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Druckerei in Nördlingen: C.H. Beck will raus aus der Innenstadt

Druckerei in Nördlingen

C.H. Beck will raus aus der Innenstadt

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    Das Werk der Beck´schen in der Innenstadt (Ansicht an der Langen Gasse) ist alt und verursacht jährlich enorme Kosten. Am liebsten möchte man den Standort aufgeben. Doch der Umzug ist an die Diskussion über die Personalkosten geknüpft.
    Das Werk der Beck´schen in der Innenstadt (Ansicht an der Langen Gasse) ist alt und verursacht jährlich enorme Kosten. Am liebsten möchte man den Standort aufgeben. Doch der Umzug ist an die Diskussion über die Personalkosten geknüpft. Foto: Foto: Daam

    Das wollen die Arbeitnehmer, das wollen die Arbeitgeber. Denn durch Transport und Organisation der zwei Niederlassungen entstehen zusätzliche Kosten in Höhe von rund 500000 Euro jährlich. Geld, das man dringend benötigt, um im Wettbewerb bestehen zu können. Der Umzug hängt allerdings auch mit dem aktuellen Tarifstreit zusammen.

    Ein Umzug ist teuer, der Standort in der Augsburger Straße müsste bei einer Zusammenlegung deutlich erweitert werden. Mit einem „Zukunftssicherungsprogramm“ möchte die Beck’sche Personalkosten senken und dafür in den Standort Nördlingen investieren.

    Gestern tagte die zuständige Kommission. Genaue Ergebnisse gebe es aber noch nicht, erklärte Michael Apenberg, Berater des Unternehmens. An der Gesamtforderung, dass man beim Personal 2,8 Millionen Euro sparen wolle, halte man allerdings fest.

    Die Umzugspläne seien dagegen nicht neu, berichtete Apenberg. Seit fünf bis sechs Jahren gibt es die Diskussion. Ohne eine Einigung bei den Personalkosten könne er sich aber einen Umzug nicht vorstellen. Findet man einen Konsens, könne man bereits in diesem oder kommenden Jahr mit dem Ortswechsel beginnen. Warum man bei solch hohen Kosten nicht schon viel früher eine Zusammenlegung in Angriff genommen habe, weiß Apenberger nicht. „Gute Frage, nächste Frage“, so der Berater wörtlich gegenüber unserer Zeitung. Pläne, was im Falle eines Auszuges mit dem riesigen Werk in der Berger Straße geschehen soll, gibt es derzeit noch nicht.

    Die Beck’sche ist bekanntlich vor wenigen Wochen aus dem Tarifvertrag ausgetreten und möchte nun Einzelverträge mit den Mitarbeitern schließen. Eine der wichtigsten Forderungen ist, die Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden zu erhöhen – ohne Lohnausgleich. „Das würde unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöhen“, sagt Apenberger.

    Betriebsratsvorsitzender Werner Wittal sieht das anders. „Solche Arbeitszeiten hat keiner unserer wichtigsten Konkurrenten“, klagt er. Seiner Rechnung nach gebe es bei diesen Druckereien eine durchschnittliche Arbeitszeit von 36,5 Stunden. 160 Beschäftigte der Beck’schen Druckerei entschieden sich auf einer kürzlich stattgefundenen Informationsveranstaltung, keine Maßnahmen zu treffen, bevor nicht das Gutachten über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens auf dem Tisch liege. Dies wird zurzeit von einer unabhängigen Sachbearbeiterin erstellt.

    Laut Wittal wäre ein Haustarif eine mögliche Lösung im Tarifkonflikt. „Das bietet mehr Sicherheit als Einzelverträge.“ Apenberg glaubt indes nicht an dessen Erfolg. „Grundsätzlich werden wir uns dem nicht verschließen, doch ein Haustarif hat noch keine sanierungsbedürftige Druckerei gerettet.“

    Gespräch in München

    Am Donnerstag wird in München eine Gesprächsrunde zwischen Verleger Dr. Hans-Dieter Beck, Druckereileiter Hans Höhn, Rudi Kleiber, Vertreter von Verdi, und Werner Wittal stattfinden. Wittal hofft auf Einlenken von Beck. Zur Not gebe es aber immer noch die Möglichkeit eines Streiks.

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