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Neuburg: Suchen und präsentieren: Wie sich die Neuburger AZUBI-Messe gewandelt hat

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Suchen und präsentieren: Wie sich die Neuburger AZUBI-Messe gewandelt hat

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    Reges Treiben an allen Messeständen. Neu dabei war die Neuburger Firma Schulz. Frauen sitzen dort zwar noch nicht am Steuer der schweren Baumaschinen, aber in der Disposition und in der Bauleitung hat auch das weibliche Geschlecht bereits Fuß gefasst.
    Reges Treiben an allen Messeständen. Neu dabei war die Neuburger Firma Schulz. Frauen sitzen dort zwar noch nicht am Steuer der schweren Baumaschinen, aber in der Disposition und in der Bauleitung hat auch das weibliche Geschlecht bereits Fuß gefasst. Foto: Manfred Dittenhofer

    Samstag kurz nach Neun. Die Parkhalle ist gerammelt voll. So manche Jugendliche schlafen zu der Zeit meist noch. An diesem Samstag im Oktober aber scheinen sie alle zur AZUBI-Messe gekommen zu sein. Die 64 Messestände sind umringt von jungen Menschen. Viele von ihnen sind zusammen mit ihren Eltern unterwegs. Auch die 16. Ausgabe der Neuburger Ausbildungsmesse hält, was sie verspricht: Sie ist Mittler zwischen Ausbildungsstelle und zukünftigen Auszubildenden. Ein Türöffner der ganz besonderen Art.

    Magdalena Golling ist überrascht, wie viele Ausbildungsrichtungen bei der AZUBI-Messe vorgestellt wurden, von denen sie noch nie gehört hat. Die Burgheimerin, die gerade die neunte Klasse der Realschule in Rain am Lech besucht, könnte theoretische zwischen 148 Ausbildungsberufen wählen. Besucht sie anschließend die FOS, stünden ihr auch noch 45 unterschiedliche Studienrichtungen offen, meist dual von den Betrieben angeboten. Magdalena Golling ist mit ihrer Mutter Sabine Golling in der Neuburger Parkhalle unterwegs. Die beiden informieren sich eingehend. Und, ein wichtiges Merkmal der AZUBI, sie stoßen Türen auf. Türen zu Unternehmen. Hier ein Schülerpraktikum, dort eine Schnupperlehre. Magdalena Golling stellt sich eine Ausbildung zur Bürokauffrau vor. Von der Messe wird sie einige Ansprechpartner und deren Kontaktdaten mitnehmen.

    AZUBI-Messe in Neuburg: Parkhalle ist gerammelt voll

    Wie ungleich der Ausbildungsmarkt zur Zeit strukturiert ist, zeigt die Situation in den einzelnen Branchen. Zum Beispiel die Sparkasse Neuburg-Rain. Eigentlich dürfe Ausbildungsleiter Martin Neumair es gar nicht sagen, aber die Ausbildungsplätze mit Beginn 2023 sind bereits vergeben. „Wir hatten schon schlechtere Zeiten.“ Die Anzahl der Bewerbungen würden wieder mehr. Neumair sieht die Krisensituation als einen wichtigen Faktor. Ein sicherer Arbeitsplatz sei dann umso wichtiger. Vor Polizei, Bundeswehr und Zoll drängen sich die jungen Menschen. Ein Indiz dafür, dass für dieses Argument spricht – der Staat als sicherer Arbeitgeber.

    Und auch die Agentur für Arbeit bestätigt: In Zeiten, wie wir sie gerade durchleben, ist ein sicherer Job wichtiger denn je. Natürlich ist die Agentur für Arbeit ebenfalls auf der AZUBI vertreten – und zwar gleich in einer Doppelrolle. Sie hilft jungen Leuten nicht nur bei der Suche einer Ausbildungsstelle. Sie bildet auch selbst aus. Berufsberater Bernhard Kremmer stellte zahlreichen Interessierten den Weg zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen vor. Daneben gebe es auch duale Studiengänge, zum Beispiel das Studium Arbeitsmarktmanagement. Kremmer bestätigt die ungleiche Verteilung der Nachfrage der Auszubildenden in den unterschiedlichen Branchen. Gott sei Dank sei wohl die Zeit vorbei, in der nur das Studium zählte. Das aber sei sicherlich nicht für jeden der beste Weg.

    AZUBI-Messe in Neuburg hat sich gewandelt

    Handwerksbetriebe haben fast schon traditionell Probleme, Auszubildende zu finden. Obwohl? Fragt man in einer vermeintlich typischen Krisenbranche nach, wird man vom Gegenteil überzeugt. Maximilian Schlegl von der gleichnamigen Neuburger Bäckerei hat momentan 15 Azubis. Und damit machen die Auszubildenden etwa zwölf Prozent seiner Belegschaft aus. Schlegl hat keine Probleme, Azubis zu finden. Und da ein allgemeiner Fachkräftemangel herrscht, bildet er mit dem Ziel aus, dass ihm die Gesellinnen und Gesellen auch nach ihrer Ausbildung erhalten bleiben. Kirsti Eiffländer ist eine von ihnen. Sie hat gerade eine Ausbildung zur Konditorin in der Bäckerei Schlegl begonnen. Morgens um fünf geht es los. Aber alles halb so schlimm. „Ich habe schon immer gerne gebacken.“ Das Arbeitsklima sei genauso toll wie die Kollegen. Und damit kommt auch gleich das Wichtigste bei der Berufswahl zum Vorschein: Spaß soll die Tätigkeit machen.

    Das bestätigt auch Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, der sich den Rundgang über die Messe nicht nehmen ließ, obwohl er ja nicht unbedingt eine andere Tätigkeit sucht. „Die Messe wandelt sich genauso wie der Arbeitsmarkt. Hatten wir früher eine Suchmesse für junge Leute, so ist die AZUBI heute eine Präsentationsmesse für die Ausbildungsstätten.“ Wie lange das so bleibe, ob und wann es sich ändere, könne keiner sagen. Aber, so der OB, das könne ganz schnell gehen.

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