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Neuburgs „Jugend forscht“: Hochwasserschutz, Computerspiele und ein Umweltschutz-Roboter

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Neuburgs „Jugend forscht“: Hochwasserschutz, Computerspiele und ein Umweltschutz-Roboter

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    Jugend forscht Collage.
    Jugend forscht Collage. Foto: Bildercombo: Paul Pfaffel Fotos: S. Schnell, A. Müller, M. Helldobler, Christian Hainzinger-Königseder

    Tüfteln, testen, programmieren, ausprobieren: Beim diesjährigen Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Ingolstadt zeigen Schülerinnen und Schüler aus Neuburg, wie viel Neugier, Kreativität und Innovationsgabe in ihnen und ihren Projekten steckt. Vom selbst programmierten Computerspiel über nachhaltiges Besteck bis hin zu Umwelt- und Klimafragen reichen die vielen verschiedenen Themen und Ideen. Die Neuburger Rundschau stellt die Projekte vom Descartes-Gymnasium, der Maria-Ward-Realschule und der FOS/BOS Neuburg vor.

    Der Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ findet am Mittwoch und Donnerstag an der Technische Hochschule Ingolstadt statt. Unter dem Motto „Maximale Perspektive“ präsentieren junge Forscherinnen und Forscher aus der Region ihre Projekte aus unterschiedlichen Fachbereichen. Das Event wird in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal von der THI ausgerichtet. Am Donnerstag, 12. Februar, ist die Ausstellung von 10 bis 14 Uhr auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

    Maria-Ward-Realschule Neuburg: Forschen für Umwelt und Zukunft

    Biokunststoff aus Stärke und Essig: Kann man aus einfachen Zutaten wie Stärke und Essig Teller und Besteck herstellen? Dieser Frage ging die 5.-Klässlerin Laura Schnell nach. Ziel ihres Projekts war es, einen nachhaltigen Biokunststoff herzustellen. Dafür experimentierte die Schülerin aus der Klasse 5a mit Kartoffel-, Reis- und Tapiokastärke und testete verschiedene Mischungsverhältnisse. So fand sie heraus, welche Kombinationen von Stärke besonders stabil und alltagstauglich sind. Stärke gehört demnach nicht nur auf den Teller, sondern auch in den Teller.

    Laura Schnell aus der Klasse 5a der Maria-Ward-Realschule untersucht, wie sich aus Stärke und Essig ein nachhaltiger Biokunststoff für Teller und Besteck herstellen lässt.
    Laura Schnell aus der Klasse 5a der Maria-Ward-Realschule untersucht, wie sich aus Stärke und Essig ein nachhaltiger Biokunststoff für Teller und Besteck herstellen lässt. Foto: S. Schnell

    Kann der Auenwald selbst vor Hochwasser schützen? Wie lässt sich Hochwasser besser eindämmen – mit Beton und Stahl oder mit natürlichen Lösungen? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich Jana Müller und Lotta Petter aus der 9. Klasse der Maria-Ward-Realschule Neuburg. Die beiden untersuchten den Auenwald entlang der Donau als mögliche natürliche Alternative zu technischen Hochwasserschutzanlagen. Mit einem eigenen Modell und genauen Bodenexperimenten bewiesen sie, dass lockerer Auenwaldboden deutlich mehr Wasser speichern kann als künstlich verdichteter Ackerboden.

    Jana Müller und Lotta Petter zeigen mit ihrem Modell, wie ein Auenwald entlang der Donau als natürlicher Schutz vor Hochwasser wirken kann.
    Jana Müller und Lotta Petter zeigen mit ihrem Modell, wie ein Auenwald entlang der Donau als natürlicher Schutz vor Hochwasser wirken kann. Foto: A. Müller

    Descartes-Gymnasium Neuburg: Junge Forscher aus der sechsten Klasse

    Mit zwei verschiedenen Projekten treten Sechstklässler des Descartes-Gymnasiums beim Wettbewerb „Jugend forscht junior“ an. Sie beschäftigen sich mit Programmierung, Spieledesign und technischen Experimenten.

    „Pico-Adventure“ – ein selbst entwickeltes Computerspiel: Wie funktionieren eigentlich Computerspiele? Dieser Frage gingen drei Sechstklässler des Descartes-Gymnasiums nach – Niklas Habersetzer, Islam Aish und Jacob Ufelle entwickelten ihr eigenes Computerspiel. In der Programmiersprache Scratch programmierten sie das Game „Pico-Adventure“, in dem ein kleiner Käfer durch mehrere Level gesteuert wird. Ziel ist es, Münzen zu sammeln und Monstern auszuweichen. Die erspielten Münzen lassen sich gegen neue Designs eintauschen. Besonders eindrucksvoll: Nicht nur die Spielidee, sondern auch alle Grafiken entstanden in Eigenarbeit der Sechstklässler.

    Islam Aish, Jacob Ufelle und Niklas Habersetzer entwickelten mit „Pico-Adventure“ ein eigenes Computerspiel und programmierten Figuren und Grafiken selbst.
    Islam Aish, Jacob Ufelle und Niklas Habersetzer entwickelten mit „Pico-Adventure“ ein eigenes Computerspiel und programmierten Figuren und Grafiken selbst. Foto: M. Helldobler

    Wie steil darf die Steigung einer Zugstrecke sein? In seiner Freizeit baut Vincent Schnepf große Lego-Eisenbahnanlagen. Dabei stellte der Schüler des Descartes-Gymnasiums fest, dass sein elektrischer Lego-Zug manche Steigungen nicht immer zuverlässig bewältigt. Gemeinsam mit seinem Mitschüler Jakob Bücherl entwickelte der Sechstklässler eine verstellbare Teststrecke aus 3D-gedruckten Schienen und führte systematische Versuche mit dem Lego-Zug durch. Außerdem untersuchten die beiden, ob Haarspray auf den Schienen die Haftung verbessern und so den steilen Weg für den Zug erleichtern kann.

    Vincent Schnepf und testet mit einer verstellbaren Strecke, wie steil eine Lego-Modelleisenbahn sein darf, damit der Zug sicher fährt.
    Vincent Schnepf und testet mit einer verstellbaren Strecke, wie steil eine Lego-Modelleisenbahn sein darf, damit der Zug sicher fährt. Foto: M. Helldobler

    FOS/BOS Neuburg: So viele Projekte wie nie zuvor

    Mit fünf Projekten und sieben Teilnehmenden ist die Fach- und Berufsoberschule Neuburg beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ so stark vertreten wie noch nie zuvor. Schülerinnen und Schüler der 12. und 13. Jahrgangsstufen beschäftigen sich mit vielseitigen Fragestellungen aus den Bereichen Technik, Umwelt, Biologie und Chemie. Betreut werden sie von der Chemikerin Cornelia Euringer-Klose und dem Elektroniker Alfred Hugl.

    Die Schülerinnen und Schüler der FOS/BOS Neuburg präsentieren gleich fünf Projekte beim Regionalwettbewerb in Ingolstadt – von KI-Robotik über Klimaforschung bis hin zu Untersuchungen zu Kunststoffen und Umweltbelastung.
    Die Schülerinnen und Schüler der FOS/BOS Neuburg präsentieren gleich fünf Projekte beim Regionalwettbewerb in Ingolstadt – von KI-Robotik über Klimaforschung bis hin zu Untersuchungen zu Kunststoffen und Umweltbelastung. Foto: Christian Hainzinger-Königseder

    Ein Roboter im Kampf gegen Umweltverschmutzung: Im Fachbereich Technik entwickelte Ewgenij Kiselev einen autonomen, KI-gesteuerten Roboter, der Zigarettenstummel erkennt und selbstständig einsammelt. Mithilfe von Bilderkennung, mathematischen Berechnungen und Greiftechnik zeigt das System, welches Potenzial künstliche Intelligenz für den Umweltschutz haben kann – in ganz alltäglichen Aufgaben.

    Wenn Pflanzen Städte abkühlen: Katja Katzki hingegen untersuchte den Einfluss von Sonneneinstrahlung und Fassadenbegrünung auf städtische Temperaturen. Ihre Ergebnisse belegen, dass begrünte Flächen durch Verschattung und Verdunstung den Wärmeinseleffekt deutlich mindern und gesundheitliche Belastungen reduzieren können – ein weiterer Beleg, für die dringliche Notwendigkeit von Grünflächen in Städten.

    Was Amselnester über Plastik verraten: Sebastian Riesinger untersuchte Amselnester auf Kunststoffanteile – und machte die distinktive Unterscheidung zwischen Nestern aus der Stadt und aus dem Landbereich. Zwar überwogen in beiden Fällen die natürlichen Materialien, dennoch enthielten nahezu alle untersuchten Nester Rückstände von Plastikresten. Besonders bei jenen aus den Städten war der Anteil deutlich erhöht. Riesingers Forschung zeigt, dass sich Nester als Bioindikatoren für Umweltbelastung eignen – also als Anhaltspunkte für steigende Umweltverschmutzung dienen können.

    Natürlicher Sonnenschutz auf dem Schulhof: Franziska Stöckl, Niklas Mayr und Alexander Scholz gingen stattdessen der Frage nach, wie wirksam Bäume auf Schulhöfen vor Hitze und UV-Strahlung schützen. Ihre Untersuchungen zeigen, dass Bäume die Temperatur senken, die Luftfeuchtigkeit erhöhen und künstlicher Beschattung deutlich überlegen sind – ein weiterer Punktsieg für die Natur.

    Wie nachhaltig sind kompostierbare Kunststoffe wirklich? Im Fachbereich Chemie beschäftigte sich Ilka Schade mit dem Abbau kompostierbarer Kunststoffe. Dabei zeigte sich, dass deren Nachhaltigkeit stark von den jeweiligen Kompostierungsbedingungen abhängt, da die Materialien unterschiedlich schnell zerfallen und dabei klimarelevante Gase freisetzen. Kunststoff ist also nicht gleich Kunststoff.

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