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Inklusive Jobmesse der Lebenshilfe Bayern Mitte: Der Weg zu einer fairen Chance

Ingolstadt

Inklusive Job- und Ausbildungsmesse der Lebenshilfe: Der Weg zu einer fairen Chance

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    Die Lebenshilfe Bayern Mitte betreibt Werkstätten in Ingolstadt, Neuburg und Gaimersheim und ist Arbeitgeber für rund 900 Menschen mit Beeinträchtigung. Die Messe fand in den Werkstätten am Ingolstädter Auwaldsee statt.
    Die Lebenshilfe Bayern Mitte betreibt Werkstätten in Ingolstadt, Neuburg und Gaimersheim und ist Arbeitgeber für rund 900 Menschen mit Beeinträchtigung. Die Messe fand in den Werkstätten am Ingolstädter Auwaldsee statt. Foto: Manfred Dittenhofer

    Josua Jäger hat zwei Probleme. Mit dem einen kann und muss er leben. Von Geburt an ist sein rechter Fuß verkürzt, sodass der Ingolstädter als Mensch mit Beeinträchtigung gilt. Nicht weiter tragisch, wäre da nicht sein zweites Problem. Nämlich das der Jobsuche. Seit Februar 2025 schreibt er monatlich Dutzende Bewerbungen – und erhält meist noch nicht mal eine Absage. Für viele der Firmen scheint dann das Wort Inklusion doch nur Lippenbekenntnis zu sein. Nicht so bei den Lebenshilfe-Werkstätten Bayern Mitte. In deren Gebäude am Auwaldsee fand am Donnerstag, in Kooperation mit der Stadt Ingolstadt und Sozialverbänden, eine inklusive Job- und Ausbildungsmesse statt.

    33 Firmen, Sozialverbände und beratende Institutionen gehören zum Netzwerk Inklusion

    33 Aussteller, darunter Firmen aus der Region, aber auch Sozialverbände und beratende Institutionen, richteten die Messe erstmals als Netzwerk Inklusion Region 10 aus. Ihr Ziel ist es, Menschen je nach ihren Fähigkeiten und Beeinträchtigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen, womit eine wirkliche Integration angestrebt wird. Firmen wie die Neuburger Milchwerke oder die Firma Gebrüder Peters in Ingolstadt haben die Gelegenheit mit einem Messestand genutzt. „Wir stellen gerne auch Menschen mit Einschränkungen ein“, erklärte Stefanie Wolff aus der Personalabteilung der Milchwerke. Selbst Ausbildungsberufe würden bei ihnen angeboten. Man richte sich dabei ganz nach den Interessen der Bewerber und deren Einschränkungen. Über die Lebenshilfe sei bereits einmal eine Mitarbeit in der Kantine zustande gekommen.

    Michael Bendig, Schwerbehindertenbeauftragte bei Gebrüder Peters, berichtete von einem gerade anlaufenden Projekt, bei dem es um die Integration von drei gehörlosen Mitarbeitern in den normalen Arbeitsbetrieb gehe. „Wir schulen und fördern sie, damit sie normale Tätigkeiten ausführen können.“ Wichtig sei es, die Bedürfnisse genau zu kennen und Schulungen entsprechend umzusetzen, wie beim Thema Arbeitsplatzsicherheit. Warnungen beim Staplerfahren, die von den Gehörlosen akustisch nicht wahrgenommen werden können, müssten also optisch umgesetzt werden.

    Gefragt, wieso sich manche Unternehmen davor scheuen, Menschen mit Beeinträchtigungen einzustellen, antwortete Tamara Kreitmeier, bei Gebrüder Peters fürs Recruiting zuständig, dass es für das Unternehmen kein Problem sei: „Die Kosten werden oft übernommen. Man muss einfach anfangen, sich damit zu beschäftigen.“ Diese Menschen seien eine Bereicherung. Kreitmeier berichtete, dass vor allem die Belegschaft sehr hinter den Projekten stehe. „Diese Menschen werden in den Abteilungen sehr gut aufgenommen. Unsere Mitarbeiter stellen sich auf diese Menschen ein.“ Es geht also doch, mit etwas gutem Willen.

    Josua Jäger hofft, dass die Unternehmen ihm zumindest auf seine Bewerbungen antworten

    Und Josua Jäger? Der hat viel Positives aus der Messe mit nach Hause genommen. „Ich habe ehemalige Schulkameraden getroffen und neue Kontakte knüpfen können.“ Und er ließ seine Bewerbungsunterlagen beim Bewerbungscheck überprüfen. Fazit dort: An seiner Bewerbung kann es nicht liegen, dass er keine Rückmeldungen erhält. „Angeblich muss man beeinträchtigte Menschen immer zu einem Vorstellungsgespräch einladen“, sinniert Josua Jäger, der solche Gespräche allerdings an einer Hand abzählen kann. Und das bei seinen bis zu 50 Bewerbungen pro Monat. Bis Februar 2025 hatte er übrigens einen Job, wurde aber nach der Probezeit nicht weiter beschäftigt. Begründung damals: Die Tätigkeiten seien für ihn zu belastend. „Dabei war die Ausbildung vorher viel anstrengender. Mir ist die Arbeit nicht belastend vorgekommen. Aber vielleicht meldet sich ja nun endlich mal einer auf meine Bewerbung zurück.“

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