Startseite
Icon Pfeil nach unten
Landsberg
Icon Pfeil nach unten
Rott
Icon Pfeil nach unten

Rott: Hitzige Diskussion ums Trinkwasser in Rott

Rott

Hitzige Diskussion ums Trinkwasser in Rott

  • |
  • |
  • |
    Der Hochbehälter der Trinkwasserversorgung in Rott muss saniert werden. Ein Neubau ist im Gespräch und sorgte in der Bürgerversammlung für Diskussionen. Denn die Bewohner im oberen Dorf würden vom dann höheren Wasserdruck profitieren.
    Der Hochbehälter der Trinkwasserversorgung in Rott muss saniert werden. Ein Neubau ist im Gespräch und sorgte in der Bürgerversammlung für Diskussionen. Denn die Bewohner im oberen Dorf würden vom dann höheren Wasserdruck profitieren. Foto: Julian Leitenstorfer

    In Rott stehen auch nach dem Neubau des Ärztehauses viele Investitionen an. Ein Schwerpunkt bei der Bürgerversammlung war die Wasserversorgung. Was die Gemeinde vorhat, um gutes Trinkwasser vorzuhalten und welche zusätzlichen Vorteile die Bürger im oberen Ortsteil von Rott hätten.

    Wasser und Abwasser gehören zu den wichtigsten kommunalen Aufgaben. Damit stets ausreichend Trinkwasser in Gemeinden zur Verfügung steht, fordert das Wasserwirtschaftsamt ein zweites Standbein. Dieses könnte, so führte Bürgermeister Fritz Schneider in der Bürgerversammlung aus, eine zweite Quelle oder ein Verbund mit einer anderen Gemeinde sein: „Unsere Quelle liefert ausreichend Wasser. Wenn es lange Zeit trocken ist, schwindet jedoch die Schüttung. Bleibt der Verbrauch trotzdem hoch, könnte es im Extremfall zu einer Unterversorgung kommen.“

    Um dies zu verhindern, gingen Reichling und Rott einen Verbund ein. Im Herbst 2021 wurde eine Verbundleitung gebaut, die von Pessenhausen nach Rott führt. Diesen Abschnitt inklusive eines Schachtbauwerks habe Rott zu bezahlen. Weitere angefallene Baukosten teilen sich die Gemeinden. Den Anschluss von Reichling nach Reichlingsried übernimmt Reichling komplett. Rund 522.000 Euro kostet diese Verbundleitung, die zu 50 Prozent gefördert wird. Leider sei das Geld aus der Förderung 2022 nicht mehr zu erwarten, so Schneider: „Die Versorgungsleitung ist fast fertiggestellt und wird in den nächsten Wochen in Betrieb gehen.“ Dabei handele es sich um eine sogenannte nasse Leitung, die mit Wasser von Reichling entweder ein- oder zweimal täglich oder auch kontinuierlich gespült werde. Auch hierbei fallen Kosten für Rott an.

    Der aktuelle Hochbehälter ist 70 Jahre alt

    Der derzeitige Ausbau lässt eine Wasserlieferung nur von Reichling nach Rott zu. Um die vertragliche gegenseitige Belieferung erfüllen zu können, muss Rott erneut investieren. Zuvor sind jedoch weitreichende Entscheidungen zu fällen, wie Schneider ausführte. Es müsste ein Pumpwerk am Hochbehälter gebaut und dieser saniert werden. Da der Hochbehälter bereits 70 Jahre alt ist und kaum noch den technischen und hygienischen Anforderungen entspricht, sei ein Neubau aber wirtschaftlicher. Noch ist dieser nicht beschlossen.

    Die Gemeinde hat jedoch bereits ein Grundstück erworben, das 15 Meter höher als das bisherige liegt. Mit einem Hochbehälter an dieser Stelle könnte die Gemeinde gleich mehrfach profitieren: So könnte Reichling mit Wasser versorgt werden, gleichzeitig wäre der Wasserdruck in den Leitungen höher, wovon insbesondere die Bürger im oberen Dorf profitieren würden. Jedoch sei derzeit keine Förderung des Projekts möglich, so Schneider. Zudem zöge ein neuer Hochbehälter auch weitere Investitionen nach sich. Nicht alle Leitungen würden den rund 1,5 Bar höheren Druck aushalten; diese müssten erneuert und zudem neue verlegt werden. Etwa zwei bis 2,5 Millionen Euro wären für dieses Trinkwasserprojekt zu veranschlagen, antwortete Wassermeister Hermann Schwab auf die Nachfrage eines Bürgers.

    Dass nicht alle gleichermaßen von den Investitionen profitieren würden, sondern durch die Druckerhöhung eher die des oberen Dorfes, brachte ein weiterer Bürger ins Spiel. Dem widersprach der Wassermeister: „Alle profitieren, die mit diesem Wasser versorgt werden, denn es entspricht den Anforderungen.“ Schneider mahnte an, das Dorf nicht auseinanderzudividieren: „Wir sind eine Dorfgemeinschaft.“

    Wasserverluste liegen bei 4,38 Prozent

    Alljährlich werden bei der Rotter Bürgerversammlung auch die Wasserverluste aufgezeigt. Diese lagen 2021 bei 4,38 Prozent bei einer geförderten Wassermenge von 106.000 Kubikmeter. Im Vergleich: 2017 lagen sie bei 2,55, 2020 bei 3,89 Prozent. Wie Schneider betonte, seien Wasserverluste bis zehn Prozent in „einem guten Bereich“. Ein Bürger monierte, die Wasserverluste würden heruntergespielt. Dem widersprach Wassermeister Schwab: Bei 30 Kilometern Hauptleitungen und 20 bis 25 Kilometern Hausanschlussleitungen sei es nicht möglich, den Wasserverlust auf null zu senken. Überdies habe dieser in früheren Jahren weit höher gelegen.

    Da beim Wasser eine Unterdeckung vorliegt, wurden bereits im November 2019 Wasser- und Grundpreis erhöht. Bis 2023 soll die Unterdeckung abgebaut sein, so Bürgermeister Schneider. Höhere Kosten sind künftig auch beim Betrieb der Kläranlage zu erwarten, die Rott zusammen mit Reichling betreibt: Die Klärschlammentsorgung wird 33 Prozent mehr kosten. Auch der Stromverbrauch ist beim Betrieb der Kläranlage einer der großen Posten. Deshalb wird darüber diskutiert, ob eine Fotovoltaikanlage, die ausschließlich Strom für die Kläranlage produzieren soll, angeschafft werden soll.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden