Die Warteliste ist immer noch sehr lang! Zwar war es vor ein paar Jahren sogar noch schlimmer, aber auch heute noch müssen sich zahlreiche Menschen beim Erlangen eines Theaterabos gedulden. Denn diese sind beim Neuburger Stadttheater seit jeher äußerst beliebt. Warum die Warteliste nur langsam abgearbeitet werden kann und mit welcher Strategie man am ehesten auf ein Abo hoffen kann, das weiß Kulturamtsleiterin Marieluise Kühnl. Sie verrät auch, was in Zukunft bei den Theaterabos geplant ist.
Kühnl ist aktuell durch und durch zufrieden. Die neue Saison 2025/26 ist gut angelaufen, die Stücke werden gut besucht. Besonders erfreulich sei dies, nachdem das Thema Sanierung des uralten Theatergebäudes den Spielplan immer wieder infrage gestellt hatte. Wie berichtet, habe man zwischen verschiedenen Varianten überlegt. Von einer kompletten Sanierung – welche eine monatelange Schließung des Theaters bedeutet hätte – bis zu Einzelmaßnahmen, war alles diskutiert worden. Schlussendlich war dann erst einmal eine Erneuerung der Brandschutzanlage beschlossen worden. Der Theaterbetrieb war dadurch leicht verzögert gestartet, mittlerweile herrscht im Neuburger Theater wieder Routine, freut sich Kühnl.
Und Routine bedeutet eben auch, dass immer wieder neue Anfragen zu Theaterabos das Kulturamt erreichen. Denn ein Abonnement wollen seit jeher viele Neuburger haben. Einerseits sei dies eine große Bestätigung für das Stadttheater, andererseits wirft es immer wieder die Frage auf, ob das System rund um die Abos in Neuburg einer Erneuerung bedarf.
Marieluise Kühnl setzt im Neuburger Theater weiter auf das bewährte Abo-System
Aktuell sieht Kühnl für eine Anpassung noch keinen Anlass. Es stimme zwar, dass man vielen Interessenten eine Absage erteilen muss, doch aufgrund der zahlreichen Stammabonnenten wolle man das Erfolgsrezept vorerst nicht verändern. „Aktuell haben wir 507 Abonnements“, sagt Kühnl. Diese seien bunt vergeben, schließlich kann im Neuburger Theater zwischen drei verschiedenen Abovarianten gewählt werden: dem Vollabonnement (13 der 15 Starken Stücke mit immer demselben Sitzplatz), dem Wahlabonnement (8 der 15 Starken Stücke mit festem Platz) und das sogenannte Abo 96 (8 der 15 ohne festen Platz). Gerade letzteres werde immer beliebter, vor allem, weil es am besten an neue Interessenten vergeben werden kann.
Das alles hängt insbesondere damit zusammen, ob sich der Interessent einen festen Sitzplatz bei allen Stücken wünscht, oder nicht. Wie Kühnl erklärt, haben die meisten Abonnenten aktuell einen festen Sitzplatz, am beliebtesten und meisten vergeben ist aktuell nämlich das Wahlabonnement, welches einen festen Sitzplatz verspricht. Das bedeutet jedoch, dass man von dem eh eher kleinen Stadttheater nicht noch weitere feste Sitzplätze für neue Abonnenten belegen könne. „Am besten sind die Chancen also für neue Interessenten, wenn sie sich für das Abo 96 begeistern können, bei dem kein fester Platz versprochen wird“, sagt Kühnl. So jemand müsse sich zwar auch in die Reihe der aktuell 35 Personen auf der Warteliste stellen, könne aber darauf hoffen, schneller zum Abo 96 zu kommen.
Wann genau es dann mit einem Platz klappt, könne nicht genau abgeschätzt werden, sagt Kühnl. „Wir stellen jedes Jahr vor Saisonbeginn aufs Neue die Theaterabos zusammen.“ Zunächst werde berücksichtigt, wer von den Stammabonnenten seinen Platz behalten möchte. Die frei gewordenen Kapazitäten werden dann auf die verschiedenen Abomöglichkeiten aufgeteilt, „deswegen gibt es bei uns auch keine in Stein gemeißelte Abozahl, die hängt immer von der individuellen Zusammensetzung ab“.
Mini-Abos für das Neuburger Stadttheater als Idee für die Zukunft
Weil dieses Konzept sich in den vergangenen Jahren nun ebenso gut bewährt hat, soll es für das Neuburger Stadttheater auch erst einmal beibehalten werden. Dabei behält Kühnl aber auch immer die umliegenden Städte im Blick. „Wir sehen, dass der Trend immer mehr zu Themenabos geht“, weiß die Leiterin des Kulturamts. Das bedeutet, dass eher kleinere Abos im Trend liegen, beispielsweise Abos für bestimmte Genres, wie ein reines Kabarett-Abo oder kleine Abo-Modelle, bei denen lediglich fünf Veranstaltungen in der Spielzeit ausgewählt werden können, jeweils eines aus jedem Genre.
Und genau so ein Mini-Abonnement würde auch Kühnl gut gefallen. „Wir überlegen schon länger, eine Art Einsteigerabo anzubieten, bei dem fünf Stücke ausgewählt werden können und gleichzeitig kein fester Sitzplatz angeboten wird. Mit dieser Form könnten wir wahrscheinlich relativ schnell neuen Interessenten ein Angebot machen“, stellt die Kulturamtsleiterin in Aussicht. Eine klare Entscheidung zu der Idee gibt es jedoch noch nicht, ebenso keinen festen Zeitplan, wann sie umgesetzt werden könnte.
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