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Unsere Heimatstadt feiert ihre Geschichte: Jungpfalz Neuburg, vivat hoch!

Unsere Heimatstadt feiert ihre Geschichte

Jungpfalz Neuburg, vivat hoch!

Neuburger Schloßfest Steckenreiter.
Neuburger Schloßfest Steckenreiter. Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

„Sie trommeln wieder!“ – Wer das mittlerweile größte Renaissance-Historienspektakel im süddeutschen Raum liebt, für den sind die vertrauten Klänge, die seit mehreren Wochen abends aus dem Schlosshof bis nach Gietlhausen erschallen, untrügliche Anzeichen für heitere Festtagsfreude rund um unseren Pfalzgraf Ottheinrich und die Junge Pfalz.

Ein historisches Fest als Besuchermagnet

Alle zwei Jahre versetzt das Neuburger Schloßfest die Einwohner der Ottheinrichstadt und ihre Gäste in die Zeiten vergangener Fürstenherrlichkeit. Wenn tausende Neuburgerinnen und Neuburger und auch immer mehr Gäste an zwei Sommer-Wochenenden in ihr „Gewand“ schlüpfen, sind sie keine Besucher mehr. Sie sind als Musikanten, Edelleute, Gaukler, Handwerker, Gesandte, Baader, Geistliche, Steckenreiter, Bauern, Ritter, Stadtwachen oder allerley Volk in den Gassen und auf den Plätzen der historischen Altstadt unterwegs. Auch befreundete Vereine, zum Beispiel aus Heidelberg oder aus dem italienischen Arezzo und Sansepolcro bereichern das Neuburger Schloßfest. Sehr gerne tauchen auch Gäste aus unseren Partnerstädten Sète und Jeseník oder aus der Allianz der „Newcastles of the World“ ins Neuburger Schloßfest ein – ebenso wie die Politik-Prominenz.

Horst Seehofer zu Gast.
Horst Seehofer zu Gast. Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Ehrenamtliche Erfolgsgeschichte

Für diesen Zeitsprung von über 500 Jahren ist der Verkehrsverein „Freunde der Stadt Neuburg“ verantwortlich. Dabei sind es nicht nur die mehr als 3.000 Ehrenamtler, die als Vereine, Gruppierungen, Darstellende und Organisationskräfte das Neuburger Schloßfest zu einem „Gesamtkunstwerk“ werden lassen. „Allein den großen historischen Festzug am 2. Schloßfestsonntag gestalten an die 2.400 Personen mit ihrem einzigartigen Beitrag zu einem begeisternden Bekenntnis der Liebe zu unserer Heimatstadt und ihrer Geschichte“, erzählt Fredi Lahn, 1. Vorsitzende des Verkehrsvereins „Freunde der Stadt Neuburg e. V.“. „Ohne die Vereine und Gruppierungen, die mit ihren Aktivitäten das Neuburger Schloßfest bereichern, könnte unser gemeinsames Fest der Renaissance nicht in dem vielfältigen und begeisternden Licht erstrahlen, wie es jeder echte Neuburger liebt“, betont Fredi Lahn, als Marktvogt an jedem Schloßfest Dreh- und Angelpunkt aller Aktivitäten. „Wir haben viele Anfragen von Auswärtigen bezüglich der Gewänder und Accessoires. Man will dazu gehören und in die Geschichte eintauchen. Das lässt sich leichter im Gewand erfühlen“, fügt er hinzu. „Der Neuburger ist fast schon verpflichtet, ein Gewand zu tragen. Viele Ausstatter, Geschäfte und Schneiderinnen sind bereits ein Jahr vor dem nächsten Schloßfest vollends ausgelastet.“

Kultureller Wiederaufbau

Das Neuburger Schloßfest ist nicht die einzige Erfolgsgeschichte des Verkehrsvereins. Aber immer folgt man einer Vision, die mittlerweile 112 Jahre jung ist: Als sich am 28. März 1913 im traditionsreichen Gasthaus „Zur Rennbahn“ rund um den Fabrikanten und Architekten Magistratsrat Franz Hoffmann ein Verein gründet, hatte man sich zum Ziel gesetzt, ein vitales kulturelles Gegengewicht zu den Kriegsjahren zu formen. Über die Jahrzehnte hat der Verkehrsverein in Neuburg viele Spuren hinterlassen: So richtete man im Jahr 1955 eine beeindruckende 450-Jahr-Feier des Fürstentums Pfalz-Neuburg aus. Der Steckenreitertanz als zentrale Aufführung jedes Neuburger Schloßfestes hatte damals seine gefeierte Premiere im festlich geschmückten Schloßhof.

Igel Landsknechte
Igel Landsknechte Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Seit dem Jahr 1976 sind die „Freunde der Stadt Neuburg“ aus dem kulturellen Veranstaltungskalender der Ottheinrichstadt nicht mehr wegzudenken. Der Verkehrsverein ist es, der das gesamte Fest und alle Darbietungen koordiniert, organisiert und konzipiert. Das erste „richtige“ historische Schloßfest begang man vom 25. bis 27. Juni – auf Initiative dieser „Macher“ und Unterstützer: Oberbürgermeister Theo Lauber, Dr. Fritz von Philipp, Matthias Schieber, Fritz Seebauer, Anton Sprenzel, Norbert Hohenester, Aneliese Jeck, Alois Thumann, Fritz Fenderle, Manfred Enzersberger, Karin Kettl, Michael Bickel, Josef Heumann, Frank Fitzek, Renate Wörle, Maria Wagner, Wolfgang Hoffmann, Luitpold Bullinger und Franz Weigert.

Kulturpreisträger der Stadt Neuburg

2005 knüpfte man nochmals in besonderem Maße an 1955 an: Anlässlich des 500-jährigen Bestehens der Pfalz Neuburg organisierte der Verein im Jahre 2005 das Festspiel „Ottheinrich Pfalzgraf zu Neuburg“ im Schlosshof. Im selben Jahr erhielt der Verein auch den Kulturpreis der Ottheinrichstadt. „In einer Stadt wie Neuburg, in der ein äußerst reges Vereinsleben herrscht, in der eine Vielzahl von Vereinen als Kulturschaffende eine wesentliche Säule unseres so reichen Kulturlebens sind, ist dieser Preis die Würdigung langer aktiver Kulturarbeit unserer Bürgerinnen und Bürger über Jahrzehnte hinweg“, fasste Laudator Walter Friemel als damaliger Kulturreferent das Engagement der „Freunde der Stadt Neuburg“ zusammen.

Delegation Shinshiro
Delegation Shinshiro Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

„Allzeyt frölich gewest“

Das Herzstück des „Neuburger Schloßfests“ ist der Steckenreitertanz, ein Kindertanzspiel, in dem sich die jungen Prinzen Ottheinrich und Philipp spielerisch bekämpfen. Auf den Straßen und in den Höfen der Historischen Altstadt ist noch viel mehr geboten: Reiterspiele, Musik- und Theaterdarbietungen, Gaukler und Spielleute, Feuerschlucker, Fanfarenzüge und „allerley Volk“ lassen die Zeiten Ottheinrichs wiederauferstehen. Außerdem zeigen Handwerker aus Nah und Fern ihre Kunst auf dem historischen Markt. An zahlreichen Zehrstätten kann man sich für neue Abenteuer stärken. Sie verwöhnen Gaumen und Kehle mit Schmankerln aus Küche und Keller, wie sie Pfalzgraf Ottheinrich geliebt hätte. „Es ist uns ein großes Anliegen, unsere heimischen Fieranten, Wirte und Vereine beim Schloßfest bevorzugt zu platzieren“, berichtet Fredi Lahn. Rund zwei Drittel sind in Neuburg und der näheren Umgebung ansässig.

Am Stadtberg
Am Stadtberg Foto: Fotos: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Wesentlicher Wirtschaftsfaktor

Wenn das Wetter mitspielt, kommen an die 100.000 Gäste von nah und fern an den beiden Wochenenden auf das Neuburger Schloßfest. Rund 13.000 Personen bleiben jeweils ein Wochenende– das bedeutet nicht nur für die Hotels und privaten Vermieter einen Zusatzumsatz. Das Neuburger Schloßfest ist ein Wirtschaftsfaktor. Von der Präsenz in der historischen Altstadt profitieren Brauereien, Bäckereien, Getränkelieferanten – aber auch Unternehmen, die Licht- und Tontechnik für die Bühnen anbieten, zum Beispiel beim Steckenreitertanz, den Tanzspielen, bei Aufführungen der Reigenkinder, Bauern- oder Hoftänzer. Und das betrifft nicht nur die beiden Schloßfest-Wochenenden – denn bei den zahlreichen Proben wollen die aktiven Akteure ebenfalls gut versorgt sein.

Premiere auf dem Schloßfest Neuburg 2025

Das „Nachtschwärmer-Ticket“ richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene. Wer es an einem der Schloßfest-Tage nach 20 Uhr beim Einlass zum „Nadelöhr“ oder vor dem Roten Tor erwirbt, zahlt dafür nur 8 Euro Eintritt.

Tourismus-Botschafter

Kulturelle Vielfalt, heimatliche Schönheit - mit diesem Anspruch ist der Verkehrsverein auch nach 112 Jahren jung, einfallsreich, neugierig und kreativ geblieben. Denn: „Neben der Pflege der Kultur und der Traditionen wollen wir mehr Besucher in unser schönes Neuburg locken und dafür begeistern“, betont Friedhelm Lahn. Mit dem Neuburger Schloßfest wirbt deshalb auch die Ottheinrichstadt sehr gerne – zum Beispiel Anfang dieses Jahres beim „Deutschen Städtetag“. Dort war der Schloßfest-Imagefilm Teil der Neuburger Präsentation.

Sansepolcro Fahnenschwinger
Sansepolcro Fahnenschwinger Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Kultursponsoring

Der Verkehrsverein „Freunde der Stadt Neuburg“ e.V. ist ein eigenständiger, von der Stadt Neuburg unabhängiger, gemeinnütziger Verein. Er beschränkt sich nicht nur auf die nach außen hin sichtbar wirkenden Veranstaltungen. Dabei tritt er in vielfältiger Weise auf – sei es als Verleger von Büchern, wie 1993 das Buch „Archäologie rund um den Stadtberg“, diverse Ortschroniken, Kirchenführer und 1996 das Schloßfestbuch, oder als finanzieller Förderer von Ausstellungen. Zudem wurden und werden Bilder und Buchrestaurationen auf Kosten des Verkehrsvereins in Auftrag gegeben. Auch Spenden – unter anderem wegen der Neugestaltung des Stadtmuseums und letztes Jahr ein größerer Betrag für die Hochwasseropfer in der Partnerstadt Jeseník – gehören zu seinen Förderaktivitäten.

Einzug Ulmer Schachtel
Einzug Ulmer Schachtel Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Also höret: Live-Konzert und Feuerzauber im Neuburger Schlosshof

Zackenflanke, Greenhorns und Spectaculum de diabolico am Donnerstag, 3. Juli, ab 19.30 Uhr: Das solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen! – Für alle, die die fünf Tage zwischen dem 1. und dem 2. Schloßfest-Wochenende als viel zu lang empfinden, haben sich Fredi Lahn und das Schloßfestkomitee etwas ganz Besonderes überlegt: Das Konzert am Donnerstag-Abend im stimmungsvollen Schlosshof erfährt heuer zum dritten Mal eine Neuauflage!

Am Donnerstag, 3. Juli, erwarten Euch ab 19.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) drei Gruppen, die in Neuburg und insbesondere für Schloßfest-Freunde mit ihrem Live-Programm jedes Mal wieder für Begeisterung sorgen: Zackenflanke, Greenhorns und Spectaculum de diabolico verkürzen die Wartezeit auf das 2. Wochenende mit unbändigem Musikgenuss und schillerndem Feuerzauber.

Zackenflanke

Seit 2007 gehört die Formation mit ihren mitreißenden Auftritten, ihren authentischen Musikinstrumenten und ihrem selbst komponierten Liedgut ganz fest zum Klangteppich des Neuburger Schloßfestes. Die Spielfreude von Zackenflanke springt wie ein Funke aufs Publikum über – ob an verschiedenen Zehrstädten, im Museumsgarten oder im Schloßhof: Zackenflanke bringt die Bühne zum Beben! Beim Konzert am Donnerstag, 3. Juli, haben Zackenflanke ihre orientalischen Tänzerinnen dabei, die während ihrer Lieder auftreten.

Zackenflanke
Zackenflanke Foto: Nikolay_von_Kapff

Greenhorns

Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 bringen die Greenhorns traditionellen Irish Folk auf die Bühne – lebendig, authentisch und voller Spielfreude. Entstanden aus einem Ensemble der Musikschule Neuburg, vereint die fünf Musiker die Liebe zur irischen Volksmusik. Die Besetzung mit Geige, Flöte, Akkordeon, Gitarre, Bass und Gesang verleiht dem Klang der Greenhorns eine charakteristische Note. Unter der musikalischen Leitung von Manuel Wasilesku interpretieren die Greenhorns klassische Tunes und Balladen aus Irland mit großer Sorgfalt und einem feinen Gespür für die Wurzeln dieser traditionsreichen Musik.

Spectaculum de diabolico

Mit ihrem Feuerzauber lässt die Gruppe Spectaculum de diabolico die Straßen, Plätze, Höfe und Bühnen der Historischen Altstadt an den Schloßfest-Tagen in einem magischen Licht erstrahlen. Geheimnisvoll, mystisch, kunstvoll und energiegeladen beherrschen die Feuerkünstler ihr Element. Sie werden auch das Publikum im Schlosshof mit ihrer spektakulären Virtuosität in ihren Bann ziehen.

Kleiner Infokasten:

Eintrittspreis: 15,00 €/Person (Kartenzahlung nicht möglich).

Kartenverkauf in der Touristinfo Neuburg ab dem 16. Juni 2025

Zug der Stadtwachen
Zug der Stadtwachen Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Gar lustige Stückelein und viel Kurzweyl

Wer mit dem Neuburger Schloßfest aufgewachsen ist, weiß: Es gibt keine Altersbegrenzung – auch schon in ganz jungen Jahren kann man sich hier rundum wohl fühlen. Die Macher des Verkehrsvereins haben bei der Planung und Organisation des Schloßfestes die Familien immer im Blick. Zu den „Klassikern“ im Veranstaltungsprogramm wie die Aufführungen des Neuburger Marionettentheaters, den Reigenkindern oder natürlich dem Steckenreitertanz sowie den „Geschichten und Märchen für Kinder“ mit Carla von Memoratrix im Stadtmuseum haben sich über die Jahre auch neue „Highlights“ entwickelt – zum Beispiel die Lateinschule des Descartes-Gymnasium oder der „Rhythmische Steckenreiterkampf“ der Maria-Ward-Schule.

Reiterspiele im Hofgarten.
Reiterspiele im Hofgarten. Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Josefstraße als „Kinderstraße“

Doch auf dem ganzen Festgelände erwartet die jüngeren Gäste eine Vielfalt von Attraktionen – die Josefstraße ist sogar als „Kinderstraße“ konzipiert. Ob Edelsteine im Sand sieben, einem Schmied über die Schulter schauen und selbst Nägel herstellen, die Geschicklichkeit bei Wurfspielen ausprobieren oder sich in der Kalligraphie versuchen … das fantasiereiche und liebevolle Angebot fasziniert und begeistert nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern und Großeltern oder andere Familienfreunde.

Schmied in der Josefstraße.
Schmied in der Josefstraße. Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Mit der Kegelbahn oder dem Ringelstechen sowie dem mit viel Power betriebenen Kinderkarussell des BSV Neuburg sind auch auf der Amalienstraße Stationen anzutreffen, die „viel Kurzweyl“ entfachen.

Wichtig für die Eltern

Kinder bis 12 Jahre oder einer Größe von 1,50 m haben freien Eintritt aufs Festgelände, ebenso in kostenpflichtige Veranstaltungen – jedoch ohne Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Die Findelkindstelle vor der Hofkirche ist für alle, die ihren Nachwuchs aus den Augen verloren haben, eine wichtige Adresse.

Schlossfest für Kinder in der Josefstraße Schatzsuche im Sand.
Schlossfest für Kinder in der Josefstraße Schatzsuche im Sand. Foto: Archiv Verkehrsverein, Ulli Hamm und Nikolay von Kapff

Hier den Schloßfest-Film sehen!

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