28 Meter – so breit hätte die geplante vierspurige B16 werden sollen. Zwischen B13 und A9 wären es sogar 31 Meter gewesen. Zwei Fahrbahnen in die eine Richtung, zwei in die andere, dazwischen ein Mittelstreifen, links und rechts ein Seitenstreifen plus Bankett. Ein Asphalt-Bollwerk, das sich von Neuburg bis zur Autobahn zieht. Es ist keine willkürliche Breite, die das Staatliche Bauamt Ingolstadt für den Ausbau geplant hat. Das Regelwerk des Bundes hat diese Maße verbindlich vorgegeben. Doch nach Widerständen aus der Bevölkerung gegen den massiven Flächenverbrauch hat das Verkehrsministerium nun die Vorgaben geändert. Bei einem vierstreifigen Straßenausbau sind Standstreifen nun nicht mehr verpflichtend. Das Straßenbauamt hat sie deshalb gestrichen, sodass die Straße insgesamt „nur“ noch 23 Meter breit wird. Für Kritiker und Gegner der Ausbaupläne ist dieser Kompromiss freilich wenig zufriedenstellend.
Zu den unmittelbar Betroffenen gehören auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Weichering und dem Neuburger Stadtteil Maxweiler. Über den autobahnähnlichen Ausbau vor der Haustüre ist die Gemeinde nicht begeistert und hatte ihn deshalb auch mehrfach zugunsten eines dreistreifigen Ausbaus abgelehnt. Ohne Erfolg, versteht sich, denn das Vorhaben hat der Bund angeordnet. Eine Alternative steht nicht im Raum. Die Meinung der Gemeinde Weichering dazu hat allenfalls eine symbolische Bedeutung.
Mit dem Paketzentrum droht Maxweiler, seinen Anschluss an die B16 zur verlieren
Und so gehen die Planungen trotz Widerstände aus Weichering, Manching oder Ingolstadt ihren Weg. Das Bauamt Ingolstadt hat mittlerweile für den Bereich zwischen der Zeller Kreuzung und dem Anschluss an die B13 eine Vorzugsvariante erarbeitet, die der Regierung von Oberbayern zur Prüfung vorliegt. In der Gemeinderatssitzung in Weichering hat Behördenleiter Stephan Blauth den Stand der Dinge insbesondere im Bereich der Gemeinde erläutert.
Dort hängt insbesondere die Anschlussstelle Maxweiler von dem geplanten Paketzentrum ab. Kommt es, wird die Zu- und Abfahrt ausgebaut, damit die DHL-Lastwagen das Logistik-Areal anfahren können. Kommt es nicht, wird der Knotenpunkt wohl aufgelöst. Der Grund dafür ist wieder in den Richtlinien des Bundes zu finden, wie Stephan Blauth dem Gremium und den interessierten Zuhörern aus Maxweiler und Weichering am Dienstag erklärte. Diese besagen, dass möglichst wenig Anschlussstellen gebaut werden sollen – aus Kosten- und aus Sicherheitsgründen, denn jede Zu- und Abfahrt bringt Risiken mit sich. Nach Ansicht des Bauamtes könnte auf die Maxweiler Ausfahrt verzichtet werden, weil die Kosten für den Umbau in Höhe von rund fünf Millionen Euro in keinem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen für die etwa 200 potenziellen Autofahrer steht.
Wie Maxweiler in diesem Fall erreicht werden kann, steht noch nicht final fest. Alternative Strecken verlaufen über Weichering oder Bruck. Möglich wäre auch ein Anschluss bei Rothheim. Auf die Frage von Stefan Appel, ob die Auflösung der Anschlussstelle schon beschlossene Sache sei, sollte das Paketzentrum nicht realisiert werden, verwies Blauth erneut auf den Bund: Die Gemeinde solle sich an das Bundesverkehrsministerium wenden, wenn sie den Knotenpunkt für erhaltenswert erachte.
B16-Ausbau: Für die Anschlussstelle Maxweiler gibt es bislang keine Alternativlösung
Bürgermeister Thomas Mack hingegen fände es gar nicht so uncharmant, wenn die B16-Zufahrt geschlossen würde. Die Diskussion um Lärm- und Verkehrsbelastungen hätte dann ein Ende. Apropos Lärm: Wo genau Lärmschutzwände entstehen werden, ist derzeit noch nicht Bestandteil der Planung. Dies wird erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, genauso wie das untergeordnete Wegenetz für Traktoren
Sollte das Paketzentrum dagegen gebaut werden, wird der Knotenpunkt ausgebaut – und zwar nach derzeitigen Planungen exakt an der bestehenden Stelle. Insbesondere für die unmittelbaren Anlieger in Maxweiler ist diese Variante wenig attraktiv, führt doch der komplette DHL-Verkehr an ihren Häusern vorbei. Diverse Vorschläge von Bürgern aus Maxweiler, die Anschlussstelle zu verlegen, habe das Staatliche Bauamt geprüft, sagte Planer Markus Witzgall auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch eine umsetzbare Lösung sei bislang nicht darunter gewesen.
Das Problem sind die beengten Verhältnisse an dieser Stelle: FFH-Gebiet und Paketzentrum begrenzen den Raum enorm. Eine Abweichung von den gesetzlichen Vorgaben sei zwar möglich, doch dazu müsste eine erhebliche Beeinträchtigung vorliegen. Und das sei per Definition an diesem Standort nicht der Fall.
Pläne für Umgestaltung der Zeller Kreuzung in Neuburg sind noch in Bearbeitung
Doch an dieser Stelle muss noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Die Seitenstraßen schienen zu einem früheren Zeitpunkt ebenfalls alternativlos, genauso wie eine großräumige Verlegung der B16 bei Winden. Der Abschwenk konnte letztlich doch vermieden werden, wie Blauth in der Sitzung erklärte.
Der Vorschlag des Staatlichen Bauamts zur Umgestaltung der Zeller Kreuzung ist derzeit noch in Bearbeitung. Bis spätestens Anfang nächsten Jahres sollen die vorläufigen Pläne fertig sein und dann in einer Infoveranstaltung in Neuburg präsentiert werden.
Es wird mindestens noch 15 Jahre dauern, bis an der B16 tatsächlich die Bagger rollen. So lange dauert das Planungsverfahren – und auch nur dann, wenn es keine Klagen gibt. Ob bis dahin der eingeschlagene Weg noch der richtige ist, wird seitens des Bundes alle fünf Jahre überprüft. Die Verkehrszahlen sind dafür nur ein Kriterium von vielen. Der Ausbau wird aktuell mit rund 220 Millionen Euro Baukosten plus fünf Millionen Euro für Grunderwerb kalkuliert. Dass diese Preise zum Zeitpunkt des Baubeginns längst überholt sind, dürfte sich von selbst verstehen.