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Karlshuld verbindet Generationen beim Schulfest mit Spielen und Geschichte.

Karlshuld

Brettspiele, Handwerk und Geschichte: Jubiläumsfest in Karlshuld verbindet Jung und Alt

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    Die Bühne im Pausenhof war Schauplatz von Tanzvorführungen und des Festaktes zum Auftakt.
    Die Bühne im Pausenhof war Schauplatz von Tanzvorführungen und des Festaktes zum Auftakt. Foto: Andrea Hammerl

    Unter dem Motto „Gemeinsam seit 60 Jahren“ feierte die Schulfamilie, um nicht zu sagen, ganz Karlshuld, das Jubiläum der Maurus-Gerle-Schule, die anno 1966 nach zweijähriger Bauzeit von 393 Schülern bezogen wurde. Heute sind es zwar nur zehn Schüler mehr, dennoch ist die Grund- und Hauptschule die größte Volksschule des Landkreises, wie Schulrätin Barbara Springwald am Rande des Schulfestes betonte.

    Beim Schuljubiläum in Karlshuld war überwiegend Mitmachen angesagt

    Überall verteilt in den Klassenzimmern, auf dem Pausenhof, in Schulküche und Werkraum sowie natürlich draußen auf der Bühne boten Schüler und Lehrer ein buntes Programm für Klein und Groß. Überwiegend war Mitmachen angesagt und dazu ließen sich die zahlreichen Besucher gerne animieren – ob es nun um Schlüsselanhänger basteln, Schmucksteine malen, Schultattoos, Buttons herstellen oder Brettspiele ging. Die hatten die ersten Klassen aufgebaut. Fast durchgängig waren mehr oder weniger alle Tische von Familien besetzt, die mit Begeisterung Halma, Mensch-ärgere-dich-nicht oder sonstige Brett- und Würfelspiele spielten. „Mir ist aufgefallen, dass viele Kinder diese traditionellen Spiele gar nicht mehr kennen“, erzählte Angela Wagner, Klassleiterin der 1a, wie sie auf die Idee gekommen war, der digitalen, einsameren Form des Spielens etwas entgegenzusetzen. Mit Erfolg, der Andrang überraschte sogar sie selbst. Einige ihrer Schüler kannten bereits von zuhause Brettspiele. „Das sind unsere kleinen Experten, die erklären und spielen jetzt mit denen, die die Spiele nicht kennen“, sagte sie. Auch in der Mittagsbetreuung der Karlshulder Schule werden Brettspiele gespielt, wie David erzählte. Der Siebenjährige brachte seiner Schwester Jana (6) Schachspielen bei, das er in der Mittagsbetreuung gelernt hatte.

    Begeistert spielten Kinder und Eltern traditionelle Brettspiele, die von den ersten Klassen angeboten wurden, unter anderem Schach, wie hier von David und Jana gespielt.
    Begeistert spielten Kinder und Eltern traditionelle Brettspiele, die von den ersten Klassen angeboten wurden, unter anderem Schach, wie hier von David und Jana gespielt. Foto: Andrea Hammerl

    Schulpflicht galt für alle derzeitigen Schüler. Dass auch Ehemalige sich blicken ließen, freute die Lehrer besonders. Bei Sabine Roll im Werkraum schauten gleich mehrere junge Männer „einfach mal vorbei“. Weil „es eine gute Schule war hier“, meinte Jakob (17), der jetzt Fertigungsmechaniker lernt. „Werken bei Frau Roll war am besten, wir haben viel mit Holz gemacht“, verriet Lukas (21). Was die Fachlehrerin gleich richtigstellte, denn neben Holz stehen Metall und Kunststoff genauso im Lehrplan. Für Lukas, mittlerweile fertiger Schreinergeselle, zählte vor allem Holz.

    Namensgeber Maurus Gerle war Hauptinitiator der Karlshulder Korbfabrik

    Auch der Namensgeber der Schule wurde gewürdigt. Die Pfadfinder und Lehrerin Monika Hammer stellten Pfarrer Maurus Gerle auf einer Infotafel vor, boten Schnitzeljagd und Körbchenbasteln an. Schließlich war Gerle anno 1894 Hauptinitiator der Karlshulder Korbfabrik, die armen Moosbewohnern um die Jahrhundertwende bis 1920 in Lohn und Brot brachte.

    Viel Spaß hatten die Kinder bei der Olympiade mit alten Kinderspielen – von Kegeln über Sackhüpfen, Ringe oder Büchsen werfen bis Eierlauf. Wer es ruhiger mochte, konnte bei den sechsten Klassen und den Lehrerinnen Verena Engl und Marion Wermuth 14 verschiedene Kräuter in selbstgebastelten Döschen erschnuppern und raten, sowie Hochbeet und Kräuterschnecke bewundern, die als Projekt reaktiviert und neu bepflanzt worden waren.

    Schulleiter Rainer Seefried begrüßte mit launiger Rede die Gäste und setzte abschließend das jüngste Kultusministerielle Schreiben sofort in die Tat um, indem er die Karlshulder Blaskapelle die Bayernhymne spielen ließ. Bürgermeister Michael Lederer blickte in die (Bau)geschichte der Schule zurück und würdigte sie als lebendigen Ort. Landrat Thomas Mack lobte das gute Miteinander mit den Kommunen und meinte, wenn es so wie in dem Lied der Schüler angeklungen „Gemeinsam“ weiterginge, sei ihm um die Zukunft der Schule nicht bang.

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