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Bürgerversammlung Rohrenfels 2026: „Unser Biber“ bereitet den Rohrenfelsern Kopfzerbrechen

Rohrenfels

Bürgerversammlung Rohrenfels 2026: „Unser Biber“ bereitet den Rohrenfelsern Kopfzerbrechen

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    Bürgermeisterin Manuela Heckl (rechts) ließ in der Bürgerversammlung im Schützheim das vergangenen Jahr Revue passieren.
    Bürgermeisterin Manuela Heckl (rechts) ließ in der Bürgerversammlung im Schützheim das vergangenen Jahr Revue passieren. Foto: Reinhard Köchl

    „Dem Biber gefällt es ganz offenbar in Rohrenfels!“ Man kann das Dilemma natürlich auch mit den launigen Worten von Bürgermeisterin Manuela Heckl (Dorfgemeinschaft Rohrenfels) umschreiben. Fakt ist jedenfalls, dass sich der fleißige Nager im Gemeindegebiet seit der bislang letzten Zählung mehr als verdoppelt hat und inzwischen dort ganz gewaltigen Schaden an Gräben, Feldwegen und angrenzenden Feldern anrichtet. In der Bürgerversammlung im Schützenheim am Donnerstagabend zeigte Heckl jedenfalls Fotos davon, wie Biber im Längenmühlbach durch ihre Aktivitäten das Bachbett zum Abrutschen gebracht hätten.

    Nach einer Entscheidung des Landratsamtes darf der Biber nicht entnommen werden

    Außerdem würden sie regelmäßig eine ganze Reihe von Bäumen flachlegen, ohne dass offiziell Maßnahmen dagegen ergriffen werden dürfen. Denn die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt hat einen Antrag der Gemeinde auf „Entnahme“ der Biber abgelehnt – was so viel bedeutet, wie dass sie weder eingefangen oder gar abgeschossen werden dürfen. Noch dazu hat Rohrenfels seit dem vergangenen Jahr keinen offiziellen Biberberater mehr. Wie berichtet, hatte die Kreisbehörde vom damals mit dieser Aufgabe bedachten Gemeinderat Helmut Kriegl (CSU) Aufwandsentschädigungen in Höhe von 2700 Euro zurückgefordert, weil dieser krankheitsbedingt einige Ausbildungen nicht besucht hatte. Die Summe übernahm letztlich die Gemeinde. Seither scheint das Tischtuch zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und der Gemeinde in Sachen „Biber“ zerschnitten. Bürgermeisterin Heckl versuchte sachlich zu erläutern, dass die Wasserbaumeister EU-Schutzstatus genießen, weil sie in vielen Teilen Europas vom Aussterben bedroht sind. In Rohrenfels jedoch fühlt sich „unser Biber“ (Heckl) sichtlich wohl.

    Am Längenmühlbach hat der Biber das Bachbett ins Rutschen gebracht.
    Am Längenmühlbach hat der Biber das Bachbett ins Rutschen gebracht. Foto: VG Neuburg

    Auch Siegfried Lindner sind die angenagten und gefällten Bäume am Wanderweg ums Baierner Holz sowie entlang des Bachverlaufs am Gschwoller Berg ein Dorn im Auge. Weil einige Bäume vom Bauhof bereits mit Drahtgittern vor Biberverbiss geschützt würden, wollte er in der Bürgerversammlung wissen, ob derartige Sicherheitsvorkehrungen nicht für alle Bäume und Sträucher im Gemeindegebiet möglich seien. Manuela Heckl griff diesen Gedanken gerne auf, auch weil die Gitterzäune vom Landratsamt gestellt würden. Lindner regte überdies an, die abgenagten Bäume eventuell in einer Bürgeraktion durch junge zu ersetzen.

    Generell liefert auch die restliche Tierwelt in Rohrenfels derzeit Gesprächsstoff. Nachdem auf dem Kirchturm seit einiger Zeit ein Storchenpaar nistet, kam die Bürgermeisterin zu dem Schluss: „Das sind offenbar sehr katholische Störche, die lassen sich nicht vertreiben.“ Da sich die Population von Ratten und Tauben in den Ortsteilen sehr vergrößert habe, warnte Heckl, keine Futterstellen im Freien aufzustellen oder Essensreste im Kompost zu entsorgen.

    Deutlich mehr Verkehrssünder in Rohrenfels als im Jahr 2024

    Leicht zurückgegangen ist die Zahl der Einwohner, und zwar von 1715 (2024) auf 1698 im vergangenen Jahr. Dass die Gemeinde ihre selbst auferlegte Grenze, nur 1,3 Prozent (23,4 Hektar) ihrer Gesamtfläche für Freiflächen-Photovoltaikanlagen zu nutzen, unbedingt einhalten will, bekräftigte Heckl noch einmal ausdrücklich. Genehmigt seien aktuell 20,7 Hektar, wovon derzeit allerdings nur die PV-Anlage bei Ballersdorf (6,4 Hektar) in Betrieb ist. Mit dem Baubeginn für den Mobilfunkmasten bei Ergertshausen rechnet sie noch in diesem Jahr, obwohl derzeit kein formeller Antrag dafür vorliegt. Auch dass die Zahl der Raser durch Wagenhofen weiter geringfügig zugenommen hat, wusste die Rathauschefin zu berichten. So seien im vergangenen Jahr 1864 Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden, während es 2024 mit 1532 so wenig wie noch nie seit Beginn der kommunalen Verkehrsüberwachung waren.

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