Alerheim Beim gestrigen Neujahrsempfang der Gemeinde Alerheim hat Bürgermeister Christoph Schmid das Ehrenamt in den Mittelpunkt gestellt. Leider werde es immer schwieriger Personen zu finden, die sich für das Gemeinwohl einsetzten, so der Bürgermeister vor den rund 150 Gästen im Gemeindezentrum des Ortsteiles Bühl. Zwar erlebe man immer wieder, dass sich Bürger äußerten und zur Wehr setzten, wenn es um die eigenen Belange gehe. Nur wenige seien jedoch bereit, Funktionen in Vereinen und Organisationen oder in Gemeinderäten zu übernehmen.
Kein Bedarf für Bauland
Wie anderen Kommunen bereitet auch der 1650-Seelen-Gemeinde Alerheim die Demografie Sorgen und erfordert teilweise schwerwiegende Entscheidungen. Als ein Beispiel nannte Schmid die Frage nach neu auszuweisenden Baugebieten vor dem Hintergrund der zunehmenden Leerstände. Derzeit bestehe nach weiteren Bauplätzen kein großer Bedarf. Dass die Gemeinde immer weniger Einwohner zähle, liege allerdings nicht an zu wenig Geburten oder mehr Todesfällen, sondern in erster Linie an den Wanderungsbewegungen, besonders in der zweiten Jahreshälfte. Der Bürgermeister hat hierfür eine Erklärung: „Studierende melden ihren Hauptwohnsitz in Alerheim ab und diesen dort an, wo sie studieren.“
Krippe kommt
Gerade aufgrund dieser Entwicklung ist es Christoph Schmid ein wichtiges Anliegen, in seiner Kommune ein gutes Kinderbetreuungsangebot zu schaffen. Deshalb stünde für ihn der begonnene Neubau des Kindergartens, der in Trägerschaft der evangelischen Kirche ist, samt neuer Kinderkrippe an vorderster Stelle. Bisher habe sich Alerheim mit rund 650 000 Euro an den Baukosten dieses Projektes beteiligt. In diesem Jahr werde die Krippe in einem zweiten Bauabschnitt errichtet, was den Abriss des alten Gebäudes erforderlich mache. Als weitere Vorhaben für 2012 plant Schmid unter anderem den Anschluss von Schloss Alerheim an die gemeindliche Kläranlage mittels einer Druckleitung, den Breitbandausbau in den Ortsteilen sowie die Sanierung der Stiegelgasse und des Kirchenaufgangs in Wörnitzostheim. Zudem sei der Ausbau der Straße im Baugebiet „Westlich der Schule“, das mittels eines Fußweges zur Grundschule und zum Kindergarten angebunden werde, vorgesehen. Ihr Augenmerk richte die Gemeinde darüber hinaus auf eine gute Infrastruktur für die Jugendlichen beispielsweise in Form von Spielgeräten.
Lob hatte der Rathauschef für die örtlichen Gewerbebetriebe übrig. Deren guter Entwicklung sei es zu verdanken, das Alerheim viel Gewerbesteuer eingenommen habe, die dazu beitrage, auch 2012 entsprechend investieren zu können. Dies zeige, wie wichtig diese Einnahmequelle für eine Kommune sei. Daraus erkläre sich auch der Widerstand nahezu aller kommunalen Mandatsträger gegen eine Abschaffung der Gewerbesteuer.
Keine neuen Schulden
Schmid richtete gestern auch einen Blick auf den diesjährigen Etat seiner Gemeinde, der morgen Abend im Gemeinderat auf der Tagesordnung stehe. Zum vierten Mal in Folge gelinge es, ohne Neuverschuldung auszukommen und damit die Pro-Kopf–Verschuldung weiter zu senken. Die Gesamtverschuldung werde am Ende des Jahres bei rund 722 000 Euro liegen. (bs)