Möttingen Bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Möttinger Sportheim war das neue Baugebiet „Baadfeld II“ mit seiner Erschließung und den damit verbundenen umfangreichen Ausgrabungen ein zentrales Thema. Außerdem wurde über eine mögliche Straßenausbaubeitragssatzung diskutiert.
Bürgermeister Erwin Seiler hatte darüber informiert, dass 36 von den 44 Landkreisgemeinden bereits eine Straßenausbaubeitragssatzung hätten. Nun solle sich auch Möttingen nach Meinung der Aufsichtsbehörden über diese oder alternativ über eine angepasste Grundsteuer Gedanken machen, so Seiler. Einige Bürger sprachen sich vehement dagegen aus.
Keine Einwände gab es gegen die „kleine Standesamtsausgliederung“ an die Verwaltungsgemeinschaft Ries zum Zwecke der Arbeits- und Kosteneinsparung der Gemeinde. Auch gegen erste Überlegungen für ein etwaiges neues Bürgerzentrum für Gemeinde, Kirche und Schützenverein gab es nichts einzuwenden. Sollte dies in den kommenden Jahren in Angriff genommen werden, würden allerdings rund zwei Millionen Euro fällig, sagte Seiler.
Aus der Zuhörerschaft kam letztlich auch noch der Wunsch für eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder eine Verkehrsberuhigung in der „Krummen Gwand“, die allerdings wie in anderen Gemeinden kaum zu realisieren sei, so der Bürgermeister.
Zuvor hatte der Bürgermeister Fotos von Projekten aus dem Gemeindegebiet gezeigt – auch vom neuen Baugebiet „Baadfeld II“ an der Bundesstraße. Bevor die 28 Plätze allerdings bebaut werden können, wollte das Landesamt für Denkmalpflege dort umfangreiche Untersuchungen und Grabungen vornehmen. Dafür musste von sämtlichen Plätzen der Humus abgeschoben werden und letztlich wurden die Experten auch fündig. Mehrere Tausend Jahre alte Skelette und Grabbeigaben wurden ausgegraben und zu Untersuchungen nach Thierhaupten gebracht. Diese Maßnahmen kosteten die Gemeinde 200000 Euro, für das gesamte Baugebiet wird über eine Million Euro investiert.
Das neue Baugebiet mit Kinderspielplatz, für das es auch schon Anfragen von außerhalb gebe, könne auch mithelfen, die seit Jahren rückläufigen Einwohnerzahlen der Gemeinde aufzuhalten. Mit allen fünf Ortsteilen habe man nur noch 2446 Einwohner und auch der Hauptort sei wieder unter die 1000-Einwohner-Marke gefallen, so Seiler.
Anschluss an die Kreuzung
Das begonnene „Baadfeld II“ müsse auch noch über den Kreuzweg an die nahe Bundesstraße mit Gehweg und neuer Bushaltestelle angeschlossen werden. Dort hätte die Gemeinde gerne, auch weil gegenüber mittlerweile ein zweiter Supermarkt gebaut wurde, eine Ampel oder einen Kreisel, was allerdings das zuständige Straßenbauamt derzeit nicht befürworte.
Um den Ort auch weiter für Familien attraktiv zu halten, habe man zudem auch den örtlichen Kindergarten für 25 Regel- und 15 Krippenkinder vergrößern und modernisieren lassen. Dafür wende man rund 700000 Euro (265000 Zuschuss) auf, ein Neubau wäre wohl doppelt so teuer gekommen, so Seiler. Allerdings hätten sich die umfangreichen Arbeiten verzögert und dauerten wohl noch bis zum kommenden Frühjahr.