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Ingolstadt: Riesiges Triebwerk an der THI: Lehre zum Anfassen

Ingolstadt

Riesiges Triebwerk an der THI: Lehre zum Anfassen

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    Ein beeindruckendes Lehrstück: Professor Ludwig König vor dem Flugtesttriebwerk im G-Gebäude der THI.
    Ein beeindruckendes Lehrstück: Professor Ludwig König vor dem Flugtesttriebwerk im G-Gebäude der THI. Foto: THI

    Wer das G-Gebäude der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) betritt, steht plötzlich vor einem Giganten: mehrere Tonnen Metall, Kabel, Schläuche – ein echtes Flugtesttriebwerk, kein Modell. Für viele Studierende ist es der Moment, in dem Theorie greifbar wird. Für Professor Ludwig König ist es etwas anderes: ein Stück gelebte Leidenschaft.

    Denn dieses Triebwerk ist mehr als ein Ausstellungsstück. Es steht für eine Entwicklung, die auf einem Bauernhof in der Oberpfalz begann. Schon als Kind hielt König lieber Werkzeug als Spielzeug in der Hand. Während andere draußen spielten, stand er mit Schraubenzieher und wachem Blick zwischen Unimogs und Traktoren. Der Vater: Landwirt, Sammler, Bastler. Die Werkstatt: ein Ort des Ausprobierens, Zerlegens und Verstehens.

    Das Triebwerk an der Technischen Hochschule Ingolstadt ist öffentlich zugänglich

    Diese Prägung wirkt bis heute nach. „Ein bisschen pedantisch zu sein, das hilft“, sagt er – und meint die Mischung aus Genauigkeit, Geduld und Hartnäckigkeit, die in der Luftfahrt unverzichtbar ist. Nach Realschule und Fachoberschule Technik beginnt er sein Maschinenbaustudium an der THI. Nach verschiedenen Stationen unter anderem in den USA kehrt König 2011 nach Ingolstadt zurück – als Professor, mit einer klaren Vorstellung davon, wie Lehre aussehen soll: anschaulich, greifbar, nah an der Praxis. „Man kann vieles erklären“, sagt er, „aber erst wenn man es sieht, versteht man wirklich, wie es funktioniert.“ Das Triebwerk im G-Gebäude ist Ausdruck genau dieser Haltung: ein Rolls-Royce Pearl 700, ein hochmodernes Vorserienflugtesttriebwerk, mehrere Tonnen schwer und ursprünglich für die Flugerprobung im Einsatz.

    Dass es heute in Ingolstadt steht, ist nicht selbstverständlich. Lange zweifelte König selbst, ob sich ein solches Projekt realisieren lässt. Die Konstruktion, die das Gewicht trägt, entwickelte und testete er auf seinem eigenen Bauernhof. Heute ist das Triebwerk fester Bestandteil des Studiums. Technik verliert ihre Abstraktion. „Man merkt sofort, wenn der Funke überspringt“, sagt König. „Wenn plötzlich Fragen kommen, wenn jemand tiefer einsteigen will.“

    Inzwischen ist es auch öffentlich zugänglich. Es zieht Besucher an und ist zu einem Identifikationspunkt für die Luftfahrttechnik an der THI geworden – ein Studienfeld, das sich in den vergangenen 15 Jahren dynamisch entwickelt hat und heute gefragter ist denn je. Wenn König darüber spricht, ist die Begeisterung spürbar. Sie überträgt sich auf Studierende und Kollegen. Und auch zu Hause: Sein Sohn Georg steht schon gerne mit dabei. „Der ist auch schon mittendrin“, sagt König. (AZ)

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