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MGV Liederkranz Weichering feiert 100 Jahre Musiktradition

Weichering

100 Jahre Männergesangsverein Liederkranz Weichering

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    Sein 100-jähriges Bestehen feierte der MGV Liederkranz Weichering mit einem großen Festabend, zu dem der Chor selbst unter Leitung von Ludwig Helfer die meisten Lieder beitrug.
    Sein 100-jähriges Bestehen feierte der MGV Liederkranz Weichering mit einem großen Festabend, zu dem der Chor selbst unter Leitung von Ludwig Helfer die meisten Lieder beitrug. Foto: Andrea Hammerl

    Mit einem bunten Melodienstrauß beschenkten befreundete Chöre und nicht zuletzt der Männergesangsverein (MGV) Liederkranz Weichering sich selbst zum 100. Geburtstag. Das runde Jubiläum wurde am Samstag gebührend gefeiert – mit flotten Blasmusikklängen im Pfarrgarten, Festgottesdienst und einem großen Festabend im Gasthof Vogelsang.

    100 Jahre MGV Liederkranz lockt in Weichering viele Gäste an

    Als der Männergesangsverein am 15. November 1924 gegründet wurde, hieß sein Stammlokal noch Gasthof „Zum König“ nach dem Namen der damaligen Wirtsleute, den Vorfahren der heutigen Wirtin Christine Hammer. Die Vereinsgeschichte baute Sepp Bauer, alias Huat Sepp, der den Festabend moderierte, in kleinen Häppchen zwischen die Musikstücke ein. Das gehöre zu einem Jubiläum schließlich dazu, meinte er und gab dabei auch kleine Anekdoten preis. Die hatte später auch Ehrenvorsitzender Sepp Mack zu erzählen. Mit einem Begrüßungslied und dem eingängigen Volkslied „Kein schöner Land“ begrüßten die Jubilare ihre Gäste.

    Sepp Bauer, besser bekannt als Huat Sepp, moderierte den Abend. Sein Großvater Blasius Bauer war Gründungsvorsitzender des MGV Liederkranz Weichering.
    Sepp Bauer, besser bekannt als Huat Sepp, moderierte den Abend. Sein Großvater Blasius Bauer war Gründungsvorsitzender des MGV Liederkranz Weichering. Foto: Andrea Hammerl

    Ausführlich grüßte auch Vorsitzender Martin Meyer und warb für den Verein, der „mit 140 Mitgliedern zwar nicht allzu groß ist, dafür die allerschönsten Männer hat“. Er hofft auf Neuzugänge, denn die Einstiegshürde sei nicht hoch, es reiche ein Gewand und die eigene Stimme – im Gegensatz zur Blaskapelle, die noch ein Instrument erfordere. Meyer kennt beides, er ist in Personalunion Dirigent der vereinseigenen Blaskapelle, der Unterviertlmusi, die den offiziellen Teil mit der wunderschönen Polka „Böhmischer Diamant“ bereicherte.

    Landrat von der Grün würdigt MGV Liederkranz Weichering als kulturellen Pfeiler

    Erster musikalischer Gratulant war der Patenverein Frohsinn Karlskron. Sein breitgefächertes Repertoire bewies er mit dem Freimaurer-Lied „Brüder reicht die Hand zum Bunde“, dem sehnsüchtigen Hubert-von-Goisern-Song „Weit, weit weg“ und dem 70er-Jahre-Schlager „Die kleine Kneipe“. Eigentlich hatten die Paten ihrem Patenkind einen Notensatz schenken wollen, doch wurde ein Gutschein daraus, weil sich Geber und Beschenkte nicht auf ein Lied einigen konnten. „Für Noten, nicht für Bier“, lautete die Bedingung dazu. Und dass das Ergebnis beim nächsten Gausängertreffen zu hören sein soll.

    Während Gastgeber und Solist Hans Possehn mit „Das Gebet“ einen unter die Haut gehenden Ausflug in die geistliche Musik unternahmen, hatten die Kirchenchöre aus Weichering und Lichtenau unter Leitung von Martina Winter und Ulrike Landsberger fröhliche weltliche Lieder wie „Lollipop“ – hier mussten die Weicheringer gleich eine Zugabe zum Mitsingen geben – oder „Freut euch des Lebens“ mitgebracht. Wunderschön „Der Bajazzo“ vom Geburtstagskind, das auch mit „La Montanara“ und dem Trinklied „Ich weiß ein Fass“ begeisterte. Letzteres diente übrigens Schirmherr Thomas Mack als Gute-Nacht-Lied für seine Söhne, wenn er „LaLeLu“ satthatte. Er lobte die „super Kameradschaft“ im Liederkranz Weichering, in dem er quasi aufgewachsen sei. Landrat Peter von der Grün betonte, der MGV habe ein ganzes Jahrhundert lang mit Gesang, Zusammenhalt und einer ordentlichen Portion Tradition das kulturelle Leben in Gemeinde und Region bereichert.

    Festgottesdienst mit Predigt von Pfarrer Paul Igbo berührt die Zuhörer

    Den Festgottesdienst hatte der Jubelchor mitgestaltet und sich mit der berührenden „Waidlermesse“ in die Herzen der Kirchenbesucher gesungen. Auch Pfarrer Paul Igbos Predigt berührte die Zuhörer. Er hatte selbst mitten in seiner Predigt das Lied „Lobe den Herrn meine Seele“ angestimmt, bis alle Kirchenbesucher einstimmten.

    Singen bringe Menschen zusammen und helfe auch dort weiter, wo Worte fehlen, lautete seine Botschaft. Schließlich sei dem Menschen das Singen bereits in die Wiege gelegt, wie sich am vergnügten Lallen eines Säuglings, dem es gutgeht, ablesen lasse. „Schon lange habe ich keine so schöne Predigt mehr gehört“, sagte Bezirksrätin und Kreiskulturreferentin Martina Keßler später in ihrem Grußwort, in dem sie das Wirken des MGV als „Kultur- und Heimatpflege in ihrer schönsten Ausprägung“ würdigte.

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