Der VfR Neuburg hat sich in der Landesiga-Relegation eine hervorragende Ausgangsposition für sein „Finale Dahoam“ am Samstag (16 Uhr) erspielt. Am Mittwochabend kam die Habermeyer/Bartoschek-Truppe im Zweitrunden-Hinsiel beim VfL Kaufering vor rund 670 Zuschauern zu einem torlosen Remis und zeigte dabei über weite Strecken eine starke und abgeklärte Vorstellung.
„Unser Ziel ist es, für das Rückspiel am Samstag ein Ergebnis zu erzielen, welches uns alle Chancen offenlässt, um den Landesliga-Aufstieg perfekt zu machen“, gab VfR-Abteilungsleiter Karl Iblher vor dem Anpfiff im VfL-Sportzentrum die Devise aus. Dabei hatten die Lila-Weißen einen klaren Plan, wie dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden sollte. „Im Vergleich zur vergangenen Partie in Niedersonthofen, als wir bereits in den ersten Viertelstunde zwei Gegentreffer kassiert haben, wollen wir zuerst einmal hinten gut und sicher stehen“, so Iblher. Gleichzeitig wolle man aber freilich auch die Offensive nicht vernachlässigen.
„Wir wissen, dass die Kauferinger im Umschalten von Offensive auf Defensive gegen Ehekirchen einige Probleme hatten, da dieses Team ziemlich offensiv ausgerichtet ist. Daher wollen wir diese Momente nutzen, um so zu unseren Chancen und hoffentlich auch Toren zu kommen“, sagte der VfR-Funktionär. Verzichten mussten die Gäste dabei auf ihre eigenen Offensivkräfte Leon Beran und Nikolai Krzyzanowski (beide Urlaub), für die Philippe Bauer und Fatlind Talla an vorderster Front gemeinsam agierten.
Der VfR Neuburg beherrscht das Geschehen im ersten Durchgang
Auch wenn sich der Vizemeister der Bezirksliga Nord in der ersten Hälfte nicht wirklich eine hochkarätige Gelegenheit herausarbeiten konnte, sorgten zumindest zwei (taktische) Maßnahmen dafür, dass dieser das Geschehen über weite Strecken dominierte. Zum einen ließ die „Doppel-Sechs“ mit Frederic Wytopil und Spielertrainer Moritz Bartoschek die Hausherren im Zentrum überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Zum anderen offenbarte der VfL riesengroße Probleme, wenn die Neuburger mit ihrem hohen und frühen Pressing agierten. Immer wieder landeten die Bälle im Aus oder frühzeitig bei den Gästen. Einziges Manko im VfR-Spiel: Der entscheidende Pass in die Spitze blieb zunächst aus, sodass Kauferings Torhüter Tobias Kaiser, der den gesperrten Stammkeeper Michael Wölfl (sah in Ehekirchen nach einer Notbremse die Rote Karte) vertrat, kaum einmal entscheidend eingreifen musste.
VfR-Torhüter Dominik Jozinovic bewahrt sein Team vor einem Rückstand
Auf der Gegenseite hätte indes nicht viel gefehlt und der VfL wäre in der 15. Minute mit seiner einzigen Gelegenheit im ersten Durchgang prompt in Führung gegangen. Nach einem weiten Zuspiel beziehungsweise Stellungsfehler in der Neuburger Hintermannschaft steuerte Niklas Neuhaus von der linken Seite allen auf Dominik Jozinovic zu. Doch der erfahrene Goalie fuhr rechtzeitig seinen rechten Fuß aus und klärte zur Ecke, die dann allerdings nicht einbrachte. „Im ersten Abschnitt hat es sich schon angefühlt, als wenn wir eine deutliche Überlegenheit gehabt hätten. Wir haben viel Druck ausgeübt, leider jedoch die eine oder andere Aktion nicht sauber ausgespielt“, resümierte Bartoschek.
Nach Wiederbeginn konnten die Hausherren das Geschehen indes deutlich offener gestalten. Neuburg agierte nun einen Tick defensiver und weniger aggressiv, was zweifelsohne auch den hohen Temperaturen geschuldet war. Plötzlich wurde es dementsprechend auch vor Jozinovic des Öfteren gefährlich. Erst köpfte Yannik Dillinger aus spitzem Winkel vorbei (51.). Dann ging ein Zuspiel von Dominik Danowski an Freund und Feind vorbei ins Toraus (60.). Die erste Torannäherung im zweiten Durchgang aus Neuburger Sicht hatte dann Bartoschek in der 76. Minute. Seinen 22-Meter-Schuss lenkte Kaiser jedoch stark zur Ecke (76.).
Turbulente Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten
In der Schlussphase drängten beide Teams dann auf die Entscheidung. Nachdem Manuel Detmar zunächst per Kopf nur die Oberkante der Querlatte anvisiert hatte (82.), brachte Bartoschek das Spielgerät aus sechs Metern Entfernung im Fallen nicht auf den gegnerischen Kasten (86.). Die sicherlich größte Möglichkeit zum Siegtreffer bot sich schließlich Philippe Bauer in der 90. Minute. Nach einem Konter tauchte der VfR-Stürmer allein vor Kaiser auf und legte den Ball bereits an diesem vorbei. Doch dabei wurde der Winkel etwas zu spitz, sodass sein Schuss vorbei ging. Da auf der Gegenseite auch Detmar noch ein „dickes Ding“ liegen ließ (90.+3), blieb es letztlich beim torlosen Remis.
„Ich denke, dass das Unentschieden am Ende in Ordnung geht. Jetzt haben wir es in der eigenen Hand beziehungsweise ein richtig geiles Finale am Samstag. Was wollen wir mehr?“, freute sich Bartoschek nach dem Schlusspfiff.
VfR Neuburg: Jozinovic, Mehl, Wytopil, Hößl (66. Maximilian Christl), M. Friedl, Habermeyer, Melchior, Omanovic, Bauer, Talla (82. H. Samsa), Bartoschek. - Zuschauer: 670.
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