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Karlshuld: Neue Ergebnisse: Deutlicher Moorschwund im Donaumoos

Karlshuld

Neue Ergebnisse: Deutlicher Moorschwund im Donaumoos

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    Das Donaumoos, hier bei der MOORuse-Fläche bei Lampertshofen, ist massiv bedroht. Wie sehr, das belegt die neue Höhenbefliegung des Niedermoores.
    Das Donaumoos, hier bei der MOORuse-Fläche bei Lampertshofen, ist massiv bedroht. Wie sehr, das belegt die neue Höhenbefliegung des Niedermoores. Foto: Foto-/Grafikvermerk: Donaumoos-Zweckverband

    Der Moorschwund im Donaumoos setzt sich fort. Das belegt eine neue Höhenbefliegung, die im März im Auftrag des Donaumoos-Zweckverbands stattgefunden hat. Die Ergebnisse zeigen laut Mitteilung des Verbands vor allem im Zentralmoos massive Verluste im Moorkörper – zum Teil über 20 Zentimeter in den vergangenen acht bis neun Jahren.

    Die Karte der neuen Höhenbefliegung des Donaumooses, hier ein Ausschnitt, zeigt stellenweise massive Verluste im Moorkörper.
    Die Karte der neuen Höhenbefliegung des Donaumooses, hier ein Ausschnitt, zeigt stellenweise massive Verluste im Moorkörper. Foto: Foto-/Grafikvermerk: Donaumoos-Zweckverband

    Die Vergleichsdaten stammen aus mehreren Befliegungen, die 2013 und 2014 stattgefunden hatten. Ebenso wie damals erfolgte die Messung auch diesmal im sogenannten Laserscan-Verfahren. Die von der Verbandsversammlung des Donaumoos-Zweckverbands beauftragte Firma BSF Swissphoto hat dazu zunächst mehrere Referenzpunkte am Boden festgelegt und vermessen und anschließend das Donaumoos bei geeigneten Witterungsverhältnissen mit einer Cessna abgeflogen.

    Eine detaillierte Auswertung ist laut Michael Hafner, Geschäftsführer des Donaumoos-Zweckverbands, zwar noch nicht erfolgt. „Fakt ist aber: Die Sackung ist weiterhin dramatisch“, betont er. Das sieht auch Neuburg-Schrobenhausens Landrat Peter von der Grün, zugleich Vorsitzender des Zweckverbands, so. „Die Ergebnisse der diesjährigen Höhenbefliegung zeigen im Vergleich zu den Daten von 2013 bis 2014 leider eindrucksvoll, dass wir in unseren Bemühungen im Donaumoos nicht nachlassen dürfen“, sagt er. Die Höhenverluste stehen seiner Meinung nach den Zielen des Landkreises und auch des Freistaats klar entgegen.

    „Daher begrüße ich das Engagement des Donaumoos-Zweckverbands und des neuen Donaumoos-Teams, diesem Schwund weiter mit aller Kraft entgegenzuwirken.“ Die Ergebnisse der Befliegung sollen nun Inhalt weiterer Untersuchungen sein. „Wir haben die Daten bereits verschiedenen Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt und um weitere Auswertungen gebeten“, erklärt Hafner. Gleichzeitig bittet er auch die Bevölkerung um Unterstützung. „Denn wir sind über jeden Hinweis zu Auffälligkeiten dankbar.“ Aus diesem Grund hat der Zweckverband eine hochauflösende Karte, welche die Ergebnisse der Befliegung mit denen von 2013 und 2014 vergleicht, auf seiner Internetseite veröffentlicht.

    Eine Karte zeigt, auf welchen Flächen im Donaumoos wie viel Moor verloren gegangen ist

    Die Höhenverluste sind sehr hoch aufgelöst mit einer Flurkarte dargestellt. Wer eine Erklärung oder auch konkrete Fragestellungen zu auffälligen Bereichen hat, kann sich gerne über die Kontaktmöglichkeiten auf der Webseite melden. Unter anderem eine bestimmte Art der Bewirtschaftung sowie lokale Grundwasser- und Bodenverhältnisse könnten kleinräumige Unterschiede erklären. Einige Auffälligkeiten sind bereits auf den ersten Blick festzustellen.

    Beispielsweise ist der 2018 renaturierte Bereich in der MOORuseVersuchsfläche bei Lampertshofen klar erkennbar, weil dort kaum noch Verluste am Moorkörper erkennbar sind. Bei Gewässern ist der Wasserstand zum Aufnahmezeitpunkt entscheidend, weshalb die Aussagekraft hier gering ist. Weniger Höhenverlust ist auch in den nördlichen Donaumoos-Bereichen zu erkennen, etwa bei Karlshuld. „Wo kaum noch oder gar kein Torf mehr vorhanden ist, fällt der Schwund natürlich geringer aus“, erklärt Michael Hafner.

    Die diesjährige Höhenbefliegung war bereits die dritte Untersuchung dieser Art. Vor den Erhebungen 2013/2014 durch die bayerische Vermessungsverwaltung hatte das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt im Jahr 1996 eine Laserscan-Befliegung in Auftrag gegeben. „Die Technik war damals aber bei Weitem nicht so genau wie heute und lässt nur sehr grobe Rückschlüsse zu“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Hafner. Die bisher vorliegenden Daten, darunter auch eine Moormächtigkeitskarte von 1978, waren zudem bereits 2019 in eine erste Moorschwundkarte eingeflossen. Für Hafner stellen derartige Untersuchungen ein wichtiges Werkzeug dar. „Denn dadurch haben wir ein Werkzeug zum Monitoring des Moorschwunds und bekommen Hinweise auf Problemstellen und Ursachen.“ Befliegungen in regelmäßigen Abständen seien daher sinnvoll.

    Höhenbefliegung im Donaumoos: Zeitpunkt hat sich wegen Wasserstand verschoben

    Dass zwischen dem Beschluss der Verbandsversammlung im Oktober 2021 und dem Flug im März rund fünf Monate lagen, hatte übrigens nicht allein mit Nebel zu tun. „Durch die Regenfälle aus dem vergangenen Jahr stand noch sehr viel Wasser in Teilflächen des Donaumooses“, so Hafner. Dieser Umstand hätte das Ergebnis dort verfälscht. Das gilt auch für Bodenauffüllungen, weshalb positive Änderungen insgesamt ausgeblendet sind. Denn einen natürlichen Torfaufbau gibt es im größten Niedermoor Süddeutschlands derzeit schlichtweg noch nicht.

    Die detaillierte Karte mit den Ergebnissen der diesjährigen Höhenbefliegung im Vergleich zu den Flügen von 2013 und 2014 gibt es auf der Internetseite des Donaumoos-Zweckverbands. (AZ)

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