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Energie: Heizöl verliert an Kraft

Energie

Heizöl verliert an Kraft

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    Biogas boomt. (Bild: dpa)
    Biogas boomt. (Bild: dpa)

    Heizöl kostet knapp 30 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Eine beträchtliche Preissteigerung, die bei den Kunden zunehmend Umdenken verursacht. Immer mehr Klein- und Großabnehmer in der Region steigen auf andere Energiekonzepte um. Alternativen gibt es dabei einige.

    Friedrich Moll, Geschäftsführer des Nördlinger Heizungsunternehmens Moll, weist auf einen großen Konkurrenten für das Öl hin: Biogasanlagen. Denn inzwischen nutzen viele Anlagen nicht nur das Gas, sondern auch die entstandene Wärme. Mit dieser Fernwärme werden oftmals große Teile von Ortschaften versorgt. Marktoffingen und Wechingen sind solche Fälle.

    Fernwärme kann bis zu 50 Prozent an Heizkosten sparen

    94 von rund 140 Haushalten werden in Wechingen über die örtliche Biogasanlage mit Wärme versorgt. Dass so viele Menschen die Heizungsart wechseln, sei nicht verwunderlich, schließlich könne man rund 50 Prozent an Heizkosten sparen, sagt Thomas Gutmann, Inhaber der Biogasanlage. Eine Umrüstung sei dabei in vielen Fällen einfach und kostengünstig. Oftmals benötige man lediglich einen Wärmetauscher im Keller.

    Auch in der Industrie ist die günstige Abwärme gern gesehen. In Wallerstein beziehen viele Firmen wie Ohnhäuser, Weißgerber oder Behr das warme Wasser aus der Biogasanlage von Markus Metzger. Seine Wärme liefert er komplett an die Industriefirmen in Wallerstein. Würde er private Haushalte beliefern, könnte er über 400 Familien mit Wärme versorgen.

    „Sicher sind Großabnehmer abgesprungen“, gibt Reinhold Hurler, Geschäftsführer des Nördlinger Heizöllieferanten Irrgang und Schneider, zu. Viele Firmen seien auf andere Energieformen umgestiegen. Erdgas sei inzwischen ein echter Konkurrent. „Auch wenn das meiner Meinung nicht immer billiger ist“, sagt Hurler.

    „Umsatzsteigerungen gibt es nur noch durch Aufkauf“

    Doch nicht nur Großabnehmer aus der Industrie, auch einfache Hausbewohner wechseln immer mehr. Mineralöllieferant Manfred Seel bestätigt ebenso den Rückgang der Nachfrage nach Heizöl. Er sieht jedoch vielfältige Gründe dafür. Gute Wärmeisolationen, modernere Heizanlagen, qualitativ hochwertigeres Öl und ein besseres Umweltbewusstsein des Kunden: All dies führe zum Rückgang des Verbrauchs. „Das Überheizen von Räumen gibt es zum Beispiel heutzutage nicht mehr. Und das ist ja auch gut so.“ Umsatzsteigerungen gebe es in der Branche seiner Meinung nach nur noch durch Aufkauf von kleineren Betrieben. Denn die werden sich auf dem Markt nicht mehr lange halten können und langfristig wohl ganz verschwinden.

    Neben der Fernwärme der Biogasanlagen sind auch andere erneuerbare Energien im Heizungsbereich gefragt. Wärmepumpen und Sonnenkollektoren produzieren bei vielen Hausbesitzern die Wärme für die eigenen vier Wände direkt vor Ort. Seel sieht darin jedoch keine Konkurrenz, sondern ein Zukunftsmodell. Er hält diese Konzepte als ideale sommerliche Ergänzung zu schwefelfreiem Öl im Winter.

    Trotzdem keine schnelle Abkehr vom Heizöl

    Erwin Wanner, Geschäftsführer von Graule Gebäudetechnik, bestätigt die steigende Nachfrage nach Alternativen zu Ölheizungen. Pellets, Holz und Gas seien stark im Kommen. „Dieser Trend wird auch so weiter gehen, da bin mir sicher“, sagt Wanner. An eine schnelle Abkehr vom Öl glaubt trotz zahlreicher Alternativen fast niemand. Zumindest sei dies in den nächsten Jahrzehnten nicht absehbar, meint Mineralöllieferant Seel.

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