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Streik im Handel: Beschäftigte protestierten in Ingolstadt

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Streik im Handel: Beschäftigte protestierten in Ingolstadt

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    Die Gewerkschaft ver.di hat zum Streik und zur Kundgebung gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungs- und damit der Arbeitszeiten der Beschäftigten im Handel und für einen Tarifabschluss, der die enormen Preissteigerungen berücksichtigt, aufgerufen.
    Die Gewerkschaft ver.di hat zum Streik und zur Kundgebung gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungs- und damit der Arbeitszeiten der Beschäftigten im Handel und für einen Tarifabschluss, der die enormen Preissteigerungen berücksichtigt, aufgerufen. Foto: Manfred Dittenhofer

    Es brodelt bei den Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel. Nach dem Motto „Heute ist kein Arbeitstag – heute ist Freitag“ protestierten die überwiegend weiblichen Beschäftigten gegen die Verlängerung der Arbeitszeit und für einen fairen Tarifabschluss. Dazu versammelten sie sich am Freitagvormittag mit Schildern und Fahnen in Ingolstadt auf dem Franziskanerplatz. „Ohne uns kein Geschäft“, stand auf einem der Transparente, das die Arbeitnehmenden in die Höhe hielten.

    „Wir haben für den Großhandel bisher überhaupt kein Tarifangebot, und für den Einzelhandel ein schlechtes. Und immer mehr Handelsgesellschaften steigen ganz aus dem Tarifvertrag aus“, sagte Claudia Scheck, Bezirksgeschäftsführerin von Verdi Ingolstadt. Ihrer Ansicht nach wird an den Errungenschaften des Sozialstaates gekratzt. Zudem müsse endlich eine gerechtere Entlohnung beschlossen werden. „Wer den Einzelhandel täglich am Laufen hält, verdient faire Bezahlung, Wertschätzung und verlässliche Perspektiven“, forderte Claudia Scheck.

    Ingolstadt: Die Streikenden fordern 222 Euro mehr Lohn im Einzelhandel

    Tamara Pohl, DGB Regionsgeschäftsführerin, sprach bei der Kundgebung in Ingolstadt von einem regelrechten Angriff auf die Beschäftigten. „Die Tarifpartnerschaft wird von den Arbeitgebern nicht mehr als Partnerschaft gesehen. Vielmehr werden die Gewerkschaften und die Beschäftigten als Gegner wahrgenommen. Aber wir sind der Handel. Und ohne uns steht der Laden still.“ Die Lage der Beschäftigten im Einzelhandel habe sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert.

    Trotz der enormen Preissteigerungen in allen Bereichen des täglichen Lebens lehnten die Arbeitgeber laut Gewerkschaft bei der ersten Tarifverhandlung im Einzelhandel im Mai die Forderungen der Verdi-Tarifkommission ab und verweigerten es, ein eigenes verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Besonders in der Kritik steht der Großhändler Selgros, der seit Anfang des Jahres keinen Tarifvertrag mehr anwendet. „Gewinne machen mit dem Niedriglohn der Beschäftigten. Aber auf sichere Arbeitsplätze und würdige Entlohnung – darauf verzichtet Selgros“, sagte Arina Wolf von Verdi.

    Einige der reichsten Männer Deutschlands, wie zum Beispiel die Aldi-Brüder, hätten ihren Reichtum mit Hilfe all ihrer Angestellten aufgebaut, hieß es auf der Kundgebung. Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten im Handel hätten Sorge vor drohender Altersarmut, gibt Verdi an. Die Forderung der Beschäftigten ist klar formuliert: 222 Euro mehr im Einzelhandel, sieben Prozent mehr im Groß- und Außenhandel.

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