Rechtsextreme im Fokus: Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch rund 50 Objekte in zwölf deutschen Bundesländern durchsuchen lassen. Die Maßnahmen richteten sich gegen 36 Personen, die Mitglieder rechtsextremer krimineller Jugendorganisationen sein sollen. Unter den Beschuldigten ist auch ein 18-Jähriger aus dem Landkreis Eichstätt, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft auf Nachfrage mitteilt. Außer in Bayern wurde die Razzia in Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein durchgeführt.
Den Beschuldigten wird aber nicht nur die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Den meisten Beschuldigten wird darüber hinaus „Rädelsführerschaft“ zur Last gelegt. Gegen acht Beschuldigte wird auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft, die ihren Sitz in Karlsruhe hat. Auf den Eichstätter sollen alle Vorwürfe zutreffen: Mitgliedschaft, Rädelsführerschaft und Körperverletzung, sagt die Sprecherin.
Razzia bei mutmaßlichem Rechtsextremen im Landkreis Eichstätt: 18-Jähriger unter Verdacht
Laut Bundesanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten „herausgehobene Mitglieder“ der rechtsextremistischen Vereinigungen „Jung & Stark“ (JS) oder „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) sind. Diese Gruppierungen existieren seit Mitte 2024, so die Bundesanwaltschaft. Der Eichstätter soll der Organisation „Deutsche Jugend Voran“ angehören, erklärt die Sprecherin. Die DJV trete auch unter dem Namen „Neue Deutsche Welle“ (NDW) auf. Die JS und die DJV seien bundesweit organisiert und unterhalten in den Ländern Regionalgruppen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Ihre Mitglieder vernetzen sich sowohl über soziale Medien als auch durch regelmäßige Treffen. Dabei werde zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen. Einige Beschuldigte sollen Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon, gibt die Bundesanwaltschaft an.
„Festnahmen sind nicht erfolgt“, sagt die Sprecherin. Die Durchsuchungen dienten dazu, die bestehenden Verdachtsmomente aufzuklären. Man habe Beweismittel gesucht, erklärt die Sprecherin. Was genau, will sie nicht sagen. Da sich die Vorwürfe aber auf die sozialen Medien beziehen, liegt nahe, dass es sich zum Beispiel um Smartphones oder Computer handelt.
Für die Maßnahmen, die laut Pressesprecherin am Mittwoch noch beendet wurden, waren über 600 Polizeikräfte des Bundes und der beteiligten Länder im Einsatz. Nun gelte es, die sichergestellten Beweismittel auszuwerten, so die Sprecherin.
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