Der Name ist Programm: „Bady’s Boaz’n“, das Lokal zwischen den beiden Seen im Weicheringer Naherholungsgebiet, ist tatsächlich eine Boazn im Sinne einer etwas heruntergekommenen Kneipe. Weder außen noch innen macht die Gaststätte einen besonders einladenden Eindruck, was Badegäste bislang allerdings nicht besonders störte, wenn sie sich an einem heißen Sommertag ein Eis, ein Getränk oder die unverzichtbaren Pommes kauften. Doch nach dem Willen der Mitglieder des Naherholungsvereins Weichering, dem das Areal gehört, soll sich das ändern. Aus der Boazn soll eine ansehnliche Gaststätte werden, die sowohl im Sommer als auch im Winter gerne besucht wird. Auf der Mitgliederversammlung des Vereins am Dienstag wurden die Details besprochen.
Sofern sich die entsprechenden Handwerker finden, soll im Herbst mit dem Umbau begonnen werden. Wie Geschäftsführer Markus Laumer erklärte, sei geplant, das Gebäude komplett zu entkernen und die Räume neu aufzuteilen. Der Gastraum soll größer werden, damit etwa 80 Gäste darin Platz finden. Die Heizung wird von Öl auf Gas umgestellt. Die Gäste-WC’s werden von außen zugänglich sein, für das Personal wird es eine separate Toilette geben. Dazu kommen neue Böden, eine neue Isolierung und neue Elektroinstallationen. Auch im Außenbereich soll sich einiges verändern. Zum Biergarten hin soll ein Vordach angebaut werden, unter dem mindestens eine Biertischgarnitur Platz hat. Außerdem wird ein Grillhäuschen aufgebaut, an dem die Gastwirte für ihre Gäste grillen können. Aus den Reihen der Mitglieder kam der Vorschlag, auf das Dach auch eine kleine Photovoltaikanlage zu installieren. Ob eine solche sinnvoll ist, soll das mit dem Umbau beauftragte Ingenieurbüro prüfen.
Das neue Konzept am Weicheringer See gefällt den Mitgliedern
Die Pläne kamen bei den Mitgliedern gut an und entsprachen deren Vorgaben. Denn als im vergangenen Jahr die Idee eines anonymen Investors für eine Wellnessanlage am Badesee mit Bausch und Bogen abgewunken wurde, entstand der Wunsch, das Lokal aufzuwerten, ohne den grundsätzlichen Charakter zu verändern. Dazu gehört neben den baulichen Veränderungen auch ein neues Gastro-Konzept, wonach der Betrieb ganzjährig laufen und sich nicht nur hauptsächlich auf Badegäste stützen soll. Mit einer „heißen Theke“ wollen die Pächter etwa für Durchreisende eine schnelle Mahlzeit anbieten. Und im neuen Gastraum könnten das ganze Jahr über Familien- und Geburtstagsfeiern stattfinden.
Die Sanierung wird von dem Ingenieurbüro mit 160.000 Euro brutto veranschlagt. „Doch wir wollen euch nichts vormachen: Bedingt durch die Baukonjunktur können es sicher auch bis zu 200.000 Euro werden“, sagte Laumer den Mitgliedern. Die Investition sei für den Verein nicht gering, jedoch immer noch deutlich günstiger als ein Neubau. Der hätte mindestens 500.000 Euro gekostet.
Zur Finanzierung des Vorhabens will der Verein ein Darlehen über 200.000 Euro aufnehmen. Bei knapp 2000 Euro monatlichen Rückzahlungen sowie Sondertilgungen sollte der Kredit innerhalb von zehn Jahren abbezahlt werden, rechnete Vorstandsmitglied Andreas Schwinghammer vor. Zins und Tilgung würden teilweise über die Pacht finanziert werden. Wie hoch die ausfällt, darüber sei im Detail noch nicht verhandelt worden. Aktuell bezahlt das rumänische Wirtspaar, das das Lokal im Sommer vergangenen Jahres übernommen hat und dort auch ihre Landesküche anbieten möchte, 450 Euro. Der Betrag wird nach dem Umbau in jedem Fall steigen, jedoch angelehnt an den Umsatz. „Wenn’s gut läuft, bezahlen sie mehr, wenn’s schlecht läuft, dann eben weniger“, sagte Vorsitzender Thomas Mack.
Ein Problemfall: Die Toiletten am Weicheringer See
Bei soviel frischen Ideen ergriff ein Mitglied die Gelegenheit, einen eher stinkenden Missstand anzusprechen. Die Toiletten rund um die Badeseen seien ihrer Meinung nach alles andere als ansehnlich, gar von „asslig“ war die Rede. Das liege unter anderem daran, dass etwa das Dach an der WC-Anlage am Haus am See undicht und der Boden viel zu rau zum Wischen sei. Dem konnten die Verantwortlichen nicht widersprechen. Wolle der Verein den Zustand erkennbar verbessern, sei es mit Schönheitsreparaturen allein allerdings nicht getan, wusste Geschäftsführer Laumer. „10.000 Euro sind da nichts.“ Weil die Mitglieder dem Vorstand in dieser Angelegenheit jedoch keinen Auftrag erteilten, blieb es beim Wunschgedanken.
Keine Zufahrt für Wohnmobile zum Weicheringer See
Umgesetzt wird dagegen eine andere Maßnahme am See: An der Zufahrt zum Parkplatz von Lichtenau kommend wird eine Höhenschranke aufgestellt. Die soll verhindern, dass Wohnmobile die Parkplätze belegen oder Lastwagenfahrer dort ihren Müll ablegen können. Beides wurde in der Vergangenheit beobachtet, weshalb ein Mitglied am Dienstag die Zufahrtsbeschränkung anregte. Wann genau die Schranke aufgebaut wird, ist noch nicht klar.