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Die letzte Patrone der Sozialdemokratie: So lief die NR-Podiumsdiskussion für Werner Widuckel

Kommunalwahl 2026

Die letzte Patrone der Sozialdemokratie: So lief die NR-Podiumsdiskussion für Werner Widuckel

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    Werner Widuckel spielt bei der NR-Podiumsdiskussion seine langjährige Erfahrung in der Kreispolitik in die Karten.
    Werner Widuckel spielt bei der NR-Podiumsdiskussion seine langjährige Erfahrung in der Kreispolitik in die Karten. Foto: Germaine Nassal

    Es gab einen Moment in der Podiumsdiskussion der Landratskandidaten im Neuburger Kolpinghaus, in dem Werner Widuckel richtig angesäuert reagierte. Als der Kandidat der SPD bei seinem (überlangen) Schlussplädoyer davon erzählte, wie ihm immer wieder Menschen sagten, dass sie ihn zwar gerne wählen würden, er aber in der „falschen“ Partei sei, lachten einige im Publikum laut auf. „Ich finde das jetzt nicht lustig!“, grätschte der 67-Jährige rüde in die aufkeimende Heiterkeit.

    Schon viel zu lange hört der emeritierte Professor für Personalmanagement dieses trügerische Kompliment, doch unterm Strich springt für ihn und seine Partei nach wie vor wenig Zählbares dabei heraus. Der Satz nervt ihn sichtlich. Denn würde der Posten des Landrats in Neuburg-Schrobenhausen auf dem freien Stellenmarkt ausgeschrieben – er wäre wahrscheinlich der mit Abstand geeignetste Bewerber dafür, was selbst politische Gegner an diesem Donnerstagabend hinter vorgehaltener Hand kaum bestreiten.

    SPD-Kandidat Werner Widuckel punktet bei der NR-Podiumsdiskussion mit Erfahrung

    Nicht nur wegen seiner reichen Erfahrungen als ehemaliger Personalvorstand der Audi AG, sondern vor allem aufgrund seiner analytischen Denkweise und seines großen Wissens scheint er prädestiniert dafür, die Kreisbehörde am Platz der Deutschen Einheit in Neuburg zu führen. Nur wird der Landrat eben von der Bevölkerung gewählt. Und hier steht hinter dem Namen Widuckel als Parteienkürzel „SPD“ – seine Partei, die er trotz des steten Abwärtstrends auf Bundesebene nie verleugnen würde.

    Insofern versucht der Heavy-Metal-Fan („Ich liebe Led Zeppelin und ,Whole Lotta Love‘“) pausenlos den Spagat zwischen bekannten SPD-Werten und den Notwendigkeiten bayerischer Realpolitik. Damit schlüpft er zwangsläufig in seine inzwischen schicksalhafte Rolle als die letzte Patrone der Sozialdemokratie im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.

    Und die ist nach wie vor scharf, nimmt mit Bedacht Ziele ins Visier, sorgt den gesamten Abend über immer wieder für starken Applaus, nicht nur bei seinen Anhängern, vermeidet es aber, Mitbewerberinnen und -bewerber zu attackieren. Man merkt Widuckel an, dass er ein Miteinander der demokratischen Kräfte sucht, auch als Initiator des parteiübergreifenden „Bündnis für Demokratie“ im Kreis.

    Widuckel setzt sich für Donaumoos und Kreiskrankenhaus ein

    Obwohl der Karlskroner kränkelt, kann er mit überzeugenden Antworten punkten, etwa mit seiner Forderung, beim Schutz des Donaumooses nicht die Landwirtschaft gegen den Umweltschutz auszuspielen, den Ausbau der B 16 drei- statt vierspurig umzusetzen und stattdessen lieber den Burgwaldberg in Neuburg ins Visier zu nehmen, oder sein flammendes Plädoyer für das Schrobenhausener Kreiskrankenhaus (“Das ist ein Juwel!“). Zum Dauerstreit zwischen dem noch amtierenden Landrat Peter von der Grün und den Bürgermeistern, bei dem er als Vermittler agierte, nimmt Widuckel indes kein Blatt vor den Mund: „Wann ist das Vertrauen gestört? Wenn man feststellt, dass einer nicht die Wahrheit sagt!“

    Manchmal schlägt der Uni-Professor noch in ihm durch. Dann gerät der Kandidat ins Dozieren, packt jede Menge Informationen in seine Statements. Dennoch schafft es Werner Widuckel als erfahrener Wahlkämpfer, der bereits 2019 als Landrat kandidierte, alles auf einen pointierten Nenner zu bringen. Man nimmt ihm, dem „Preußen“ aus Salzgitter, ab, dass ihm „der Landkreis am Herzen liegt“. Er könne einen guten Beitrag für dessen Zukunft leisten, bietet er seine Dienste an. Widuckel: „Denn in der Kommunalpolitik kommt es nicht auf die Parteizugehörigkeit an, habe ich mir sagen lassen. Oder?“

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