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Cubehaus Rohrenfels: Zehn preiswerte Häuser und Pflegeeinrichtung geplant

Rohrenfels

Minimalistisch und modern: In Rohrenfels soll eine Siedlung mit Cube-Häusern realisiert werden

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    So könnte eines der Cube-Häuser bei Rohrenfels laut dem Prospekt der Firma Ligo Cube aus Ingolstadt aussehen.
    So könnte eines der Cube-Häuser bei Rohrenfels laut dem Prospekt der Firma Ligo Cube aus Ingolstadt aussehen. Foto: Ligo Cube

    Revolutionäre Bauweise oder Verschandelung der Landschaft? Dieser Frage wollte der Rohrenfelser Gemeinderat am Donnerstagabend auf den Grund gehen, als er über die Voranfrage zur Errichtung einer sogenannten Cube-Siedlung am Ortseingang bei Isenhofen neben der Staatsstraße 2035 zu entscheiden hatte. Nach dem Willen der Grundstücksbesitzer sollen dort nämlich zehn Häuser im Cube-Stil entstehen – modern, minimalistisch, funktional und preiswert.

    Die einen fanden das Konzept „innovativ“ (Andrejs Laukmanis, FW Wagenhofen-Ballersdorf) oder meinten, dass es sich „wunderbar ins Ortsbild einfügen würde“ (Christoph Müller, DG Rohrenfels). Andere wie Bürgermeisterin Manuela Heckl (DG Rohrenfels) vertraten dagegen die Ansicht, dass eine Cube-Siedlung in Rohrenfels nicht dem Innenentwicklungskonzept entspricht und votierten dagegen. Letztlich zogen die Skeptiker aber den Kürzeren und unterlagen mit drei zu acht Stimmen. Freie Bahn also für die Planer, die nun einen entsprechenden Bauantrag einreichen können.

    Schon in den 1970er Jahren hatte der niederländische Architekt Piet Blom Cube-Häuser als Kunstobjekte entworfen. In Deutschland entwickelten sie sich im Laufe der Jahrzehnte zu funktionalen Einfamilienhäusern mit klarer, kubischer Formensprache, minimalistischer Architektur und einem Flachdach. In Rohrenfels sollen die „Cubes“ auf Schraubfundamenten mit einem Flachdach, aufgeständerter Photovoltaikanlage sowie als barrierefreie Wohneinheit errichtet werden, die meisten davon eingeschossig.

    Pflegedienst Sonnenglanz aus Ingolstadt plant Einzug in Cube-Haus-Siedlung in Rohrenfels

    Die Haltbarkeitsdauer der Häuser liegt nach Schätzung der Firma Ligo Cube aus Ingolstadt, die für den Aufbau verantwortlich wäre, bei circa 20 Jahren. Danach können die Bauteile mit einem Autokran problemlos entfernt werden. In einem der „Cubes“ ist zudem geplant, den ambulanten Pflegedienst „Sonnenglanz“ aus Ingolstadt unterzubringen, der von diesem Standort aus Bürgerinnen und Bürger im Umkreis von fünf Kilometern anfahren könnte. Bislang wollen die Betreiber 15 Stellplätze in der Siedlung schaffen. Verwaltungsleiter Stefan Gößl wies jedoch darauf hin, dass laut der gemeindlichen Stellplatzsatzung für zehn Wohneinheiten eigentlich 20 Stellplätze ausgewiesen werden sollten.

    Hier soll am Ortseingang von Rohrenfels soll die geplante Cube-Siedlung entstehen.
    Hier soll am Ortseingang von Rohrenfels soll die geplante Cube-Siedlung entstehen. Foto: Reinhard Köchl

    Als Knackpunkt für das Bauvorhaben hatte sich zunächst die Anbindung des Grundstücks an die angrenzende Staatsstraße herauskristallisiert. Doch das Staatliche Bauamt Ingolstadt sieht bislang kein Problem darin, eine Zufahrt zu schaffen. Die Kosten dafür würden jedoch in vollem Umfang zulasten des Grundstücksbesitzers gehen, der deshalb eigens einen städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde abschließen muss.

    Zweifel am Konzept: Rohrenfels verpasst laut Frank Chance für ältere Generation

    Das alles wäre eine nicht unbeträchtliche Maßnahme, gab Bürgermeisterin Manuela Heckl zu bedenken. Im Innenentwicklungskonzept der Gemeinde sei nämlich festgelegt, dass auf dem fraglichen Grundstück lediglich zwei Gebäude zur Wohnnutzung entstehen sollen. „Außerdem befinden sich in der näheren Umgebung bereits Einfamilienhäuser mit zwei Geschossen und Satteldächern“, monierte die Rathauschefin.

    Auch andere Gemeinderäte wie der dritte Bürgermeister Ruppert Omasreiter (CSU) hatten bei der Vorstellung der Planungen erkennbar Bauchschmerzen. Grundsätzliche Bedenken äußerte Lukas Frank (CSU), der sich vor allem an der Auskunft störte, die Cube-Häuser sollten entweder verkauft oder vermietet, eventuell aber auch durch ein sogenanntes Mietkaufverfahren an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden. „Für junge Leute, generell für Studenten wäre das eine super Lösung“, meinte Frank. „Aber wir wollten in Rohrenfels eigentlich etwas speziell für unsere ältere Bevölkerung schaffen. Diese Chance haben wir zumindest hier verpasst!“

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