Den verbalen Rahmen für das Baringer Mariensingen setzte Prälat Franz Kaspar mit lateinischen-deutschen Texten, die Maria Hallelujas boten, sie als „Domina angelorum“ bezeichneten und ihr ein „Salve regina“ widmeten. Karl Speth hatte trotz einer nervenaufreibenden Zitterpartie – die „Schutterzeiserl“ aus Buxheim fielen krankheitsbedingt kurzfristig aus – es nicht nur geschafft, die „Harrer-Mädels“, also Ingrid Harrer mit ihren beiden Töchtern aus Möckenlohe zu engagieren, sondern auch ein stimmiges Programm zusammenzustellen.
Im Baringer Münster reihte sich am Sonntag ein Marienlob an das nächste
Sowohl vokal als auch instrumental reihte sich ein Marienlob an das andere, vertraute Weisen waren genauso vertreten wie ungewohnte Melodien. Mit homogenem Klang, sonor und getragen trat der „Irlahüller Männerviergesang“ auf und brachte gut verständlich artikuliert, inbrünstig und sehr überzeugend seine Lobeshymnen dar.
Ein instrumental-vokales Kompaktpaket bot der „Familiengesang Alberter-Schneider“, der eindrucksvoll zeigte, was familiäre Hausmusik zu leisten vermag. Mit Blockflöte und Gesang waren da unter vier Erwachsenen zwei sehr junge Mädchen aktiv, die routiniert zum strahlend-empathischen und absolut überzeugenden Vortrag des Sextetts beitrugen. Ein Akkordeon brachte hierbei eine besondere Klangfarbe in die instrumentalen Vor- und Zwischenspiele.
Dem standen die spontan eingesprungenen „Harrer-Mädels“ in nichts nach. Mit klarer Stimmführung, Andacht und Spitzentönen im Sopran trug das Terzett anspruchsvolle Marienlieder in manch gewagter Harmonie vor und wusste selbstbewusst mit der perfekten Akustik des Baringer Münsters zu spielen. Zarte, fast sphärische Klänge produzierte das „Baringer Saitenklangduo“ auf Hackbrett und Zither. Es setzte tonale Tupfer in den Raum, begeisterte mit ausgefeilter Dynamik, harmonisierendem Klang. Ihre perfekt-perlende Instrumentalmusik war eine begeisternde Alternative zu den vokalen Klängen der anderen Gruppen.
Das Publikum machte sich von Maria gesegnet und behütet auf den Heimweg
Das Bläserensemble „Pro Blech“ agierte als Quartett mit zwei Posaunen und Trompeten und ließ auch eine Tuba zum Einsatz kommen. Es eröffnete das Konzert mit einer Fanfare, einem fröhlich-lockeren Ruf, setzte mit langem Atem ruhige Elogen ins Münster, die zu sattem Klang anwachsen konnten und raumfüllend die Zuhörer mitnahmen. Nach dem abschließenden „Segne du Maria“ entließen sie ein Publikum, das nicht nur selbst mitgesungen und entspannt genossen hatte, sondern sich von Maria gesegnet und behütet fühlte, als es sich auf den Heimweg machte.
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