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Mit der Flex: Grüner OB beseitigt schwierige Bordsteinkanten in Neuburg

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Kante gezeigt: Neuer OB sorgt mit der Flex für mehr Barrierefreiheit in Neuburg

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    OB Gerhard Schoder (rechts) hat nicht selbst Hand angelegt, aber damit begonnen sein Versprechen einzulösen: Er will Neuburg barrierefreier machen.
    OB Gerhard Schoder (rechts) hat nicht selbst Hand angelegt, aber damit begonnen sein Versprechen einzulösen: Er will Neuburg barrierefreier machen. Foto: Barbara Wild

    „Noch im Mai werde ich mit dem Bauhof zusammen durch die Stadt gehen und wir werden gemeinsam schwierige Bordsteinkanten abflexen.“ Dieses Versprechen hat Neuburgs Oberbürgermeister Gerhard Schoder (Grüne) kurz nach seinem Amtsantritt am 1. Mai gegeben. Seitdem sorgte diese Ankündigung in Neuburg für ordentlich Gesprächsstoff: Wird der neue OB tatsächlich selbst den Winkelschleifer schwingen, um lästige Stolperfallen zu beseitigen? Und geht das überhaupt so einfach? Am Freitagvormittag gab es die Antwort.

    Punkt 7.45 Uhr war die Ingolstädter Straßenbaufirma BGS am Karlsplatz angerückt. Die Problemstelle, die wohl seit Jahren Menschen im Rollstuhl, Radfahrern oder auch Eltern mit Kinderwagen zu schaffen macht, ist die Ecke direkt vor der Provinzialbibliothek. Dort ist der Bordstein an sich zwar abgesenkt, aber die Schlusssteine an den äußeren Übergängen zum normalen Niveau des Gehweges sind nach wie vor zu hoch. Das Kopfsteinpflaster hat sich teilweise abgesenkt. „Mit dem Rollstuhl hier drüber zukommen, ist einfach ein Kraftakt“, weiß OB Schoder aus eigener Erfahrung, wenn er mit seinem Schwiegervater Anton Sprenzel unterwegs ist.

    Grüner OB Gerhard Schoder verspricht mehr Barrierefreiheit: Er lässt Bordsteinkanten abflexen

    Es sind Stellen wie diese, die ihn zu dem Wahlversprechen hinreißen ließen, dass er die Gehwege „abflexen“ will. Natürlich könnte man den ganzen Bereich neu pflastern, die Steine in Ideallinie setzen. Das aber dauert Schoder zu lang und ist in seinen Augen auch gar nicht nötig. „Mein Ziel ist es, ein Problem zu beseitigen, ohne gleich eine städtische Baumaßnahme daraus zu machen.“ Für die einen sei es nur eine Bordsteinkante. Aber für Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, sei es eine wesentliche Verbesserung.

    Die frisch abgeschliffene Bordsteinkante vor der Provinzialbibliothek.
    Die frisch abgeschliffene Bordsteinkante vor der Provinzialbibliothek. Foto: Barbara Wild

    Knapp 20 Minuten hat ein einzelner Straßenarbeiter mit der Flex die Bordsteinkante abgeflacht. „Das war eigentlich schnell gemacht“, sagt der Arbeiter von BGS, der selbst in Neuburg wohnt. Er kennt selbst einige Stellen in Neuburg, die er gerne bearbeiten möchte.

    Fahrradfahrer können Stellen in Neuburg melden, die zu Hindernissen geworden sind

    Selbst Hand angelegt hat Schoder nicht, aber er möchte das Thema weiter vorantreiben. Über den Radl-Radar – eine digitale Meldemöglichkeit für Radfahrer im Stadtgebiet in Bezug auf Hürden im Alltag – seien schon viele Punkte auf die To-Do-Liste gekommen. Vor Ort werde individuell entschieden, wie das Problem beseitigt werden kann. „Wir müssen natürlich weiterhin die Vorgaben zur Straßensicherheit und zum Wasserabfluss einhalten“, betont Schoder, der sich auf die Beratung der Verwaltung stützt.

    Gut kam seine Idee, die Stadt barrierefreier zu machen, beim integrativen Kindergarten Inkita an. Dort ist man häufig mit Kindern unterwegs, die nicht so mobil sind. Die Verantwortlichen haben dem OB gleich eine symbolische Mini-Flex geschenkt und betont, wie wichtig ihnen das Thema ist. Sie werden in den kommenden Wochen mit Kreide im Stadtgebiet die Stellen markieren, die ihnen im Alltag Schwierigkeiten bereiten.

    Große Hürden gibt es am Bahnhof Neuburg

    Nicht nur an Übergängen zwischen Gehweg und Straßen sind Stolperfallen ein Problem. Gerade die fehlende Barrierefreiheit am Neuburger Bahnhof wird seit Jahren von verschiedenen Parteien angemahnt. Bisher allerdings ohne Erfolg. Zuletzt testete die ehemalige Stadträtin Sissy Schafferhans, wie man im Rollstuhl dort zurechtkommt und sich etwa ein Ticket am Automaten kaufen kann oder eben in den Zug kommt. Ihr Urteil: „Ohne Hilfe kommt man nicht in die Bahn. Das ist einfach untragbar und nicht mehr zeitgemäß“, sagt sie.

    Das Problem lösen müsste allerdings die Deutsche Bahn, der das Gelände am Gleis gehört. Das zu erreichen, ist – wie mehrfach berichtet – aufgrund fehlender Finanzierung und der geringen Bedeutung des Bahnhofs Neuburg im Schienennetz kaum möglich.

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