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Besuch vor Ort: Wo die Kirche noch im Zentrum steht

Besuch vor Ort

Wo die Kirche noch im Zentrum steht

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    Reges Medieninteresse herrschte am letzten Tag der Konferenz der bayerischen Bischöfe in Wemding. Mehrere Kamerateams waren vor Ort, als Kardinal Marx (links) über die Ergebnisse der Tagung informierte.
    Reges Medieninteresse herrschte am letzten Tag der Konferenz der bayerischen Bischöfe in Wemding. Mehrere Kamerateams waren vor Ort, als Kardinal Marx (links) über die Ergebnisse der Tagung informierte. Foto: Fotos: Hilgendorf

    Von Thomas Hilgendorf

    Wemding Diese Küche ist katholisch, ganz klar. So wie überhaupt fast die gesamte Ortschaft. Paul Trollmann schwenkt den Fisch noch ein wenig, dann bekommen ihn die Hungrigen draußen in der Gaststube. An der Wand wacht das Kruzifix über den regen Betrieb in Wirt Trollmanns sauber gefliester Kochwerkstatt. Heute ist Freitag und der ist in der Wallfahrtsgastätte neben der Basilika Maria Brünnlein traditionell Fischtag. Die Hungrigen draußen, das sind die Fahrer der bayerischen Bischöfe, die hier in Wemding drei Tage über Zukunftsfragen der Kirche und kirchlicher Einrichtungen beraten haben.

    Dass die Bayerische Bischofskonferenz diesmal im beschaulichen Wemding stattfindet, ist indessen mehr als einleuchtend. Denn die Zahlen, die Wemding vorweisen kann, sind eindrucksvoll: Gut 200000 Wallfahrer besuchen die barocke Basilika und die historische Altstadt Wemdings Jahr für Jahr. Und auch die anderen Kirchen in der mehrheitlich katholischen Stadt sind, im Gegensatz zu denen an anderen Orten im Freistaat, noch ziemlich gut gefüllt.

    Nur wenige Schritte vom zentralen Marktplatz entfernt wohnt und arbeitet Pfarrer Wolfgang Gebert. Aus der Großstadt Nürnberg hatte es ihn vor einem halben Jahr in den Wallfahrtsort Wemding verschlagen.

    Er betreut nun rund 4000 Gläubige – die Stadt ist eine Hochburg des Katholizismus in der Region. „Der Glaube prägt diesen Ort. Er ist hier noch normal“, sagt Gebert. Und weiter erläutert er: „Dass man hier bei christlichen Feiern mitmacht, ist für die meisten hier noch selbstverständlich.“

    Doch ebenso wie nebenan – wo die Bischöfe über Zukunftsfragen beraten – macht sich auch Pfarrer Gebert Gedanken darüber, wie es wohl weitergeht. Er drückt das so aus: „Die Gemeinde an sich muss sich ändern – von einer versorgten Gemeinde hin zu einer mitsorgenden.“ Will heißen: Jedem solle sein Platz in der Kirche zustehen, jeder sollte aber auch mitmachen.

    Ein Dutzend Journalisten sowie einige Fotografen und Kamerateams vertreten sich auf dem kleinen, windigen Platz zwischen Konferenzraum und Basilika die Füße. Warten ab, bis die Pressekonferenz los geht. Die Tür öffnet sich, der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke tritt heraus. Er freut sich, dass sein Bistum diesmal Gastgeber sein darf: „Wemding ist ein Zentrum. Die Wallfahrt hat eine große Ausstrahlungskraft.“ Auch Hanke weiß, dass in der Kirche Veränderungen anstehen. Er meint, man solle das kirchliche Leben als beidseitige Angelegenheit betrachten. Natürlich sei jede Kirche vor Ort etwas Schönes – „die Leute sollten sich aber auch wieder auf den Weg dorthin machen“, betont Hanke hinsichtlich zurückgehender Besucherzahlen bei den Gottesdiensten.

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