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Oberhausen/Wemding: Wallfahrt nach Wemding: Kraft schöpfen auf 40 Kilometern

Oberhausen/Wemding

Wallfahrt nach Wemding: Kraft schöpfen auf 40 Kilometern

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    An der Spitze des Oberhausener Pilgerzuges marschierte die Jugend. Hier biegen die jungen Leute zum Rastplatz nach Lommersheim ein. 
    An der Spitze des Oberhausener Pilgerzuges marschierte die Jugend. Hier biegen die jungen Leute zum Rastplatz nach Lommersheim ein.  Foto: Peter Maier

    „Um halb eins war die Nacht vorbei“, meinte Wolfgang Scheurer beim Aufbau der zweiten Raststation der Oberhausener Wemding-Wallfahrt im Wald vor Lommersheim. Zu diesem Zeitpunkt standen die Zeiger auf 9 Uhr. Kurz nach Mitternacht begann für ihn das gleiche Prozedere wie seit 35 Jahren. Mit seinem sechsköpfigen Auf- und Abbautrupp setzt Wolfgang Scheurer das Bibelwort aus der Brotvermehrung „Lasset die Leute sich lagern“ ganz praktisch um. Denn wenn die Wallfahrer die Rastplätze in Daiting und vor Lommersheim erreichen, ist der Tisch praktisch gedeckt. Tische, Bänke und Essensstände sind aufgebaut, die Verpflegung kann nahtlos ausgegeben werden und die Pilger können ihre verdiente Pause genießen.

    Bevor es allerdings so weit war, stand ihnen eine sportliche Aufgabe bevor. Auch sie starteten im Dunkeln an der Bertoldsheimer Staustufe und machten sich singend und betend über die Juraausläufer auf den 40 Kilometer langen Weg zur Gnadenbasilika Maria Brünnlein in Wemding. Getreu dem Motto sollten sie dabei „Kraft schöpfen“. Das Wetter jedenfalls meinte es gut mit ihnen. Zu den idealen Temperaturen kam noch ein fantastischer Blick gen Osten auf Morgenröte und Sonnenaufgang.

    Pünktlich erreichte der Zug das Daitinger Sportheim zur ersten Rast. Daiting ist auch ein beliebter Treffpunkt, um sich den Wallfahrern anzuschließen. Gestärkt zogen die Wallfahrer weiter in Richtung Westen. In Fünfstetten angekommen, schlug die „Dreiviertelstunde der Jugend“. Anna Pettmesser, Judith Scheurer und Sonja Speer trugen besinnliche Texte zu den Themen Freundeskreis, Partnerschaft und Einbringen in die Gemeinschaft vor.

    Auch in Sachen Verpflegung war die Oberhausener Wallfahrt wieder bestens organisiert.
    Auch in Sachen Verpflegung war die Oberhausener Wallfahrt wieder bestens organisiert. Foto: Peter Maier

    Der Weg zur zweiten Rast vor Lommersheim war schnell zurückgelegt. Es wartete nicht nur der „gedeckte Tisch“, sondern für Mitorganisator Manfred Pettmesser ist Lommersheim auch der Ort, um Bilanz zu ziehen und von den Wallfahrern ein „Feedback“ einzuholen. „Wir haben heuer erstmals eine Homepage eingerichtet“, stellte Manfred Pettmesser die wichtigste Neuerung vor. Auf www.wemding-wallfahrt.de kann man alle Informationen abrufen, sich anmelden und im Nachgang Fotos von der Wallfahrt anschauen. „Die Hälfte der rund 300 Pilger hat sich diesmal schon online angemeldet“, sieht sich Manfred Pettmesser mit dieser Entscheidung bestätigt.

    Seit Corona weniger Teilnehmer bei der Oberhausener Wallfahrt

    An der Oberhausener Wallfahrt nahmen schon doppelt so viele Wallfahrer teil, doch die Corona-Zwangspause hinterlässt ihre Spuren bis heute. Investiert haben die Wallfahrt-Organisatoren in ein neues Akkusystem bei den fahrenden Lautsprecheranlagen. Die technikaffinen Pilger Jakob Schimmel und Simon Seitle haben dabei ganze Arbeit geleistet. Zudem ist Simon Seitle der lebende Beweis, dass die Oberhausener Wallfahrt nicht nur bistums-, sondern auch konfessionsübergreifend ist. „Simon ist evangelisch, trägt aber trotzdem eine Marienfahne“, freute sich Manfred Pettmesser.

    Neupilgerin Peggy Herrle war vor allem von der Jugendeinlage begeistert. „Eine Zwei-Kilometer-Wallfahrt mit Kindergottesdienst würde mit sehr gefallen“, regte die Pilgernovizin an. Ihr Gatte Bernd hatte zuletzt vor 35 Jahren an einer Wallfahrt teilgenommen und begleitete nun seine Frau nach Wemding. Die Sparkasse Neuburg-Rain und die Raiffeisenbank Ehekirchen-Oberhausen unterstützten die Wallfahrt mit großzügigen Spenden. „Ohne diese könnten wir die Wallfahrt finanziell nicht schultern“, bekennt Manfred Pettmesser. Grund dafür ist, dass ein „Polster“ für eine ausgefallene Wallfahrt nötig ist. Davon wurden 47 inzwischen durchgeführt, lediglich zwei fielen wegen Corona aus.

    Am Brünnlein hinter dem Gnadenalter füllten die Gläubigen ihre Gefäße mit Weihwasser ab.
    Am Brünnlein hinter dem Gnadenalter füllten die Gläubigen ihre Gefäße mit Weihwasser ab. Foto: Peter Maier

    In Wemding angekommen, empfingen Wallfahrtsrektor Norbert Traub, Oberhausens Pfarrer Serge Senzedi und die Oberhausener Ministranten die Pilger. Bei der Begrüßung in der Gnadenbasilika Maria Brünnlein meinte Norbert Traub zu seinem Amtsbruder: „Welch brave Gläubige hast du, man kann fast neidisch werden!“ Kraft schöpfen, wie das Motto hieß, sei die ideale Vorbereitung auf das „Heilige Jahr 2025“. Pfarrer Serge Senzedi ging in seiner Predigt darauf ein, wie man während der Wallfahrt diese Kraft schöpfen könne. 

    Nach der Wallfahrermesse drängten zahlreiche Gläubige zum „Brünnlein“, um die mitgebrachten Gefäße mit Weihwasser zu füllen.

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