Mit dem Sommer hat heuer zeitig die Erdbeerzeit begonnen – im Südosten der Stadt Neuburg leuchten die süßen Früchte auf zwei Feldern. Seit Anfang der Woche wird fleißig gepflückt. Die Firma Appel aus Rain/Sallach betreibt ihre Plantage bei Fleischnershausen an der Südumgehung, die Landwirtsfamilie Engel an der Sudetenlandstraße vor Heinrichsheim.
Appel ging Pfingstsamstag in den Frühstart, aber am Sonntag machte Mario Liesler die Plantage vorzeitig dicht. „Zu wenig reife Früchte, das hat so keinen Wert“, entschied der örtliche Verkaufschef. Die Firma Appel betreibt neben Spargelkulturen 15 Erdbeerplantagen zum Selbstpflücken in Schwaben, Franken und im nördlichen Oberbayern.
Für die Heinrichsheimer Landwirtsfamilie Engel sind die Erdbeeren ein wichtiges Zubrot. Das Jahr 2025 bleibt mit einem Hin und Her wegen unreifer Früchte in Erinnerung. „Heuer haben wir uns besonders sorgfältig vorbereitet“, versichert Katharina Engel. Um neuerliche Frostschäden zu vermeiden, breiteten Helfer ein Flies über die Erdbeerfelder aus. Die Decke lieferte einige Wärmegrade für die Pflanzen, ließ aber die Disteln mitwachsen. „Wir rupfen sie ständig raus, heute Früh habe ich einen Korb voll gepflückt“, berichtet die Erdbeer-Chefin. Die Betreiber setzen auf Handarbeit und verzichten zur Erntephase natürlich auf Spritzmittel.
Landwirtin Katharina Engel freut sich über reiche Erdbeerernte in Heinrichsheim
Obwohl der Regen fehlt, hat die frühe Wärme im Mai die Erdbeeren heuer reifen lassen. „Die Stöcke tragen jede Menge Früchte“, zeigt Katharia Engel auf das Feld am Ortseingang von Heinrichsheim. Sie rechnet mit mehr Ergiebigkeit als im ersten Jahr. Am frühen Vormittag rückten in dieser Woche vor allem die Hausfrauen an. Ihre Ernte bildet meist den Hauptbelag für sommerliche Obstkuchen. Kinder holen sich Erdbeeren zum Sofortessen und tun dies bereits reichlich auf der Plantage. „Vereinzelt brauchen Hausfrauen auch vier, fünf Kilogramm zur Produktion von Marmelade“, hat die Verkäuferin erfahren.
Das Kilo selbst gepflückter Erdbeeren kostet heuer in Heinrichsheim 5,10 Euro, und bei der Firma Appel ein Zehnerl mehr. Sie bietet auch Erdbeerlikör und Wein an. Die Saison dauert voraussichtlich gut vier Wochen bis Ende Juni. „22 Grad und nicht zu heiß, das wäre ideal“, beschreibt Johannes Engel das beste Erdbeer-Wetter. Wenn sich aber heiße Sommertage mit Regenwetter abwechseln, dann besteht Fäulnisgefahr im Erdbeerfeld. Wenn es weiterhin so trocken bleibt, dann wird in Heinrichsheim aus einem Brunnen beregnet – und zwar die Erdbeeren und das Kartoffelfeld daneben.
Das Kilo Erdbeeren zum Selberpflücken in Neuburg kostet rund fünf Euro
Selbstpflücken und Direktvermarktung zeigen auch heuer steigende Tendenz und machen deutschlandweit mehr als 20 Prozent des Absatzes aus. Dem trägt auch Familie Engel neben den Erdbeeren mit ihrer Frischwarenhütte mit Kartoffeln und Eierautomat Rechnung.
Am 24. Mai war übrigens „Tag der deutschen Erdbeere“ mit Aktionswochen und Erdbeerfesten in den Hauptanbaugebieten. 2025 sind bundesweit auf 12.700 Hektar Fläche Erdbeeren angebaut worden – ein Viertel weniger als noch vor vier Jahren. Der Anbau verlagert sich immer mehr in Gewächshäuser und Folientunnel. Firmen in NRW und Niedersachsen – den Schwertpunktgebieten für Erdbeeren – züchten die Beeren auch auf Hochbeeten. Die Helfer müssen sich beim Ernten nicht mehr bücken. Dafür kostet das Kilo auch über zehn Euro.
Erdbeeren sind gesund, weil sie viele wichtige Inhaltsstoffe enthalten, obwohl sie zu 90 Prozent aus Wasser bestehen. Die verbleibenden zehn Prozent bieten mehr Vitamin C als vergleichsweise Orangen. Sie haben Ballaststoffe und mit nahezu null Fett und kaum Kohlenhydraten nur 32 Kilokalorien pro 100 Gramm.
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