Corona hat voll zugeschlagen: Die Pandemie ist die Ursache dafür, dass entgegen aller Planungen das sanierte Freibad in Kösingen in diesem Jahr nicht mehr in Betrieb gehen wird. Aber auch auf allen anderen Baustellen hat die Stadt mit Problemen zu kämpfen, die auf Corona zurückzuführen sind, hat Bürgermeister Thomas Häfele auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt.
Nicht zuletzt reißt das Virus ein Loch zwischen einer und 1,3 Millionen Euro in die Stadtkasse. Wie er es stopfen soll, auch darüber grübelt der Bürgermeister momentan. In der Juli-Sitzung des Gemeinderats will die Verwaltung die Karten auf den Tisch legen.
Eigentlich Betrieb ab Pfingsten geplant
Eigentlich sollte das Kösinger Freibad nach der zwei Millionen Euro teuren Sanierung spätestens an Pfingsten in Betrieb gehen. Doch daraus wurde nichts. Klar ist nun auch, dass dort in diesem Jahr niemand mehr seine Runden drehen wird. Häfele: „Wir haben uns schweren Herzens entschließen müssen, in diesem Jahr nicht mehr zu öffnen.“
Bis zu zehn Wochen lang habe man teilweise auf die Firmen warten müssen, auch beim Material gebe es Engpässe. Die Stadt hat wegen der Verzögerungen den Rollrasen nicht verbaut. Und sie hat, sagt Häfele, momentan auch nicht das Personal, um alle Abstands- und Hygieneregeln kontrollieren zu können.
Corona macht Stadt auch auf anderen Baustellen Probleme
Zwar könnte das Bad bis Mitte oder Ende August fertig sein. Aber dann für vielleicht zwei Wochen zu öffnen, sei nicht wirtschaftlich. Häfele: „Das wäre es nur gewesen, wenn wir spätestens am 15. Juni hätten öffnen können!“
Corona macht der Stadt aber auch auf ihren anderen Baustellen Probleme. Und das nicht nur wegen Lieferengpässen beim Material. So sollte der Stadtgarten eigentlich schon längst fertig sein. Wegen der Pandemie ist aber eine Kolonne slowenischer Arbeiter in ihre Heimat zurückgekehrt, bevor die Grenzen für sie dichtgemacht wurden. Als diese Arbeiter wieder auf dem Härtsfeld waren, gab es eine Infektion in der zweiten Kolonne, sodass alle Arbeiter in Quarantäne mussten.
Zu all diesen Problemen kommen die finanziellen Sorgen. Die Stadt kann keines ihrer Projekte schieben, denn sie stehen alle kurz vor der Fertigstellung. Die Grundstücke für das Gewerbegebiet „Im Riegel“ sind gekauft (vier Millionen Euro), das Freibad in Kösingen ist so gut wie fertig, das Gemeinbedarfsgebäude in Dorfmerkingen (Kosten: 1,5 Millionen Euro) steht vor der Fertigstellung und die drei Millionen Euro teure Sanierung der Schlossstraße und Hohlgasse in Ohmenheim wird im September oder Oktober abgeschlossen.
Häfele: Haushaltssperre wenig sinnvoll
Deshalb, sagt Häfele, halte er eine Haushaltssperre, wie sie etwa Ellwangen verfügt hat, für wenig sinnvoll. Der einzige Ausweg, den er sieht, ist eine vorgezogene Kreditaufnahme. Das Millionenloch im Haushalt könnte außerdem noch ein bisschen kleiner werden, wenn klar ist, wie groß die finanzielle Hilfe des Landes für die Kommunen ausfällt. Häfele: „Da müssen wir jetzt abwarten.“
In der Juli-Sitzung soll dem Gemeinderat ein Finanzbericht präsentiert werden, den die Verwaltung momentan vorbereitet. Der Bürgermeister geht davon aus, dass im Herbst ein Nachtragshaushalt notwendig wird.
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