Gerade erst hat das Ingolstädter Stadttheater seinen 60. Geburtstag gefeiert, doch das Fest war überschattet von der ungewissen Zukunft des Hämer-Baus. Das Gebäude hat derart viele Mängel, dass es eigentlich saniert werden müsste. Doch der Stadt fehlt aktuell das Geld, um dieses Projekt, das sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen dürfte, stemmen zu können. Nicht allzu weit weg vom Theater, gleich gegenüber des Rathausplatzes, befindet sich ein ebenfalls marodes Gebäude, das der Stadt gehört: das Technische Rathaus. Auch dessen Instandsetzung kostet Millionen und auch hier fehlt das Geld. Doch jetzt hat sich möglicherweise eine Lösung aufgetan, wie die Stadt Ingolstadt mitteilt.
Ein Investor soll das Technische Rathaus in Ingolstadt sanieren
Die Verwaltung will einen neuen Weg beschreiten und die notwendige Sanierung des Technischen Rathauses angesichts der angespannten Haushaltslage nicht mehr als Eigenprojekt der Stadt, sondern mit einem privaten Investor umsetzen. Demnächst sollen die politischen Gremien über die Vorlage beraten.
Ein privater Investor soll demnach die Sanierung des Gebäudes einschließlich der Tiefgarage übernehmen. Die Stadt würde das Technische Rathaus anschließend langfristig anmieten. „Damit könnten die hohen Sanierungskosten extern getragen werden, während die Nutzung des Gebäudes für die Verwaltung langfristig gesichert bleibt“, heißt es seitens der Stadt. Zuvor war eine Eigensanierung in verschiedenen Varianten geprüft worden, zuletzt als konventionelles städtisches Bauprojekt mit einem geschätzten Projektvolumen von rund 35 Millionen Euro.
Die Verwaltung erwartet durch das Investorenmodell eine reduzierte finanzielle Gesamtbelastung im Vergleich zur Eigensanierung. Zwar muss die Stadt künftig Miete und Erbbauzins zahlen, doch erwartet sie auch Einsparpotenziale, etwa durch gebündelte Vergaben und effizienter gestaltbare Bauabläufe beim Investor und geringere Personalkosten bei der Stadt.
Ingolstadts Oberbürgermeister Michael Kern will in der aktuellen Haushaltslage neue Wege gehen
Oberbürgermeister Michael Kern betont: „Die Sanierung des Technischen Rathauses ist seit Jahren eine bekannte Herausforderung – sie immer weiter zu verschieben hilft niemandem. In der aktuellen Haushaltslage müssen wir neue Wege gehen. Es ist ein pragmatischer und verantwortungsvoller Weg. Das Investorenmodell ist kein Notbehelf, sondern eine echte Chance: Es eröffnet uns die Möglichkeit, dringend notwendige Investitionen zu realisieren und zugleich handlungsfähig zu bleiben.“
Die Verwaltung schlägt in ihrer Sitzungsvorlage vor, die bisherigen städtischen Planungen zu beenden und stattdessen ein europaweites, vergaberechtskonformes Investorenverfahren vorzubereiten, bei der sich interessierte Investoren bewerben können. (AZ)
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