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Fetziger Sound und voller Drive: Die Musikschule Neuburg rockt das Stadttheater

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Fetziger Sound und voller Drive: Die Musikschule Neuburg rockt das Stadttheater

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    Das Streichorchester der Musikschule, verstärkt mit Flöten und Klarinetten, setzte einen eleganten Akzent.
    Das Streichorchester der Musikschule, verstärkt mit Flöten und Klarinetten, setzte einen eleganten Akzent. Foto: Peter Abspacher

    Das war eine gute Idee von Oliver Wasilesku. Bei seiner kurzen Begrüßung ließ der Chef der Musikschule Neuburg im restlos ausverkauften Stadttheater als Gag gleich mal „frenetischen Beifall“ üben. Was kam, hätte die meisten Applausometer an ihre Grenzen gebracht.

    Die kleine Übungseinheit setzte das begeisterte Publikum dann ein paar Dutzend mal in die Praxis um. Fast nach jedem Auftritt der sehr jungen oder auch der gereifteren Musikanten aller Art – von der Klassik über Pop, Rock, Jazz, Flötengruppe, Renaissance-Combo bis hin zur pfiffigen Volksmusik – brach tatsächlich frenetischer Beifall los. Verdientermaßen.

    Zu Beginn begeistert das vielköpfige Steichorchester die Zuhörerinnen und Zuhörer

    Alles im einzelnen zu besprechen, ist bei weit über 100 Aktiven – von den herzerwärmend singenden Kindern der musikalischen Früherziehung bis zu den fast schon professionellen Rock- und Popgruppen – kaum möglich. Greifen wir exemplarisch einige heraus, ohne damit die anderen in irgendeiner Weise geringer zu schätzen.

    Erfreulich schon der Start mit dem vielköpfigen Streichorchester, verstärkt durch Querflöten und Klarinetten. Die jungen Leute intonierten sauber, was bei einem Stück in As-Dur keine Kleinigkeit ist. Und sie spielten ihre Melodiebögen mit Charme und innerer Spannung aus. Michael Gruber nahm am Flügel das Chopin-Nocturne in b-moll mit Herz und Verstand in die Hand, technisch und vor allem musikalisch ein beachtlicher Akzent. Die Flötengruppe „Flautissimo“ legte mit zwei Sätzen eines Werks von L. Von Call ein flottes Feuerwerk auf die Bretter, in der Dynamik ausgefeilt, rhythmisch markant und mit Spielwitz.

    Gab ein umjubeltes Gastspiel: Die erst vor einem Jahr gegründete, fetzige Descartes Bigband.
    Gab ein umjubeltes Gastspiel: Die erst vor einem Jahr gegründete, fetzige Descartes Bigband. Foto: Peter Abspacher

    Strahlend und innig interpretierte Kathrin Mitko die „Mondnacht“ von R. Schumann, mit weichen Spitzentönen und voller Grandezza in den kleinen Koloraturen. Ein Highlight im Klassik-Teil steuerte Monika Hnidey am Flügel bei. Das Werk „Howl‘s Moving Castle“ derart stimmig und mit souveränem musikalischen Duktus zu spielen, ist aller Ehren wert. Nicht nur hier zeigt sich eine der großen Leistungen der Musikschule generell. Sie verliert ja zwangsläufig immer wieder sehr gute Leute, die etwa zum Studium oder beruflich Neuburg verlassen – aber die Lehrkräfte entdecken und entwickeln immer wieder neue Talente.

    Von denen zeigten viele, was in ihnen steckt und was sich noch entfalten kann. Klara Köhlein, Michael Gruber (beide an der Geige) und Christian Reiser am Klavier überzeugten mit einem Walzer von D. Schostakowitsch, die Renaissance-Gruppe ließ „La Volta“ von M. Prätorius aufblühen. Und ein Trio aus Mate Pocsi (Klavier), Jakob Wasilesku (E-Bass) und Oskar Wasilesku (Schlagzeug) zauberte einen tollen Groove mit dem „Black Nocturne“ von P. Moerke aus dem Hut. Das Volksmusik nicht „tümlich“ sein muss, das führte eine kleine Akkordeongruppe vor. Da wird aus einem ganz gewöhnlichen Dreiertakt durch frech verschobene Akzente fast ein raffinierter Zwiefacher.

    Drei junge Sängerinnen sorgen im Stadttheater für Momente, die zu Herzen gehen

    Richtig fetzig und mit vollem Drive ging es bei den Auftritten des Popchors, der Popband, der Rockband und der Descartes Bigband zu. Letztere brachte das Publikum mit der Titelmelodie aus „James Bond“ in Fahrt. Im Sologesang waren Glanzpunkte dieses Konzerts zu hören, speziell das ausdrucksstarke „Numb Little Bug“ von Magdalena Blei. Aber auch die anderen Solostimmen wie Annika Brock, Luisa Stegmiller, Annika Steinheber, Annika Diezler, Paula Kerl oder Ellen Loschinski und Titus Schwesinger brachten viele im Zuhörerraum zum Mit-Swingen.

    Ein zu Herzen gehendes Event boten drei ganz junge Sängerinnen. Shaya de Klerk, Enna Kinteh und Elisa Wasilesku heimsten vielleicht den lautesten Applaus überhaupt ein. „Breaking Free“ hieß ihre Nummer. Wie sie das hingekriegt haben, das lässt für die nächsten Jahre noch viel Schönes erwarten.

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