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Striktes Handyverbot am Descartes-Gymnasium in Neuburg: Regeln, Gründe und erste Erfahrungen

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Neues Handyverbot am Gymnasium in Neuburg: Wie die Regelung funktioniert

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    Klare neue Regeln: Handys müssen am Descartes-Gymnasium während der Schulzeit ausgeschaltet und unsichtbar bleiben.
    Klare neue Regeln: Handys müssen am Descartes-Gymnasium während der Schulzeit ausgeschaltet und unsichtbar bleiben. Foto: Paul Pfaffel (Montage)

    „Uns geht es nicht ums Strafen, sondern um ein Signal.“ Mit diesem Satz beschreibt Schulleiter Markus Edenhofer die neue Handyregelung am Descartes-Gymnasium in Neuburg. Seit Beginn des Kalenderjahres 2026 gilt dort eine präzisierte „Nutzungsordnung für digitale Medien“. Kurz gesagt: Handys, Smartwatches und Co. müssen auf dem gesamten Schulgelände ausgeschaltet bleiben und dürfen nicht sichtbar sein. Wer dagegen verstößt, muss das Gerät abgeben, bekommt es nach Unterrichtsende zurück und die Eltern werden informiert. Nur die Oberstufe darf in ihren Räumen ans Handy. Das Gymnasium zieht die Regeln damit klar – betont aber zugleich den pädagogischen Hintergrund der Verschärfung.

    Handyverbot: So sind die neuen Regeln am Descartes-Gymnasium

    Neu ist vor allem die einheitliche und deutlich kommunizierte Ausgestaltung des Handyverbots. Wo es früher Ausnahmen nach Zeit und Ort gab, gilt nun eine einfache Linie: Handy aus, nicht sichtbar, keine Nutzung ohne ausdrückliche Erlaubnis einer Lehrkraft. Schulische Tablets für Unterricht und digitales Lernen sind davon getrennt geregelt und weiterhin erlaubt. So soll verhindert werden, dass Lernwerkzeuge und private Smartphonenutzung durcheinandergeraten. Edenhofer begründet das so: „Wir brauchen klare Regelungen, damit sie handhabbar sind.“

    Bemerkenswert ist dabei: Die Regel gilt nicht nur für Schülerinnen und Schüler. Sie ist Teil der offiziellen Hausordnung. „Die Hausordnung differenziert nicht zwischen Personengruppen, sondern gilt für alle gleich.“ Auch Lehrkräfte und Eltern hätten dabei jetzt eine besondere Vorbildfunktion.

    Schulleiter Markus Edenhofer erläutert die neue Handyordnung am Descartes-Gymnasium und betont den pädagogischen Ansatz hinter den strengeren Regeln.
    Schulleiter Markus Edenhofer erläutert die neue Handyordnung am Descartes-Gymnasium und betont den pädagogischen Ansatz hinter den strengeren Regeln. Foto: Paul Pfaffel

    Schulleiter Markus Edenhofer setzt auf offene Diskussion und „breiten Konsens“

    Die Neuregelung ist kein Schnellschuss, erklärt Edenhofer. Sie wurde über Monate hinweg in mehreren Gremien vorbereitet – mit Lehrkräften, Elternvertretung und Schülervertretung. Beschlossen wurde sie dann im Schulforum. „Das ist keine Regelung, die von mir von oben gesetzt wurde, sondern das ist ein Prozess gewesen“, betont er und spricht von viel Zustimmung. „Was mich gefreut hat, ist, dass ein breiter Konsens vorhanden war.“ Auch aus der Schülerschaft gebe es nicht nur Kritik. Teilweise falle die Rückmeldung sogar positiv aus: Klare Grenzen im Schulalltag würden so manchen Lernenden entlasten, weil der ständige Blick aufs Handy wegfällt.

    Als Hauptargument für die neuen Regeln nennt Edenhofer aber die Ablenkungswirkung internetfähiger Geräte. Schon ein eingeschaltetes Smartphone auf dem Tisch koste Konzentration. „Wenn eine Nachricht kommt, nehmen wir das wahr und sind von unserer Arbeit ein Stück weit abgelenkt.“ Gerade beim Lernen sei das heikel. „Wenn wir uns Inhalte in einer Lernphase erarbeitet haben, dann braucht es Zeit, bis sich diese Inhalte im Gehirn festigen können.“ Zusätzliche digitale Reize würden diesen Prozess stören.

    Medienkompetenz statt pauschaler Verbote?

    Gleichzeitig betont die Schule: Es geht nicht um ein Zurück in die Steinzeit. Digitale Medien sollen im Unterricht gezielt genutzt werden. „Wir haben an den Schulen ein Mediencurriculum, das ein Programm zur Schulung der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit digitalen Medien beinhaltet.“ Die Regeln stehen also nicht allein: „Es bleibt nicht nur bei einer neuen Regelung, sondern wir haben begleitend dazu auch Bausteine zur Aufklärung über Risiken und Gefahren im Internet.“ Dazu zählen Schulungen ab der Unterstufe, externe Vorträge und feste Unterrichtseinheiten zu Datenschutz, Internetkriminalität und verantwortlicher Nutzung sozialer Medien. Digitale Werkzeuge gehören zum Unterricht – private Smartphone-Nutzung nicht. „Schule ist ein Ort der Begegnung, Schule ist ein Ort der Gemeinschaft“, sagt Edenhofer. Persönlicher Austausch dürfe nicht vom Bildschirm verdrängt werden.

    Im Alltag zeige sich laut Edenhofer bislang kein massives Kontrollproblem. „Bei ungefähr 1.000 Schülern insgesamt haben wir täglich ein, zwei, vielleicht drei erfasste unerlaubte Handynutzungen – das ist eine Aufklärungsquote im Promillebereich“, so Edenhofer. „Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß ich nicht.“ Sanktionen würden nicht automatisch verhängt, sondern im Einzelfall pädagogisch entschieden. Bei Wiederholungen seien weitere Schritte möglich – zunächst gehe es darum, Regelklarheit zu schaffen.

    Nur wenige Verstöße: Schule sieht kein Kontrollproblem bei neuem Handyverbot

    Ganz neu ist ein Handyverbot am Descartes-Gymnasium aber nicht. Schon in den vergangenen Jahren mussten Smartphones während der Schulzeit ausgeschaltet bleiben. Neu ist jetzt vor allem die klare, sichtbare und einheitliche Fassung – und die engere Verknüpfung mit dem pädagogischen Medienkonzept der Schule. Die Erfahrungen mit der neuen Ordnung sollen zeitnah ausgewertet und bei Bedarf angepasst werden. Ein erstes Zwischenfazit steht bereits am Dienstag an: Im Schulforum werden dann die neue Handyregelung und die Rückmeldungen aus den ersten Wochen besprochen.

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