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Neuburg: Nach fast 20 Jahren: Deshalb hört die Neuburger Malschule „Chamäleon“ auf

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Nach fast 20 Jahren: Deshalb hört die Neuburger Malschule „Chamäleon“ auf

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    Bei der Schlüsselübergabe im Loiblhaus: Susanne Pohl, Ulli Lechner-Fertl und Peggy Puhl-Regler (von links).
    Bei der Schlüsselübergabe im Loiblhaus: Susanne Pohl, Ulli Lechner-Fertl und Peggy Puhl-Regler (von links). Foto: elisa

    Das Chamäleon sei alt geworden, sagt Ulli Lechner-Fertl. Nun sei es an der Zeit, in Rente zu gehen. Damit endet nach bald 20 Jahren das Tun und Wirken der Malschule „Chamäleon“ in Neuburg und Umgebung. Allerdings nicht ganz, wie sich zeigt.

    Begonnen hat sie damals ganz klein. Im Juli 2001 am Donaukai. Damals bestand das Team der Malschule noch aus fünf Köpfen, die in ihrer kleinen Werkstatt Kurse in der Malerei, aber auch für Theater, Trommeln und plastisches Gestalten anboten. Ulli Lechner-Fertl, die den Verein mitbegründet hat, erinnert sich: Damals sei die Kinderbuchreihe um „Ritter Rost“ mit seinen beiden Freuden, dem Burgfräulein Bö und dem Drachen Koks, so präsent gewesen. Mit den Kindern habe man natürlich die Burg nachgebaut und den Ritter gebastelt.

    Im Loiblhaus, war „Chamäleon“ zuletzt untergebracht.
    Im Loiblhaus, war „Chamäleon“ zuletzt untergebracht. Foto: elisa

    Später dann zog die Malschule in das ehemalige Metawellgebäude in der Grünauer Straße. Dort entstand zusammen mit den Kindern ein großes Zirkusprojekt, die Bühne: „Rocky Wool“. Ein Kasperltheater also mit Marionetten und Musik und Geschichten, die sich die Kleinen selbst ausdachten. Ein Elefant, der auf einem Seil balanciert, zum Beispiel. Und ein Clown, der Witze erzählt. „Das haben wir dann mit einer Aufführung abgeschlossen“, sagt Ulli Lechner-Fertl. Die Bühne existiert übrigens noch heute, vermacht wurde sie der Franziskus-Schule in Neuburg.

    Malschule im Loiblhaus in Neuburg verändert sich

    2011 dann siedelte „Chamäleon“ das letzte Mal um – hoch ins Loiblhaus in die Altstadt. Das Konzept aber hielt man bei, die Projekte für Erwachsene, vor allem aber für Kinder. Sie konnten drucken, malen, zeichnen, werkeln, spritzen, formen und ihren Geist entfalten.

    Was Ulli Lechner-Fertl in Erinnerung blieb, ist etwa die Zusammenarbeit mit dem Neuburger Nachsorgeverein „Elisa“. Das Angebot der Malschule richtete sich dabei an Geschwister, die gemeinsam experimentieren konnten. Gezeigt wurden diese Werke bei einer Ausstellung im Dezember 2019. „Das ist toll gewesen“, betont Ulli Lechner-Fertl, die sich freut, dass die Kinder und ihre Arbeit auf diese Weise wertgeschätzt wurden.

    In den Sommerferien arbeitete die Malschule seit 2005 zudem mit dem Kreisjugendring zusammen, um ein besonderes Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche der Region zu organisieren – man malte den Sommerblumenstrauß nach van Gogh, gestaltete Schmuck oder eine Unterwasserwelt.

    Eine Nachfolgerin für die Räume der Malschule gibt es bereits

    Nach fast 20 Jahren soll die Geschichte der Malschule nun enden. Es sei an der Zeit, sich zu verändern – auch für das Chamäleon, sagt Ulli Lechner-Fertl. „Wir haben die Malschule so benannt, weil das Tier seine Farbe ändern kann. Jetzt kann es farblich untertauchen.“ So wie die übrig gebliebenen drei Gründungsmitglieder – Ulli Lechner-Fertl, Peggy Puhl-Regler und Claudia Schuler. Sie wollen einige kreative Wege gehen. Im Loiblhaus seien Jüngere an der Reihe, die nächste Generation. Und die gibt es bereits.

    Susanne Pohl, die bereits zuvor mit ihrer „Druckwerkstatt“ in der Malschule angesessen war, übernimmt die Räume von „Chamäleon“. Schon im April soll dort, im Loiblhaus, der erste Kurs starten, wenn es die Corona-Situation erlaubt. Und der sei bereits ausgebucht, erzählt die Künstlerin, die für ihre Radierungen bekannt ist. Susanne Pohl hat viele Ideen für die Zukunft. Für Kooperationen, Kurse und die Kunst. Das aber ist Teil einer anderen Geschichte.

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