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Wasserversorgung: Heimberggruppe unter neuer Führung

Wasserversorgung

Heimberggruppe unter neuer Führung

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    Dem Ausschuss des Wasserzweckverbands Heimberggruppe gehören an (v.l.): Vorsitzender Tobias Gensberger, Fritz Goschenhofer, Ludwig Bayer und Franz Josef Landes (es fehlt Claudia Heinzmann). Vize-Vorsitzender ist Georg Hirschbeck.
    Dem Ausschuss des Wasserzweckverbands Heimberggruppe gehören an (v.l.): Vorsitzender Tobias Gensberger, Fritz Goschenhofer, Ludwig Bayer und Franz Josef Landes (es fehlt Claudia Heinzmann). Vize-Vorsitzender ist Georg Hirschbeck. Foto: hama

    Nach 36 Jahren wurde beim Wasserzweckverband der Heimberggruppe zum ersten Mal ein neuer Vorsitzender gewählt. Wo andernorts händeringend und mit viel Überzeugungsarbeit gerade mal ein Bewerber zur Verfügung steht, gab es für diesen Posten gleich zwei Aspiranten – und in der Folge auch eine Kampfabstimmung.

    Nachdem Thomas Hager aus Rennertshofen „nach reiflicher Überlegung“ den Bergheimer Bürgermeister Tobias Gensberger vorgeschlagen hatte, brachte Ulrike Polleichtner, zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde, ihren Fraktionskollegen Ludwig Bayer ins Spiel. Mit 12:7 Stimmen – bei einem ungültigen Stimmzettel – entschieden sich die 20 Verbandsräte überraschend deutlich für Gensberger. Für Beobachter deswegen überraschend, weil die Rennertshofener mit 14 Räten klar die Mehrheit stellen und Polleichtner bereits im Vorfeld zur Geschlossenheit der Markträte aufgerufen hatte.

    Bayer erwies sich als fairer Verlierer, gratulierte dem Bergheimer Bürgermeister und wünschte ihm „eine glückliche Hand“. Gensbergers Stellvertreter ist Rennertshofens Bürgermeister Georg Hirschbeck, der sich mit 13:7 Stimmen gegen Hans Muschler durchsetzte.

    Kurz vor der Wahl hatte Fritz Goschenhofer eine Unterbrechung der Sitzung beantragt, um über die Vergütung des Vorsitzenden zu sprechen, was mit 9:11 Stimmen abgelehnt wurde. Beide Kandidaten waren dennoch bereit, über Geld zu reden. Bayer erklärte, er werde für dasselbe Entgelt wie der frühere Vorsitzende Günther Kalleder arbeiten. Das hätte Gensberger grundsätzlich auch getan, rechnete dann aber vor, dass bei zehn Wochenstunden ein Salaire von 1300 Euro monatlich seiner Meinung nach angemessen sei. „Für 30 Euro pro Stunde arbeitet kein Maurer mehr – nicht mal schwarz“, sagte er. Auf den Einwand, andere Verbände würden 500 bis 700 Euro bezahlen, konterte Adolf Gloßner: „Die haben aber zusätzlich noch einen Geschäftsführer, den sie zahlen müssen – bei uns macht das alles der Vorsitzende.“ Die genaue Höhe des Entgelts wollen die Verbandsräte nun in der nächsten Sitzung festlegen.

    Als neu gewählter Vorsitzender hat für Tobias Gensberger die Ursachenforschung nach der immer wiederkehrenden Wasserverunreinigung oberste Priorität. Wie berichtet, muss das Trinkwasser derzeit erneut gechlort werden, nachdem es bereits vier Monate lang gegen Bakterien behandelt worden war. Dass das heikle Thema nicht auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung stand, rief bei manchen Mitgliedern Verwunderung hervor. So wollte Ludwig Bayer etwa wissen, warum das Angebot von Landrat Peter von der Grün ausgeschlagen worden sei, zusammen mit einem Mitarbeiter des Gesundheitsamtes während der Sitzung Fragen zu beantworten. Nach den Worten von Vize-Vorsitzendem Alexander Weigl sei das Angebot erst kurzfristig am selben Morgen gekommen, außerdem hätten er und Vorsitzender Günther Kalleder keine Notwendigkeit dafür gesehen.

    Die Verabschiedung von Günther Kalleder wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, denn der langjährige Vorsitzende ließ sich entschuldigen. Nachdem er altersbedingt zur Corona-Risikogruppe zähle, wollte er an der Versammlung nicht teilnehmen.

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