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10.07.2017

Der Miniatur-Supermarkt von Amerdingen

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Sarah (12 Jahre) und Franziska (7) kommen mit ihrer Mama Andrea Thum aus Forheim zum Einkaufen in den Dorfladen Amerdingen. Bei Familie Thum kommen Steaks vom regionalen Metzger auf den Grill. An der Kasse: Claudia Schmidt.

Im Dorfladen gibt es alles für den täglichen Bedarf. Die Kunden schätzen die Auswahl bei Metzger- und Bäckerwaren, den guten Standort und die frühen Öffnungszeiten. Teil 1 der RN-Dorfladen-Serie

Tür auf, Tür zu, Tür auf, Tür zu. Im Dorfladen Amerdingen ist am Samstagvormittag einiges los. Jugendliche, die ein paar Süßigkeiten wollen. Familien, die für den Grillabend einkaufen. Eine ältere Dame mit Rollator, die ihren Wocheneinkauf macht. Und ein junger Mann, der mit Jägerkollegen am Amerdinger Schießstand ist und Wurstsemmeln und Apfelschorle braucht. Claudia Schmidt hat viel zu tun und eilt zwischen Kasse, Wursttheke und Bäckerstand hin und her. Sie ist die „gute Seele“ im Haus und hält mit fünf Kolleginnen den Dorfladen am Laufen. „Wir haben hier alles für den täglichen Bedarf“, sagt Claudia Schmidt.

Das stimmt. Denn der Dorfladen Amerdingen setzt auf ein bewährtes Supermarkt-Konzept. Nach der Eingangstür kommt rechts frisches Obst und Gemüse in der Auslage. Weiter im Rundkurs dann die Tiefkühltruhe und die Milchprodukte in der Kühlung, Fertigprodukte und Süßigkeiten, und kurz vor der Kasse Zigaretten und Zeitschriften, im Mittelgang Toilettenartikel und Kosmetik, in einem Nebenraum Getränke. Ein Miniatur-Supermarkt. „Bei uns gibt es nicht vier Regalmeter Ketchup, sondern vier verschiedene Sorten“, sagt Peter Ott, Vorstand der Genossenschaft Dorfladen Amerdingen. Die Lebensmittel für den täglichen Bedarf, das Trockensortiment und die Molkereiprodukte bezieht die Genossenschaft über REWE, darunter auch ein paar Bio-Produkte. Wirklich regional sind nur einige Produkte. Das sei eben die Gratwanderung, erklärt Ott: Um konkurrenzfähige Preise anbieten zu können, müsse man beim Großhändler bestimmte Mengen abnehmen. Da kommen die Gurken und der Salat zwar aus Bayern, aber nicht aus dem Ries.

Komplett aus der Region kommen die Metzger-Waren: zwei Betriebe aus der unmittelbaren Nachbarschaft liefern drei- bis viermal in der Woche an. Hackfleisch wird frisch durchgedreht und kostet 7,40 Euro pro Kilo. Auch die Schweineschnitzel für 9,40 Euro pro Kilo sind sehr beliebt, erzählt Claudia Schmidt. Für Feiern und Feste macht sie kalte Platten und Häppchen, „auch am Sonntag“. Semmeln und Brot kommen aus Bissingen und Dischingen, Kartoffeln aus Munningen, Müsli aus Möttingen und Eier und Spätzle aus Grosselfingen. Etwas Besonderes ist das Rapsöl aus Dunstelkingen.

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Die Kunden wissen die große Auswahl zu schätzen. Viele machen ihren Wocheneinkauf im Dorfladen. Andere brauchen nur schnell einen Becher Sahne. „Das ist ganz gemischt“, sagt Schmidt. Der Erfolg eines Geschäfts ist zudem abhängig von seiner Lage. Dabei haben die Amerdinger alles richtig gemacht. Neben Schule und Kindergarten ist im 680-Einwohner-Dorf einfach am meisten los. Wenn um 6.45 Uhr geöffnet wird, können Schulkinder eine Pausen-Brotzeit kaufen oder ein neues Schulheft (denn ein Schreibwarensortiment gibt es auch). Andrea Thum aus Forheim kommt oft in den Dorfladen: „Am Werktag verbinde ich das dann und hole meine Tochter von der Schule ab“, sagt sie. Auch dürfe sich die Erstklässlerin selber Hefte und Schulmaterial kaufen. Der Dorfladen ist die praktischste Einkaufsmöglichkeit für die Thums aus dem Nachbarort. „Sonst fahre ich nach Neresheim, das sind zehn bis 15 Minuten zu den Supermärkten.“ Dieter und Siglinde Hotz sind aus Eglingen und kommen auch regelmäßig in den Dorfladen. „Wir mögen die Abwechslung bei Wurst und Fleisch“, sagen die beiden. Ohne Dorfladen wären die Wege für alle Amerdinger auf jeden Fall länger: Bis zu den nächsten Supermärkten sind es zehn Kilometer nach Bissingen, nach Möttingen 14 oder nach Nördlingen knapp 20 Kilometer.

Fazit: In Amerdingen kann man sich vor Ort mit wichtigen Grundlebensmitteln eindecken, netter Service und ein Ratsch mit den Nachbarn inklusive. Auch bei „Notfällen“ ist man im Dorfladen richtig: Batterien, eine Kondolenzkarte oder eine Feinstrumpfhose – kein Problem. Bezahlen mit Karte funktioniert nicht, aber der Geldautomat ist gleich nebenan. Stammkunden dürfen auch mal anschreiben lassen. Regionale Produkte gibt es, aber sie stehen nicht im Vordergrund – hier könnte der Dorfladen sein Profil noch schärfen.

Die Dorfläden im Landkreis Donau-Ries veranstalten vom 10. bis 15. Juli eine Aktionswoche. Im Mittelpunkt der geplanten Aktivitäten stehen regionale Produkte, die in den Dorfläden angeboten werden. Wer in dieser Woche in einem Dorfladen kommt, kann sich über Verkostungen und Geschenke freuen. Im Dorfladennetzwerk des Landkreises haben sich folgende Dorfläden zusammengeschlossen: Alerheim, Amerdingen, Daiting, Huisheim, Megesheim, Rögling, Tagmersheim, Wolferstadt.

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