Wer wird Bürgermeister in Bergheim? Die Bürgerinnen und Bürger haben am 8. März die Wahl zwischen Amtsinhaber Tobias Gensberger (Dorfgemeinschaft Bergheim) und Herausforderin und Quereinsteigerin Jutta Heckl (CSU). Doch wofür stehen die beiden jeweils? Ein Überblick.
Bürgermeisterwahl in Bergheim: Was Tobias Gensberger und Jutta Heckl vorhaben
Persönliches Tobias Gensberger ist seit 2014 ehrenamtlicher Bürgermeister in Bergheim. Der 40-Jährige ist verheiratet, selbstständiger Speditionskaufmann und Landwirt im Nebenerwerb. Er führt die Verwaltungsgemeinschaft Neuburg und den Wasserzweckverband Heimberggruppe, außerdem ist er Kreisrat (Die Unabhängigen Schrobenhausener).
Jutta Heckl kommt aus Unterstall, ist 59 Jahre alt und hat zwei erwachsene Kinder. Die ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin (Spanisch, Englisch, Französisch) ist tätig als Assistentin im Management, politisch war sie bislang nicht aktiv.
Schwerpunkte Gensberger nennt als seine Schwerpunkte vier Projekte: das Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus in Unterstall, die Entwicklung des Quartiers Bergheim-Ost, die Sanierung der Grundschule sowie die Entwicklung der Ortskerne. In seinen ersten 100 Tagen im Amt würde er gerne die Mittagsbetreuung an der Grundschule in Unterstall ausbauen – „mit selbstgekochten, kindgerechten Gerichten und den Grundnahrungsmitteln aus dem direkten Umkreis“, wie er sagt. Außerdem will er möglichst bald den Glasfaserausbau sowie den Spielplatz „Am Luckerberg“ fertigstellen.
Heckl hält den demografischen Wandel für die größte Herausforderung. Man dürfe junge Familien mit ihren Bedürfnissen wie Kinderbetreuung und Schule nicht vergessen, andererseits brauche es Angebote für die ältere Generation, die über einen Seniorennachmittag hinausreichen. „Wir brauchen hier Angebote und Möglichkeiten für die Nahversorgung, Fahrdienste, Einkaufsdienste, und wir müssen aufpassen, dass auch bei uns die Menschen nicht vereinsamen“, so Heckl. In ihren ersten 100 Tagen würde sie die Bürgersprechstunde wieder einführen – wechselnd in Attenfeld, Bergheim und Unterstall. Ihr sei wichtig, mit den Bürgerinnen und Bürgern im ständigen Dialog zu sein „und nicht als Bürgermeisterin über alle Köpfe hinweg zu entscheiden“. Deshalb möchte sie alle Entscheidungen mit den Gemeinderatsmitgliedern gemeinsam diskutieren. „Und das am besten – soweit zulässig – in öffentlichen Sitzungen.“
Kommunalwahl 2026: Die Pläne für Bergheim-Ost
Bergheim-Ost Für das Areal hat Gensberger genaue Vorstellungen. „Mein Traum wäre ein Ärztehaus. „Wenn nicht an diesem zentralen Standort zwischen Neuburg, Ingolstadt und Eichstätt, wo dann?“ Außerdem schweben ihm mehrere Dinge vor: Ansiedlung von Gewerbe, Pflege-Wohngemeinschaften bzw. Tagespflege, ein Vollsortimenter, eine Tankstelle für Verbrenner und E-Autos, moderne Wohnformen für jedes Alter sowie eine Anbindung an den ÖPNV.
Heckl äußert sich in diesem Punkt zurückhaltender. In ihren Augen müsse man die Kosten mehr denn je im Blick haben und die Wünsche der Realität anpassen. „Es wird schwer sein, neues Gewerbe anzusiedeln, das auch entsprechend Gewerbesteuer generiert und Arbeitsplätze bringt, wenn selbst große Städte wie Ingolstadt hier vor immensen Problemen stehen.“ Bezüglich eines Mehrgenerationenhauses müsse erst einmal in der gesamten Gemeinde abgefragt werden, ob überhaupt der Wunsch und die Akzeptanz für die Gemeindebürger vorhanden seien. Es müsse gewährleistet sein, dass die Vorhaben für Menschen aus der Gemeinde geschaffen werden und nicht für Bürger anderer Städte und Gemeinden.
Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus Unterstall Die Kosten für das Großprojekt werden mittlerweile auf 5,5 Millionen Euro geschätzt. Die höheren Baukosten seien natürlich unschön, sagt Gensberger. „In Hinblick auf die geringeren laufenden Unterhaltungskosten und die gestiegenen Anforderungen an die Gemeinde ist das jedoch vertretbar und notwendig.“ Durch den jetzigen Entwurf würden drei Nutzungen, für die ansonsten drei Gebäude saniert bzw. neu gebaut werden müssten, zusammengefasst, einschließlich der Mittagsbetreuung für die Grundschule. Gleichzeitig würden sämtliche Planungen laufend auf mögliche Einsparungen überprüft.
Die Finanzierung dieses Gemeinschaftshauses sei eine „Herkulesaufgabe“, sagt Heckl. Eines sei aber unstrittig: „Unsere Unterstaller Feuerwehr benötigt dringend ein neues Gebäude und wir sind nicht angetreten, um eine Politik der Rückabwicklung zu betreiben. Beschluss ist Beschluss.“ Ob man am Ende alle zusätzlichen Wünsche der übrigen Vereine erfüllen könne, werde sich zeigen, so Heckl.
So schätzen sich die Bürgermeisterkandidaten selbst ein
Stärken Gensberger verweist auf seine Erfahrung. „Nach zwölf Jahren im Amt bin ich im Landkreis und darüber hinaus sehr gut vernetzt.“ Außerdem decke er durch seine Berufe und Interessen einen Großteil der Bevölkerung ab und sei in der Lage, schnell konstruktive Lösungen zu finden. „Als ehrenamtlicher Bürgermeister mit eigenem Betrieb im Ort bin ich immer erreichbar und flexibel, wenn es um kurzfristig notwendige Lösungen geht.“
Heckl betont ihre Fähigkeit, allen zuzuhören. „Ich bringe Empathie für alle Menschen mit und ich höre auch die leisen Menschen, nicht nur die lauten, und dabei nehme ich mich selbst nicht allzu wichtig.“ Außerdem schreibt sie sich Ehrlichkeit und Standhaftigkeit zu. „Ich vertrete meine Positionen konsequent und mit Rückgrat, allerdings nicht ohne den nötigen Respekt gegenüber anderen Meinungen und immer mit der Einsicht, dass auch andere Standpunkte richtig sein könnten.“
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