Franz Lunzner ist wieder on tour. Der 74-jährige Joshofener bricht jetzt mit seinem Traktor und angehängtem Bauwagen zu einer Europareise auf. Fünf Länder will er in zwei Wochen durchqueren: Frankreich, Holland, Belgien, Luxemburg und wieder zurück nach Deutschland.
Er übernachtet in seinem Bauwagen, will Freunde und viele Orte besuchen und ein bisschen zur deutsch-französischen Verständigung beitragen. „Ich freue mich auf spontane Begegnungen auf der Wegstrecke“, sagt der unternehmungslustige Rentner. Diese Reiseeskapaden gehörten halt zu seinen Lebensträumen, weiß Ehefrau Helga. Sie wünscht ihm gutes Gelingen, ist aber froh, „dass ich selbst nicht mitfahren muss.“
Mit einem Oldtimer-Traktor aus dem Jahr 1959 bis nach Frankreich
Der Oldtimer, Marke Fahr, Baujahr 1959, schnaufte gewaltig beim Anstieg an der Ortseinfahrt. Mit dem knallroten Gefährt, das das Kennzeichen ND-L-1951 trägt, ist er schon in vielen Orten aufgefallen. Ganz nach seinem Geschmack, bringt ihn das mit Leuten vor Ort ins Gespräch.
Seine „Tour de Franz“ bringt ihn dieses Mal Richtung Westen. In der Europagemeinde Schengen will er auf jeden Fall Station machen und über die Brücke zwischen Luxemburg und Deutschland fahren. Hier war 1985 von fünf EU-Ländern das Abkommen zum freien Grenzverkehr unterzeichnet worden. Auch in Elversberg, einem 13.000-Seelen-Ort im Saarland, will er stoppen und zum sensationellen Aufstieg in die erste Fußballbundesliga gratulieren.
Franz Lunzner besucht Mineralölwerk von Liqui Moly in Saarlouis
In Saarlouis steht eine Betriebsbesichtigung des Mineralölwerks von Liqui Moly an. Das Unternehmen sponsert seine Fahrt. Im niederländischen Maastricht bewegt er sich in der Heimat seines Lieblingsmusikers André Rieu. In Bitburg steht ein Besuch des Soldatenfriedhofs an, 1985 Ort eines Treffens von Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem US-Präsidenten Ronald Reagan. In Bingen am Rhein will der unternehmungslustige Franz Lunzner den neuen Wein probieren und einen befreundeten Winzer besuchen.
Mit seinem Traktor Marke Fahr, Baujahr 1959 und 25 PS, hat Franz Lunzner bereits einige abenteuerliche Fahrten hinter sich - zum Beispiel 1800 Kilometer zur Nordsee und wieder zurück. In Joshofen erfährt er dafür Respekt, „weil er sich etwas traut“. Er tuckert durch Europa, „weil es mir Spaß macht und weil ich gerne Menschen treffe.“
Dass er mit seinem alten Bulldog und einer Panne jederzeit stehen bleiben kann, ist ihm bewusst. Der ADAC hat ihm versichert, dass die Abschleppgarantie auch für Traktoren gelte.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren