Mark French hat während seiner langen Eishockey-Karriere bislang schon eine ganze Menge erlebt – sei es sportlich, aber auch privat. Am vergangenen Montag machte der Kanadier jedoch eine ganz neue Erfahrung, die ihm im vergangenen Jahr noch verwehrt geblieben war: der Besuch des Münchner Oktoberfests!
Während sich gleichzeitig seine Spieler entweder in den dortigen Bierzelten oder auch bei diversen Fahrgeschäften amüsierten, gönnte sich French einige unterhaltsame Stunden auf der „Wiesn“ gemeinsam mit seiner Frau. „Es war einfach unglaublich und grandios, das Ganze einmal zu sehen“, schwärmte der Panther-Cheftrainer, der sich – wie es sich für einen Oktoberfest-Besuch eben gehört – auch ein bayerisches Bier (French: „Es ist auf alle Fälle besser als das, welches ich von daheim gewohnt bin.“) schmecken ließ. „Nachdem ich das jetzt auch einmal erlebt habe, kann ich einen Haken an meine Liste von Dingen, die man unbedingt einmal getan haben sollte, machen“, grinste French.
Bereits zum elften Mal auf der Münchner Wiesn
Während der 52-Jährige somit in Sachen „Münchner Wiesn“ – um in der Eishockey-Sprache zu bleiben – ein Rookie ist, zählt sein Angreifer Mirko Höfflin diesbezüglich bereits zu den Veteranen. „Für mich persönlich war es bereits das elfte Mal, dass ich auf dem Oktoberfest war – und ich hatte dabei jedes Mal einen Riesenspaß“, berichtet der gebürtige Freiburger, der auch (fast) ohne den ansonsten begehrten Gerstensaft voll und ganz auf seine Kosten kam. „Nachdem mir das pure Bier einfach nicht schmeckt, habe ich mich für ein Radler entschieden und bin damit sehr gut gefahren“, berichtet der Stürmer.
Gemeinsam mit einigen weiteren Teamkollegen stand zudem noch der für ihn schon traditionelle Besuch des dortigen Teufelsrads auf dem Programm. „Es ist einfach cool, die Leute dort zu beobachten. Zudem herrscht immer eine Megastimmung“, so Höfflin, der das bunte Treiben „selbstverständlich“ in seiner Lederhose (Höfflin: „Die gehört einfach dazu. Das ist ein absolutes Muss.“) verfolgte.
Willkommene Abwechslung nach den beiden Auftakt-Niederlagen
Für den 31-Jährigen und seine Mannschaftskameraden dürfte es indes ohnehin ein willkommener Ausflug und Abwechslung nach dem vorangegangenen Ein-Punkt-Startwochenende mit den Niederlagen in Berlin (1:2 nach Penaltyschießen) und Köln (1:4) gewesen sein, um die Köpfe wieder freizubekommen. „Natürlich hätten wir uns einen etwas erfolgreicheren Auftakt in die neue DEL-Saison gewünscht“, meint Höfflin. Während das Match bei den Eisbären ein „typisches erstes Saisonspiel von beiden Teams“ gewesen sei, habe man zwei Tage später in Köln „deutlich strukturierter“ (French) agiert. Das Problem: Mit zu vielen (unnötigen) Strafzeiten – gerade im Schlussabschnitt – brachten sich die Panther selbst um den durchaus möglichen Lohn.
„Wenn du oft in Unterzahl agierst, fördert das natürlich nicht gerade deinen Spielrhythmus. Dementsprechend schwer haben wir uns dann auch im Spiel nach vorne getan“, weiß Höfflin. Unter dem Strich sprang – wie schon 48 Stunden zuvor in Berlin – nur ein einziger Treffer heraus. Und diesen erzielte Neuzugang Andrew Rowe auch noch mit einem (spektakulär) verwandelten Penalty. „Mit nur einem erzielten Tor ist es immer schwierig, ein Spiel zu gewinnen“, sagt der Ex-Nationalspieler, der noch einen weiteren Grund für die bisherige „Tor-Armut“ in den ersten beiden DEL-Partien nennt: „Die Chemie innerhalb der jeweiligen Sturmformationen muss sicher auch noch deutlich besser werden. Was manchmal zu Beginn super funktioniert, klappt auf einmal plötzlich nicht mehr. Das benötigt einfach noch eine gewisse Zeit.“
Gemeinsam mit Patrik Virta und Travis St. Denis in einer Reihe
Beim ersten Heimspiel in dieser Saison am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Schwenninger Wild Wings, die mit zwei Siegen in die neue Spielzeit gestartet sind (2:1 nach Penaltyschießen gegen Mannheim sowie 7:2 in Iserlohn), dürfte Höfflin wohl wieder gemeinsam mit Patrik Virta und Travis St. Denis eine Sturmreihe bilden. Gegen das Team aus Baden-Württemberg, bei dem der ehemalige Ingolstädter Manager Stefan Wagner mittlerweile als Sportdirektor fungiert, feiert Höfflin indes ein besonderes Jubiläum: Es ist sein 200. DEL-Einsatz im Trikot des ERC Ingolstadt. „Das ist schon eine tolle Sache, wenn man derart lange bei einem Verein ist. Zudem unterstreicht es, dass man dort eine echte sportliche Heimat gefunden hat und sich sehr wohlfühlt.“
Während der Jubilar (auch sein Teamkollegen Wayne Simpson feiert im Übrigen gleichzeitig seinen 200- DEL-Einsatz) sicher im Kader stehen wird, steht hinter dem Einsatz des angeschlagenen Wojciech Stachowiak, der zuletzt aufgrund einer Oberkörperverletzung in Köln pausieren musste, noch ein Fragezeichen. Gut möglich scheint hingegen, dass es bei den Torhütern Michael Garteig und Devin Williams am Wochenende gegen Schwenningen (Freitag) sowie am Sonntag (16.30 Uhr) in Iserlohn ein „Job-Sharing“ geben wird.