An der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) soll die Lehre in den kommenden Jahren noch stärker mit gesellschaftlichen Herausforderungen und konkreten Praxisprojekten verknüpft werden. Wie die KU mitteilt, erhält die Universität rund 3,4 Millionen Euro Fördermittel. Diese stammen von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre und wurden im Rahmen der Ausschreibung „Die Welt ist mein Campus“ vergeben.
Mit ihrem Projekt „Shaping Responsibility – Transformative Education for Active Citizens“ (SHARE) will die KU innovative Lehr- und Lernformate erproben, Studiengänge weiterentwickeln und Studierende noch gezielter an realen gesellschaftlichen Fragestellungen arbeiten lassen. Im Zentrum des Vorhabens steht die Gründung einer hochschulweiten „Academy for Social Responsibility & Transformative Education“. Sie soll als neue Plattform für gesellschaftsorientierte und fachübergreifende Lehre wirken. Lehrende werden bei der Entwicklung neuer Formate unterstützt und die Zusammenarbeit zwischen Fakultäten und externen Partnern gestärkt, heißt es seitens der KU. Im Sinne von akademischer Selbstreflexion gehört auch die Evaluation zur Aufgabe der Academy. Erfolgreiche Ansätze sollen schließlich auch für andere Hochschulen nutzbar gemacht werden – unter anderem durch offene Lehr- und Lernmaterialien, Fachveranstaltungen und bundesweite Vernetzungsangebote.
Zehn Studiengänger der KU Eichstätt-Ingolstadt beteiligen sich an dem Vorhaben
An dem fächerübergreifenden Vorhaben sind zum Start zehn Studiengänge beteiligt, unter anderem aus den Bereichen Data Science, Journalistik, Nachhaltigkeit und Ethik, Entrepreneurship, Bildungswissenschaften, Deutsch als Fremdsprache und Geographie. Die Studierenden sollen ihr Wissen künftig nicht nur in Seminaren erwerben, sondern es verstärkt in konkreten gesellschaftlichen Anwendungsfeldern einsetzen und reflektieren. Zugleich ist vorgesehen, Studentinnen und Studenten stärker an der Weiterentwicklung von Curricula, Lehrformaten und Bildungszielen zu beteiligen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Zusammenarbeit mit Kommunen, Unternehmen, kulturellen Einrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Reale gesellschaftliche Fragestellungen sollten damit stärker zum Ausgangspunkt universitärer Lern- und Forschungsprozesse werden, erklärt KU-Präsidentin Gabriele Gien. Sie sieht in der Förderung einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung der Universität. Ergänzt wird das Projekt durch neue Unterstützungsangebote für Lehrende, digitale Kooperationsplattformen und ein „Transformation Lab“ als neuen Lehr- und Lernort für innovative und interdisziplinäre Formate. Vizepräsident Klaus Meier verweist auf die besondere Rolle der KU im deutschen Hochschulsystem: „Als engagierte Universität verbindet die KU Lehre, Forschung und gesellschaftliche Verantwortung zukunftsweisend. Ich bin überzeugt, dass wir in der deutschen Universitätslandschaft damit eine Vorreiterrolle einnehmen“, so Meier.
Die Umsetzung des Projekts beginnt offiziell am 1. Juli und ist auf vier Jahre angelegt. Zunächst stehen Planung, Koordination und Abstimmung im Mittelpunkt. Anschließend folgt ein mehrstufiger Prozess zur Weiterentwicklung der beteiligten Studiengänge und zum Aufbau der Academy. Bei der Ausschreibung „Die Welt ist mein Campus“ waren nach Angaben der Stiftung Innovation in der Hochschullehre insgesamt 219 Anträgen eingereicht worden. Bundesweit wurden 29 Vorhaben für die Förderung ausgewählt. In Bayern ist die KU neben der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die einzige geförderte Universität; darüber hinaus erhielten die Hochschulen Augsburg und Nürnberg sowie die Hochschule für Musik in Nürnberg einen Zuschlag. (AZ)
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