 40 ist man aber auch selten.“ Und in all diesen Stunden habe er zusammen mit Gemeinderat und Verwaltung eine lange To-do-Liste abgearbeitet, vom Bau einer neuen Krippe, der Abwasserbeseitigung mitsamt Bau einer neuen Kläranlage und Kanalsanierungen über den Bau eines Radwegs bis hin zur Erschließung des Gewerbegebiets in Wallertshofen sowie der Ertüchtigung der Ortsdurchfahrten durch Weidorf, Hasselbach und Seiboldsdorf. „Mir war es immer am wichtigsten, dass wir attraktiv für die jungen Menschen sind und sie bei uns bleiben, ich brauche kein Denkmal.“

    Überdies ist Gamisch auch stolz auf die Zusammenarbeit mit dem Familienhilfeverein, der sich unter anderem um die Schulkindbetreuung kümmert, ebenso auf die Etablierung des Kommunalunternehmens iKommZ, zu dessen Mitgliedern unter anderem auch Rennertshofen und Burgheim gehören und dessen Ziel es ist, Synergien unter den Kommunen zu schaffen. „Wir haben hier eine ganz tolle Gemeinschaft und einen wichtigen Austausch“, betont Gamisch. Auch auf die Neubürgerempfänge in Ehekirchen, die neuen Einwohnern die Gelegenheit geboten haben, die Gemeinde, Vereine und den Bürgermeister kennenzulernen, blickt Gamisch mit Stolz zurück. „Von diesen Begegnungen profitieren viele Akteure heute noch.“ Mittlerweile gibt es die Veranstaltung allerdings nicht mehr, „sie ist den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen“.

    Günter Gamisch plant Sport und Zeit mit Familie und Freunden im Ruhestand

    Besonders werden Gamisch die Begegnungen mit den Menschen in Erinnerung bleiben. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele zum Bürgermeister gehen, wenn sie nicht mehr weiterkommen, und oft hat man auch helfen können.“ So sei eines Tages ein Mann bei ihm gestanden, der seinen Führerschein nicht mehr bekam, weil er sich mit den benötigten Formularen nicht auskannte. „Also haben wir das zusammen gemacht und am Ende hatte er ihn wieder.“ Auch der mehrmalige Besuch einer älteren Dame sei eine Bereicherung gewesen. „Sie hat mir sogar einen Haussegen gebracht.“

    Auf seinen Ruhestand blickt Gamisch mit gemischten Gefühlen. „Einerseits bin ich noch weit von dem Gedanken weg, dass ich bald Rentner bin, andererseits freue ich mich auch sehr darauf.“ So will der stolze Opa die Zeit vor allem seiner Familie, aber auch seinen Freunden widmen, „denn die kamen oft zu kurz, denn der Beruf bringt schon viel Belastung mit sich“. Zudem stehen mehr Sport, vor allem Wandern und Radfahren, sowie ein paar Renovierungsarbeiten im Haus auf dem Plan. Seinem Nachfolger als Bürgermeister, Christian Eitelhuber, wünscht er „viel Erfolg, viel Kraft für dieses Amt und viele liebe Menschen, denn Menschlichkeit ist in diesem Beruf überaus wichtig“, so Gamisch.

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