Eigentlich wäre er seit Sonntag mit Ministerpräsident Markus Söder bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort und in Saudi-Arabien wäre Staatssekretär Roland Weigert dann bis Donnerstag geblieben, um die bestehenden, guten Wirtschaftskontakte weiter zu pflegen. Daraus wurde allerdings nichts. Markus Söder befindet sich in Quarantäne, macht Corona bedingt Homeoffice. Die Reise wurde abgesagt, ob oder wann sie neu angesetzt wird, ist noch offen.
Roland Weigert war allerdings erst vor kurzem wieder einmal in Saudi Arabien und führte dabei eine Expertendelegation an. Es ging um die Themen Biotechnologie, Medizintechnik, Wasserstoff, aber auch allgemein um das dort schon bestehende Engagement bayerischer Firmen. Unter anderem besichtigte die Gruppe auf der Reise ein Bauprojekt der Saudi Bauer Foundation Contractors Ltd. in der Nähe von Riad. Die Tochterfirma der Schrobenhausener Bauer Spezialtiefbau GmbH ist am Bau der über 360 Quadratkilometer großen Freizeit- und Unterhaltungsstadt Qiddiya beteiligt. Seit Januar führt Bauer die Gründungsarbeiten für die Weltrekord-Achterbahn „Falcon’s Flight“ durch, die eine der über 300 Freizeitattraktionen des global bedeutenden Tourismusprojektes sein wird.
Die Firma Bauer errichtet in der Nähe von Riad Saudi-Arabien die Verankerung der künftig schnellsten Achterbahn der Welt
Der „Falcon’s Flight“ wird mit einer Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern, einer Länge von vier Kilometern und einem Höhenunterschied von 160 Metern neue Weltrekorde aufstellen. Für die sichere Verankerung der Achterbahn errichtet Bauer mit seinen Spezialtiefbaumaschinen über 3000 Bohrpfähle und Kleinbohrungen, die bis zu 37 Meter tief in den Wüstenboden und teilweise in Sandstein reichen. Rund 80 Mitarbeiter von Bauer sind an der Baustelle im Einsatz.
Qiddiya ist wie die Zukunftsstadt Neom oder das Luxusressort „Red Sea Project“ ein Infrastrukturprojekt der saudischen „Vision 2030“. Eingebettet in die spektakuläre Felsplateau-Landschaft 50 Kilometer westlich von Riad, entsteht auf einer Fläche zweieinhalb Mal so groß wie Disney World in Orlando ein Unterhaltungsareal der Superlative. Qiddiya will neue globale Standards im Bereich Unterhaltung, Sport und Kultur setzen. Attraktionen wie ein Formel-1-Kurs, ein Sportstadion, diverse Freizeitparks und ein Golfplatz sollen jedes Jahr Millionen in- und ausländischer Besucher anlocken.
Im Austausch mit hochrangigen Ministeriumsvertretern wurden bei dem Besuch auch Möglichkeiten zur Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen erörtert. (nr)