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Universitätspreise: KU Eichstätt würdigt Forschende mit Preisen für gesellschaftliche Themen

Eichstätt

Universitätspreise: Von Drohnen, Stress und Pestiziden

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    Alle Preisträgerinnen und Preisträger der Universitätspreise 2026 mit KU-Präsidentin Gabriele Gien, Horst Seehofer (Vorsitzender des Stiftungsrats), den Vizepräsidenten Jens Hogreve, Klaus Meier und Klaus Stüwe sowie den Stiftern der Preise.
    Alle Preisträgerinnen und Preisträger der Universitätspreise 2026 mit KU-Präsidentin Gabriele Gien, Horst Seehofer (Vorsitzender des Stiftungsrats), den Vizepräsidenten Jens Hogreve, Klaus Meier und Klaus Stüwe sowie den Stiftern der Preise. Foto: Christian Klenk/upd

    Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) hat am Dies Academicus herausragende Leistungen in Wissenschaft, Studium, Lehre und Transfer gewürdigt. Insgesamt elf Universitätspreise überreichten die beiden Vizepräsidenten Jens Hogreve und Klaus Meier an Studierende, Ehemalige, Lehrende und Forschende.

    Mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) wurde Daria Kohut aus der Ukraine ausgezeichnet. Sie studiert an der KU Data Science. Geprägt von den Erfahrungen des Krieges in ihrer Heimat möchte sie Technologien entwickeln, die Menschen schützen und demokratische Gesellschaften stärken. So arbeitete Kohut einem KI-gestützten System zur akustischen Erkennung von Drohnen.

    Ausgezeichnete Doktorarbeiten befassen sich mit Pestizideinsatz und Medizingeschichte

    Tabea Bruttel erhielt für ihre Masterarbeit den Preis der Fritz-und-Rosa Gutmann-Stiftung. Sie untersuchte, wie dramapädagogische Methoden Kindern im Grundschulalter helfen können, sich emotional und reflektiert mit Nachhaltigkeitsfragen auseinanderzusetzen. Sie leitet an der KU das Projektseminar Bildung für nachhaltige Entwicklung.

    Der Preis der Maximiliana-Kocher-Stiftung geht an Christiane Hoth de Olano für ihre Dissertation zur Medizingeschichte im Süden Chiles um 1900. Die Arbeit beleuchtet, wie unterschiedliche medizinische Wissenskulturen und Lebenswelten in einer ländlich geprägten Region aufeinandertrafen und konkurrierten.

    Mit dem Preis der Professor-Sutor-Stiftung für soziale und politische Ethik zeichnet die KU in diesem Jahr Mariah Freitas Monteiro aus. Ihre Dissertation befasst sich mit den historischen Wurzeln des massiven Pestizideinsatzes in Brasilien. Sie zeigt insbesondere die Rolle des Unternehmens Bayer auf.

    Dass Frauen sich nachts im öffentlichen Raum deutlich unsicherer fühlen als Männer, zeigen bereits viele Studien. Mit dem Preis der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt für die beste Masterarbeit wurde nun Annkathrin Dilly ausgezeichnet, die diese Problematik aus einem neuen Blickwinkel betrachtet. Anhand einer Feldstudie in Nürnberg konnte Dilly aufzeigen, dass Frauen Angsträume nicht nur subjektiv erleben, sondern auch konkrete körperliche Stressreaktionen zeigen.

    Eichstätter Germanistin befasste sich mit dem Verständnis historischer Wörter

    Gleich zweimal wurde in diesem Jahr der Preis der Volksbank-Raiffeisenbank Bayern Mitte für die beste Dissertation vergeben. Martina Grunenberg erhielt die Auszeichnung für ihre psychologische Doktorarbeit zum Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten. Dabei zeigte sich, dass wahrgenommene Ungerechtigkeit Vertrauen nachhaltig beschädigt und Entschuldigungen nur dann wirken, wenn sie als aufrichtig erlebt werden.

    Ein weiterer Dissertationspreis ging an die Germanistin Kerstin Dierolf. In ihrer Doktorarbeit widmete sie sich der Frage, warum wir manche historische Wörter intuitiv verstehen und andere nicht. Ihre empirische Studie ergab, dass die Verstehbarkeit abnimmt, je weiter der zeitliche Abstand zur Gegenwartssprache ist. Dialektkompetenz und Fremdsprachenkenntnisse beeinflussen die Verstehensleistung positiv.

    Für seine Habilitationsschrift zum Thema „Im Bann des Bösen“ wurde Klaus Viertbauer mit dem Preis der Eichstätter Universitätsgesellschaft gewürdigt. Was meinen wir eigentlich, wenn wir vom Bösen sprechen? Viertbauer nähert sich dieser Frage aus philosophischer und theologischer Perspektive und entwickelt eine neue Sichtweise.

    Ein Geländepraktikum auf Elba wurde in Eichstätt ausgezeichnet

    Das Modul „Geländepraktikum für Fortgeschrittene“ im Bachelorstudiengang Geographie erhält in diesem Jahr den Preis der Liga-Bank-Stiftung für Exzellente Lehre. Das Lehrformat führt Studierende seit 16 Jahren immer im April auf die Insel Elba und verbindet wissenschaftliche Methodenkompetenz mit intensiver praktischer Feldforschung und eigenverantwortlichem Arbeiten. Verantwortet wird es von Manuel Stark, Georgia Kahlenberg und Florian Haas sowie zeitweise Susanne Jochner-Oette.

    Den Dialog über Disziplinen und Grenzen hinweg rückt der diesjährige Preisträger der Maximilian Bickhoff-Universitätsstiftung in den Fokus: Das Zentralinstitut für Lateinamerikastudien (ZILAS), das heuer sein 40-jähirges Bestehen feiert und dabei das siebte Maximilian-Bickhoff-Kolloquium veranstaltet. Im Mittelpunkt steht Lateinamerika als Weltregion, in der sich viele große Transformationsprozesse in besonderer Dichte zeigen.

    Den Transferpreis der KU erhält in diesem Jahr ein DFG-Forschungsprojekt zur Ausgestaltung von Schuldenhilfen für finanzschwache Kommunen. Die Wirtschaftsgeographen Simon Dudek und Andreas Kallert verbinden darin Grundlagenforschung mit gesellschaftlicher Praxis. Neben wissenschaftlicher Analyse entstanden – mit Unterstützung der Kartographinnen Alexandra Kaiser und Katrin Wycik – interaktive Visualisierungen sowie konkrete politische Handlungsempfehlungen zur Stärkung strukturschwacher Kommunen. (AZ)

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