Der demografische Wandel stellt auch die Jugendarbeit in den Vereinen vor neue Herausforderungen. Der Burgheimer Sportangelverein hat darauf bereits zu „besseren Zeiten“ in den Achtzigern reagiert. Alljährlich während der Pfingstferien veranstalten die Angler ein Jugendzeltlager am Mooser Weiher. Doch auch dabei „grätschte“ Corona dazwischen. Die damalige Vereinsführung verkaufte sogar das vereinseigene Zelt. Das Interesse der Jugendlichen am Verein sank deutlich.
Dies änderte sich, als vor drei Jahren Anton Pototzki und Benjamin Karmann die Vereinsführung übernahmen. Eine ihrer ersten Entscheidungen war der Kauf eines neuen Zeltes. Kamen zum ersten „Nach-Corona-Camp“ gerade mal fünf Nachwuchsangler, waren es ein Jahr später schon zehn und beim diesjährigen, kürzlich stattgefundenen, Camp stolze 19 Teilnehmer. Inzwischen zählt der 520 Mitglieder starke Verein auch 51 jugendliche Mitglieder. Vor drei Jahren waren es gerade mal sieben.
Junge Angler lernen nachhaltigen Fischfang
Am Mooser Weiher herrschte rege Betriebsamkeit. Zehn Betreuer bauten Zelte und eine mobile Küche für das einwöchige „Großereignis“ auf. Im Mittelpunkt standen die Fische und was einen fachgerechten Angelsport ausmacht. Die Youngsters lernten nicht nur, wie man die Tiere fängt. Hege, Pflege und Verwertung wurde in Theorie und Praxis vermittelt. Im Mooser Weiher gibt es in erster Linie Karpfen und Forellen. „Leider gibt es im Mooser Weiher auch ‚Sonnenbarsche‘“, bedauert Anton Pototzki. Diese „invasive Fischart“ ist hier nicht heimisch sondern kam über das Hochwasser in den Mooser Weiher. Dort vermehrte sich der zehn bis 15 Zentimeter große Fisch enorm. Alle gefangenen Exemplare wurden fachgerecht betäubt und getötet.
Angelwettbewerb krönt Dominik Karmann zum Sieger
Neben dem Angelsport lernten die Jugendlichen auch Gemeinschaftssinn. Das bedeutete vornehmlich, das Camp sauber in Schuss zu halten und sich am Spüldienst zu beteiligen. Weitere Abwechslung bot das Zielwerfen mit der Angelrute. Außerdem bekamen die Nachwuchsangler immer wieder Besuch. Die Schützenjugend zog es an den Mooser Weiher zu ihrem Sommerbiathlon mit dem Lichtgewehr. Die Feuerwehr übte eine „lange Leitung“ als Vorbeugung zu einem Waldbrand. Burgheims Bürgermeister Alexander Brot und der dritte Bürgermeister Peter Martin überzeugten sich ebenfalls von der Jugendarbeit. Peter Martin gewann 2007 einen Fischpokal beim damaligen Pfingstlager. Den spendete er diesmal. Weil die Gewinner keine Pokale mehr bekommen, sondern Sachpreise, ging die Trophäe an den fleißigsten Abspüler. Das war Johann Lenz aus der „Kellerwirtdynastie“. Den Angelwettbewerb gewann Dominik Karmann mit einem 4.466 Gramm schweren Spiegelkarpfen und 73 Sonnenbarschen.
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