Donauschwimmen: Neuburg verzeichnet 2000 Teilnehmer bei 55. Auflage
Neuburg
2000 Mal feucht und fröhlich: Neuburger Donauschwimmen feiert erfolgreiche 55. Auflage
Kreativität und Ausdauer wurden beim diesjährigen Winterdonauschwimmen belohnt: Von einem Panzer bis zu humorvollen Floßen überquerten verschiedenste Gefährte die Donau.
Großer Trubel beim Massenstart am Kraftwerk Bittenbrunn: Über 1800 Schwimmer gingen baden, einige hatten ein paar „Schwimmhilfen“ dabei.Foto: Winfried Rein
Wenn sich Fahrzeug an Fahrzeug der Wasserwacht und des BRK in der Nähe des Neuburger Donaukais aneinanderreihen, Straßen gesperrt sind und man Blaulicht sieht, dann kann nur etwas wirklich Schlimmes oder etwas wunderbar Gutes passiert sein. Am Samstag war in Neuburg glücklicherweise letzteres der Fall, denn das Donauschwimmen stand auf dem Programm. Und was soll man sagen - es war auch 2026 in seiner 55. Auflage wieder ein voller Erfolg!
So hatten sich trotz einstelliger Außentemperaturen Tausende Besucher an die Promenade des Donaukais gedrängt. 2000 Schwimmer wurden in den kalten Fluten erwartet, standesgemäß in bunten Kostümen und mit spektakulären Aufbauten. Und was das für Gefährte waren! Ein Panzer rollte über das Donauwasser und D`Hauser aus Oberhausen hatten sich an eine Schubraupe gewagt, welche - mit starker politischer Botschaft - die Klimaziele vor sich herschob. Generell war das Großereignis wieder Bühne für eine gute Portion Politik. Es wurde mehrfach Werbung für die bevorstehende OB-Wahl gemacht oder Mut für den Bau der zweiten Donaubrücke.
55. Donauschwimmen in Neuburg lockt Tausende Schwimmer und Besucher an
Wer nun denkt, dass das Donauschwimmen schnöde Wahlwerbung war, der liegt aber freilich daneben. Denn im Fokus stand zweifelsohne der Spaß der Schwimmer, welche in bester Laune die vier Kilometer von der Staustufe Bittenbrunn ins Stadtzentrum hinter sich brachten.
Das Promi-Floß der Stadt steuerten die Stadträte Ralph Bartoschek, Matthias Enghuber und Doris Stöckl, begleitet von Caroline und Hervé Merz aus Sète.Foto: Winfried Rein
Um 13.25 Uhr gehört die Donau aber noch nicht der breiten Masse. An der Posttreppe steigen rund 80 Eisschwimmer in den Fluss. In fantasievollen Kostümen springen sie ohne Neopren, nur in Badebekleidung, in die eiskalten Fluten. Geschwommen wird ein kurzer Abschnitt von wenigen hundert Metern.
Unter ihnen ist auch der 64-jährige Heiko Beckhaus aus Rohrbach. Für ihn ist es die Premiere bei den Eisschwimmern. Kurz vor dem Einstieg freut er sich vor allem auf eines: „Auf das kalte Wasser natürlich.“ Und danach auf „den Saunagang“. Eisschwimmen halte ihn gesund, sagt Beckhaus. Es härte den Körper ab, dazu komme die besondere Stimmung rund um das Donauschwimmen. „Die Emotionen und das Drumherum hier in Neuburg gefallen mir sehr“, erklärt er.
Rund 80 Eischwimmer stürzen sich ohne Neopren in die kalte Donau
Nach dem gewagten Sprung in die Donau zeigt er sich zufrieden. Die Kälte sei „wirklich kein Problem“ gewesen. „Man braucht am Anfang etwas Überwindung“, sagt Beckhaus, „aber wenn man einmal drin ist, hat man sich nach zwei, drei Minuten daran gewöhnt.“
Der 64-jährige Eisschwimmer Heiko Beckhaus war heuer zum ersten Mal mit dabei.Foto: Paul Pfaffel
Die Kälte schreckt auch Tibor Macik nicht ab: „Kein Problem, für uns war es nicht zu kalt.“ Der Gastronomiechef des Prießnitz-Kurhotels in Jeseník war wieder mit einer kleinen Gruppe aus der tschechischen Partnerstadt angereist. Vizebürgermeister Václav Urban verfolgte den schwimmenden Faschingszug lieber an Land.
Mutig stürzten sich der Politiker Hervé Merz und Caroline aus der französischen Partnerstadt Sète in die Donau. Vor drei Jahren hatten sie bei einem ewig langen Schwimmen die eisige Seite des Spektakels kennengelernt. Für Philippe Etelbert und seine sieben Feuerwehrleute sollte der Kältetest dagegen keine Herausforderung sein.
2000 gehen Baden: das Neuburger Donauschwimmen 2026 in Bildern
Beim Neuburger Donauschwimmen feiern Tausende Menschen friedlich und ausgelassen miteinander. Das Großevent verläuft mit durchwegs positiver Bilanz. Die Bilder des eiskalten Schwimmens.
„Größten Respekt“ habe er vor der Leistung der Schwimmer und der Organisationsarbeit der Neuburger Wasserwacht, betonte Hans-Michael Weisky. Der neu gewählte Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes schwamm zwar nicht selber mit, beteiligte sich aber bei der anschließenden Siegerehrung in der Ostendhalle.
Massenausstieg nach getaner Arbeit.Foto: Winfried Rein
Er gratulierte auch der Neuburger Vorsitzenden Anja Weiss zur gelungenen Premiere. Sie danke OB Bernhard Gmehling für die Hilfe der Stadt und überreichte dem aktiven Donauschwimmer eine Chronik und eine Tasche mit Ausstattung für weitere Teilnahmen. Die Wasserwachtchefin zeichnete besonders treue Gastgruppen, darunter Memmingen und Erlangen für 50 Jahre Teilnahme sowie Unterföhring für 45 Jahre aus. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling ehrte den Chef des Freundschaftvereins „Asan“, Philippe Etelbert, mit Geschenken für „30 Jahre Freundschaft und Völkerverständigung“.
Anja Weiss zieht positives Fazit nach dem Donauschwimmen in Neuburg
Für die weiteste Anreise durften die Wasserwachten Kiel und Scharbeutz an der Ostsee Pokale mit nach Hause nehmen. Als besten schwimmenden Aufbau sah die Jury den Panzer des Unterstützungszuges aus Mühlheim vor „25 Jahre Shrek“ der Gruppe aus Markt Schwaben und dem „Verbrenner-Aus“ der Oberhausener.
Die Wasserwacht vergab eine Unmenge an Pokalen.Foto: Winfried Rein
Wenn Organisatorin Anja Weiss auf den gesamten Tag zurückblickt, ist sie überglücklich. „Ich bin super zufrieden und überwältigt von der tollen Stimmung und den unglaublichen Rückmeldungen.“ Auch die rund 70 Personen, die wegen Unterkühlungen aus dem Wasser geholt werden musste, seien alle wohlauf. „Die Boote waren sofort da, wir konnten schnell und gut reagieren.“ Weiss lobt das gute Zusammenspiel aller Beteiligten, welche die Großveranstaltung zu einem Erfolg gemacht haben. „Es ist nichts Negatives passiert, jeder war gut drauf und es wurde friedlich gefiert.“
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