Schwierig zu fotografieren. Denn sein Gesicht ist fast immer dem Bösendorfer-Flügel zugewandt. Auch schwierig, den Fluss all der gespielten Noten in Titel zu ordnen, denn es gibt so gute wie keine Ansagen. Die Themen fliegen wild durcheinander, je nach Lust und Laune stanzt er wuchtige Blockakkorde in die Klaviatur oder pflügt alle Oktaven mit seinen spinnenartigen Fingern wie ein Sprinter um. Aber es ist erstaunlicherweise leicht, ihm und seinen Partnern zu folgen, am Ende kommen die zwei Stunden sogar in die Nähe eines erhebenden Glücksgefühls. Denn Joey Calderazzo war schon immer ein ganz Großer, bereits 1991, als er mit gerade mal 26 Jahren sein Debüt im Neuburger Birdland gab, und auch jetzt, wenn er als gereifter 60-iger in den Hofapothekenkeller zurückkehrt.
Neuburg
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