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Neuburg: Der „Silberdollar“ sucht einen neuen Pächter

Neuburg

Der „Silberdollar“ sucht einen neuen Pächter

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    Der „Silberdollar“, eine Kneipe und Spielhalle in der Neuburger Theresienstraße, sucht einen neuen Pächter.
    Der „Silberdollar“, eine Kneipe und Spielhalle in der Neuburger Theresienstraße, sucht einen neuen Pächter. Foto: Zidar

    Der „Silberdollar“ in der Neuburger Theresienstraße sucht einen neuen Pächter. Nach rund zehn Jahren hören die aktuellen Betreiber, eine 56-Jährige und ihr 69-jähriger Mann, in der Kneipe und Spielhalle auf. Sie blicken zurück auf eine ereignisreiche Zeit.

    Es seien harte Jahre gewesen, sagt die Wirtin, die lieber anonym bleiben möchte. An sieben Tagen in der Woche standen die Betreiber abwechselnd in ihrem Lokal, arbeiteten in der Regel von 9 Uhr morgens bis 3 Uhr nachts – unterbrochen durch eine Pause am Nachmittag. Aus Sicherheitsgründen übernahm die Frau die Schicht am Tag, ihr Mann die in der Nacht. Gemeinsame Zeit als Paar hätten sie kaum gehabt. „Wir haben uns oft nur beim Schichtwechsel gesehen“, sagt die 56-Jährige. Wollten sie sich mal freie Zeit freischaufeln oder gemeinsam in den Urlaub fahren, waren sie auf Aushilfen angewiesen, denen sie vertrauen können. Schließlich geht es – im Falle eines Gewinns an den Spielautomaten – um viel Geld, auch mal um mehrere Tausend Euro.

    "Silberdollar" in Neuburg sucht einen neuen Pächter

    Natürlich hatten sie auch mit Spielsüchtigen zu tun. So mancher Gast habe sich morgens um 9 vor einen Automaten gesetzt. Nachts um 3 habe man ihn mit Vehemenz rausschmeißen müssen, erzählt die Wirtin. Durch diverse Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren in Kraft traten, sei das Problem kleiner geworden – zumindest vor Ort. Natürlich gibt es viele Spieler, die mittlerweile online zocken, erst recht, nachdem in der Corona-Zeit die Lokale teilweise schließen mussten. Die Lockdown-Monate seien eine harte Zeit gewesen, die man nur überstand, weil der Verpächter ihnen unter die Arme griff, so die 56-Jährige.

    Zum 1. Juli ziehen sie und ihr Mann einen Schlussstrich. Zum einen aus gesundheitlichen Gründen. Zum anderen, weil die Wirtin ihre Eltern pflegen möchte. Sie freue sich, ohne ihren „Silberdollar“ wieder etwas mehr private Freiheiten zu genießen – doch sie gehe auch mit einem weinenden Auge. Gerade ihre Stammgäste, die zu guten Freunden wurden, werde sie vermissen. „Wir waren wie eine Familie, in der jeder dem anderen hilft.“

    Die Suche nach einem neuen Pächter läuft. Er brauche gute Nerven, müsse lustig sein – und vor allem brav zu ihren Stammkunden, sagt die Wirtin und lacht.

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