Der über 100 Jahre alte Franzbauerhof in Weichering soll wieder belebt werden. Allerdings nicht als landwirtschaftliche Hofstätte, sondern als multifunktionales Anwesen – mit Ferienwohnungen, Veranstaltungsräumen für Kultur und Freizeit, einer Bücherei und einer Privatwohnung für die Eigentümer. So ist zumindest die Idee von Karin Schmid und Markus Omasreiter. Das Architekten-Paar hat das Anwesen gekauft und möchte es nun sanieren – und zwar am liebsten so, dass es teilweise auch öffentlich von der Gemeinde genutzt werden könnte.
Am Montag haben die beiden dem Weicheringer Gemeinderat einen ersten Eindruck ihrer Umbaupläne gegeben. Ihr Ziel ist es, möglichst wenig zu verändern, um den Charakter des Gebäudes, das 1910 erbaut wurde, so authentisch wie möglich zu belassen. Die über 100 Jahre dürfen und sollen wirken. "Wir wollen nur soweit renovieren, damit die Bausubstanz keinen Schaden nimmt", sagt Markus Omasreiter. Weil der Eingriff in die Fassade so gering wie möglich sein soll, kommt für ihn und seine Frau auch kein Wohnungsbau infrage. Dafür wäre es nötig, die ehemaligen Scheunen und Lagerhallen entsprechend umzubauen. Doch genau das soll nicht der Fall sein. "Die großen Räume sollen erhalten bleiben, und wir wollen sie auch mit einer großflächigen Nutzung bespielen."
Und an diesem Punkt kommt die Gemeinde Weichering ins Spiel. Das Ehepaar Schmid/Omasreiter kann nur einen Teil des riesigen Anwesens nutzen. Das Wohnhaus, das derzeit noch bewohnt ist, misst knapp 200 Quadratmeter und soll später einmal das Zuhause der beiden Architekten werden. Doch das ist nur ein kleiner Teil des gesamten Areals. Die restlichen Flächen könnten öffentlich genutzt werden, etwa als Freizeiträume für Kinder, Jugendliche und Senioren, für die Gemeindebücherei oder als Veranstaltungsraum für Feste und kulturelle Angebote. "Wir wollen auf keinen Fall in Konkurrenz zum Pfarrstadel oder zum Gasthaus Vogelsang stehen", betonen die beiden. Vielmehr könnten die Räume eine Option für all jene sein, die bislang noch keine "Wirkungsstätte" haben.
Darüber hinaus sollen in einem Teilbereich auch Ferien- und Kurzzeitwohnungen entstehen. Ziel sei es, den Franzbauerhof zu beleben. "Zu zweit würde uns das nicht gelingen", sagt Karin Schmid.
Gemeinderat Weichering überlegt sich mögliche Nutzung für den Franzbauerhof
Bei den Gemeinderäten stieß das Angebot grundsätzlich auf positive Resonanz. Lediglich Karl Beck hegte Bedenken bezüglich der Parksituation. "Wenn ihr jedes Wochenende eine Veranstaltung habt, dann ist ständig die Straße zugeparkt", unkte er. Dass es zu einer derzeit großen Auslastung der Räume kommen könnte, wurde jedoch von Karin Schmid verneint.
Bei seiner Klausur im kommenden Frühjahr will der Gemeinderat das Thema auf die Agenda nehmen und darüber nachdenken, welche Nutzung für die Gemeinde sinnvoll wäre. Kommen beide Parteien überein, könnte der Franzbauerhof auch den Weicheringern zugänglich werden.