1:2 gegen Aue, 3:4 in Elversberg und 0:1 in Bayreuth. Der FC Ingolstadt ist mit drei Niederlagen ins neue Jahr gestartet. Nicht nur die Ergebnisse, auch die Auftritte der Mannschaft ließen große Zweifel am Ziel Aufstieg aufkommen. Am Dienstag hat der Verein nun die Konsequenzen gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Rüdiger Rehm getrennt. Auch sein Assistent Mike Krannich muss den Fußball-Drittligisten verlassen.
„Aufgrund der aktuellen sportlichen Situation und den ausbleibenden Resultaten nach zuletzt fünf Niederlagen aus sieben Spielen sind wir zu dem Entschluss gekommen, handeln zu müssen“, wird Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer in der Mitteilung des FC Ingolstadt zitiert. Weiter heißt es: „Gerade der Start in das Jahr 2023 verlief keineswegs so, wie wir ihn uns alle vorgestellt haben. Wir wollten unbedingt erfolgreich in die Restrunde starten, um weiterhin oben dran zu bleiben. Dies ist uns leider nicht gelungen. Ziel ist es jetzt, schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.“
FC Ingolstadt: Schwache Bilanz des Trainers
Rüdiger Rehm stand insgesamt 43 Mal für die Schanzer an der Seitenlinie. Den Job beim damaligen Zweitligisten übernahm der 44-Jährige am 8. Dezember 2021 auf dem letzten Tabellenplatz als Nachfolger von André Schubert. Bereits in der Winterpause sprach ihm die Vereinsführung das Vertrauen auch im Falle des Abstiegs, der nur durch eine Aufholjagd zu verhindern gewesen wäre, aus. Rehm schaffte den Klassenerhalt nicht, in 18 Spielen gelangen gerade einmal drei Siege, zugegebenermaßen mit einem nur bedingt zweitligatauglichen Kader.
Die Hypothek des Abstiegs nahm Rehm mit in die neue Saison, in denen den eigenen Ansprüchen nach der direkte Wiederaufstieg gelingen sollte. In der 3. Liga verlief die Spielzeit des FC Ingolstadt bis zur Winterpause wellenförmig. Immerhin überwinterten die Schanzer als Tabellenvierter punktgleich mit dem Relegationsplatz und in Schlagdistanz zu Rang zwei. „Wir wollen die Mannschaften vor uns jagen“, kündigte Rehm vor Beginn der Restsaison selbstbewusst an. Drei Niederlagen später ist der direkte Aufstiegsplatz, den der SV Wehen Wiesbaden belegt, aber bereits neun Punkte entfernt. Der Rückstand auf den drittplatzierten 1. FC Saarbrücken beträgt als Tabellensiebter fünf Zähler.
FC Ingolstadt: Schwache Leistungen der Mannschaft
Nicht nur die Ergebnisse, auch die Leistungen der Mannschaft ließen die Verantwortlichen an Rehm zweifeln. Die lange Zeit sattelfeste und beste Abwehr der Liga stand im neuen Jahr nicht mehr sicher, kassierte in drei Spielen sieben Gegentore. Die Probleme im Offensivspiel – mit 28 Toren findet sich der FCI im Ligamittelmaß wieder – bekam Rehm auch im neuen Jahr nicht in den Griff. Dabei hatte ihm wegen der Weltmeisterschaft in Katar eine lange Vorbereitungszeit zur Verfügung gestanden. Zuletzt in Bayreuth agierte die Mannschaft ohne klare Struktur, wirkte uninspiriert sowie mut- und bisweilen hilflos.
Kurioserweise war der FC Ingolstadt am Dienstag nicht der einzige Drittligist, der sich von seinem Trainer trennte. Michael Köllner wurde nach der 1:2-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden beim TSV 1860 München entlassen, André Meyer musste nach dem Absturz auf Rang 19 beim Halleschen FC gehen.
Hinsichtlich der Nachfolgeregelung arbeiten die Verantwortlichen des FC Ingolstadt, wie es von Vereinsseite heißt, an einer zeitnahen Lösung. Bis auf Weiteres übernimmt das Trainerteam um Thomas Karg, Luca Schuster und Christian Liefke das Mannschaftstraining.
FC Ingolstadt empfängt Borussia Dortmund II
Ob das Trio im nächsten Spiel des FCI am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen Borussia Dortmund II auf der Bank sitzen wird, ist also noch offen. Die Zweitvertretung des Bundesligisten belegt derzeit einen Abstiegsplatz. Doch diesen hatten auch Erzgebirge Aue und die SpVgg Bayreuth inne, als sie auf den FC Ingolstadt trafen.