An das alte Gebäude, das vorher an der Stelle stand, erinnert nichts mehr. Immer wenn Audi etwas Neues im Werk plant, muss meist zuerst Altes weichen. So musste auch für die neue Energiezentrale eine alte Halle Platz machen, in der bisher Gefahrgüter gelagert wurden. Mit dem Spatenstich gehen die Planungen nun in die Bauphase über. In dem Neubau wird Audi die Strom- und Datenverteilung zentralisieren. Außerdem werden in diesem Neubau Wärme, Kälte, Kühlwasser und Druckluft erzeugt und im Werk verteilt. Mit der neuen Energiezentrale entstehen sowohl im Norden als auch im Süden des Werks zwei Versorgungstrassen, die jeweils 1,5 Kilometer lang sind und in einem Ringschluss die zentrale Verteilung im Werk sicherstellen.
„Wir treiben damit den Transformationsprozess bei Audi mit voran und sorgen zugleich für Versorgungssicherheit“, sagte Carina Müller. Sie hat bei Audi die Gesamtprojektleitung zur Sicherstellung der Energie- und Medienversorgung am Standort Ingolstadt inne. Die bisherige Versorgung sei mit dem Werk organisch gewachsen und stoße jetzt an ihre Grenzen. Das Gesamtprojekt nehme zehn Jahre in Anspruch, erklärte Müller.
Mitte 2030 soll die neue Energiezentrale bei Audi in Ingolstadt in Betrieb gehen
Die Energiezentrale selbst, mit der erstmals Medien und Energie aus einem zentralen Punkt im Werk verteilt werden können, soll ab Mitte 2030 in Betrieb gehen. Bisher habe es viele dezentrale Strom- und Datenversorgungen gegeben, so Müller.
Das gesamte Versorgungssystem wird dann 2032 komplett fertig sein. Die Energietrassen werden oberirdisch als Hochtrassen gebaut, das erspare aufwendige Erdarbeiten, sagte Bernhard Kramel, bei Audi für die Planung Energieversorgung zuständig. Carina Müller und er koordinieren federführend mit ihren Teams das Projekt, an dem 150 Partnerfirmen, von den Planungsbüros angefangen bis hin zu allen Handwerksgewerken, arbeiten. Noch Mitte dieses Jahres sollen die Arbeiten an der Energietrasse Nord beginnen, der Südabschnitt wird dann 2028 folgen.
Audi Ingolstadt: Die neue Energiezentrale wird 100 Meter lang sein
In der Energiezentrale kommen Hochtemperaturwärmepumpen zum Einsatz. CO₂-neutral ist das Werk schon seit 2024. Mit der neuen zentralen Versorgung wird außerdem 30 Prozent regenerativ erzeugt. Damit werde man auch das Wärmeplanungsgesetz einhalten, so Müller.
Das neue Gebäude wird über 100 Meter lang und knapp 29 Meter breit. Die Geschosshöhen betragen zwischen sechs und für die Kühlturmanlage zwölf Meter. Für die Wärmeerzeugung werden zwei Aggregate mit jeweils einer Leistung von 5,5 Megawatt und eines mit drei Megawatt Leistung sorgen. Insgesamt zwölf Transformatoren sind für die Stromversorgung eingeplant.
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